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Namibia

Endlich!
Heute geht es los – endlich! Und doch… am Morgen beim Fertigpacken muss ich mich richtiggehend aus der Komfortzone zwingen. Kurzfristig habe ich auf einmal das Gefühl, dass das Ganze irgendwie doch allenfalls ein bisschen crazy ist und es doch sicher genau so schön wäre im Tessin. Selbst wir haben das Reisen, wie es scheint, fast ein bisschen verlernt. Kommentar von Odi: wenn wir das jetzt nicht machen, dann machen wir es nie mehr. Darum: los gehts! Am Flughafen in Zürich ist so ziemlich genau nix los. Wir sind viel zu früh unterwegs und da alles wie am Schnürchen klappt, ist es uns schon bald ein bisschen langweilig. Trotz Langeweile macht sich ein Glücksgefühl breit und wir geniessen das Gefühl wieder einmal an einem Flughafen zu sein. Zu unserer Überraschung ist der Flug nach Frankfurt voll – voll mit Business-Menschen. Zoom und Teams scheinen doch nicht mehr ganz so gefragt zu sein, wie auch schon in den letzten ein ein halb Jahren. In Frankfurt herrscht dann alles andere als tote Hose. Der Flughafen ist voll mit Reisenden, als wäre die Pandemie vorbei. Erneut müssen wir vor dem Boarding alle möglichen Zettel und Formulare vorweisen. Wie in Zürich bestehen wir auch in Frankfurt den Test und dürfen wenig später an Board. Der Nachtflug ist lang und unbequem wie immer. Sogar die Kids sind inzwischen so gross, dass sie sich nicht mehr einfach so quer hinlegen können um zu schlafen. Zudem ist der TV im Sitz viel spannender als der halb erholsame Schlaf.

Reise
Ziemlich übernächtigt landen wir morgens um acht Uhr in Windhoek. Beim Aussteigen muss ich mir glatt ein paar Freudentränen aus den Augen wischen. Wer hätte gedacht, dass wir es tatsächlich ohne Problem hierher schaffen. Ich jedenfalls lange nicht. Nun müssen wir nur noch die Immigration überstehen, hoffen, dass wir alle richtigen Formulare dabei haben und dem Abenteuer steht nichts mehr Wege. Dank der Kinder dürfen wir ohne anzustehen direkt zur Covid-Kontrolle. Nach dem Temperatur-Test, den nur wir Erwachsenen bestehen müssen, wird an einem ersten Schalter der PCR-Test sowie eines von zwei Gesundheitsformularen kontrolliert. Ist das alles okay, geht es zum nächsten Schalter, wo die übliche Immigration vorgenommen wird. Die Officers sind alle sehr motiviert und freundlich. Sie scheinen erfreut, dass nach der doch langen Durststrecke endlich wieder ein paar Touristen in ihr Land kommen. Als auch noch das Gepäck vor uns auf dem Band liegt, sind wir ready. Mit vier anderen Touristen fahren wir direkt zur Autovermietung (der Flug war übrigens auch voll – voll mit Touristen, Durchschnittsalter 65 plus). Da wir bekanntlich nicht zum ersten Mal ein solches Auto mieten, sind wir rasch fertig mit der Übernahme. Auf dem Weg zur ersten Gästefarm füllen den Kühlschrank und die Essensbox. In Dürstenbrook angekommen, heisst es erstmals „nüschele“. Die Kids nehme das Dachzelt in Beschlag und wir Eltern suchen für alles einen Platz im Auto. Danach haben wir uns die Abkühlung im Pool mehr als verdient. Ich würde behaupten in der Schweiz war es den ganzen Sommer nie so heiss wie aktuell hier in Namibia. Wir sind alle immer noch ziemlich groggy von der Reise und essen früh, damit bei Bedarf rasch Nachtruhe einkehren kann. Dank ein paar Pferden können wir die Schlafenszeit jedoch herauszögern, so dass wir erst fast zur gewohnten Zeit den Weg ins Zelt finden.

Waterberg Plateau
In der Nacht werden wir vom Gerangge von Melia geweckt. Sie steckt tatsächlich kopfüber im Schlafsack fest und sucht verzweifelt den Ausgang. Nachdem das Kind wieder befreit ist, schlafen wir alle nochmals ein. Die Nacht war auch schon bequemer. Wir haben zwar zwei nigelnagelneue und extra breite Zelte, aber die Matratze ist ungewohnt hart. Zudem haben wir dieses Mal zur Automiete kein Bettzeug bekommen. Entsprechend haben wir den Schlafsack eingepackt. Leider ist der von Odi und mir von ziemlich bescheidener Qualität. Dies war uns eigentlich schon zu Hause bewusst, aber aufgrund eines Engpasses im SportX sind wir trotzdem mit den uralten Dingern angereist. Eine Fehlentscheidung wie sich heraus stellt: zu klein, zu unbequem und für 12 Grad Nachttemperatur eindeutig zu wenig warm. Nachdem wir unsere sieben Sachen ein erstes Mal verstaut haben, fahren wir deshalb nochmals zurück nach Windhoek in eine grosse Shopping-Mall. Dort erstehen wir einen neuen Schlafsack und kaufen auch sonst alles war wir gestern vergessen hatten. Danach geht es auf direktem Weg zum Waterberg Plateau. Beim Check-in wird uns wieder einmal bewusst, wie klein die Welt ist. Hinter uns fährt tatsächlich ein Arbeitskollege von Odi zur Reception. Als ob wir abgemacht hätten… Nach einer Abkühlung im Pool mit den neuen aufblasbaren Delfinen steht das übliche Abendprogramm an. Es gibt feine Burger. Dummerweise sind schon ziemlich spät dran, so dass die Kids den Hunger bereits vorab zu einem grossen Teil bei Chips und Rüebli gestillt haben. Langsam aber sicher ist die Eingewöhnungsphase aller abgeschlossen. Wenn wir nun auch die Zeit in den Griff bekommen, sind wir richtig angekommen.

Face to face mit dem Rhino
Da wir zwei Nächte in der Wilderness Lodge bleiben, lassen wir den Tag ruhig angehen. Leider ist uns bereits das Gas ausgegangen und den Kaffi gibt es deshalb nur in lauwarmer Form. Nach der ersten Handwäsche wollen wir zur Lodge wandern. Es ist bereits drückend heiss und nach ein paar Minuten bekommt Nini dermassen Bauchweh, dass wir wohl oder übel wieder umkehren müssen. Zum Glück habe ich das Buch „Schnelle Hilfe für Kinder“ mit dabei, so dass wir das Ganze nach wenigen Minuten Lektüre ziemlich sicher auf eine Verstopfung schieben können. Wir ändern kurzerhand unsere Pläne, verstauen die Zelte auf dem Dach und machen uns statt zu Fuss mit dem Auto auf zur Lodge. Nach dem wir für heute Abend den Rhino-Drive gebucht haben, fahren wir ein paar Kilometer weiter zum NWR-Camp. Hier soll es eine Gasstation geben. Statt Gas finden wir einen fast leeren Shop, den wir gleich noch leerer kaufen. Eine kühle Cola resp. ein kühles Fanta ist bei diesen Temperaturen einfach unschlagbar. Zurück im Camp kann Nini zum Glück wieder einmal aufs WC und dem relaxten Nachmittag im Pool steht nichts mehr Weg. Während die Mädels mit ihren Delfinen im Wasser herumtollen, kocht Odi auf dem offenen Feuer Nudeln und grillt Würste. Wir kehren das Essens-Programm heute um, starten mit einem frühen Znacht und nehmen das Apero dann nach dem Rhino-Drive. Eigentlich sind die Nudeln ziemlich hässlich, aber die Kinder verschlingen die Dinger als wären sie kurz vor dem Hungertod. Um vier Uhr werden wir pünktlich mit dem Safarifahrzeug beim Camp abgeholt. Gespannt nehmen wir Platz. Werden wir tatsächlich ein Nashorn sehen? Werden die Kids die drei Stunden im Auto durchhalten? Zu Beginn der Pirschfahrt ist es wahnsinnig heiss, aber Dank ein paar Güetzi und genug Getränken bleibt die Stimmung gut. Plötzlich hält der Guide den Wagen an. Tatsächlich können wir im Busch drei grosse graue Flecken ausmachen. Als er uns sagt, dass wir jetzt zu Fuss zu den Nashörner laufen werden, bekommt Mama Fankhauser einen mittleren Schock.

Namibia, Waterberg, Rhino

Aber da sind die Mädels schon halb um Busch und marschieren mit ihrem Fotoapparat bewaffnet dem Guide hinterher. Wir kreisen die drei Nashörner quasi ein und schlussendlich stehen wir zwei Exemplaren auf einer Lichtung direkt gegenüber. Als das eine beginnt zu schnaufen und ein paar Schritte auf uns zu macht, muss der Guide nur ein paar Mal mit dem Stock wedeln. Schon hat sich das Tier wieder beruhigt und zottelt davon. Auch das riesige Männchen macht uns die Ehre und läuft direkt vor uns über die Staubstrasse. Nur ein paar Minuten weiter finden sich wieder zwei Nashörner. Auch hier dürfen wir wieder aussteigen und Nahe zu ihnen hin marschieren. Sehr eindrücklich! Quasi zum Dessert finden wir auch noch eine Mama mit ihrem 4-monatigen Baby. Hier werden wir aus nachvollziehbaren Gründen nicht aus dem Auto gelassen. Toll ist es trotzdem. Bevor wir zufrieden retour fahren, bekommen wir sogar noch einen Sundwoner mitten im Bush. Und als wir da so stehen und miteinander quatschen, läuft tatsächlich ein paar Meter vor dem Auto nochmals ein Rhino vorbei. Wir sind uns einig: es war einfach nur super (mal abgesehen vom Fahrtwind, der doch ziemlich ermüdend ist). Zurück beim Auto ist es bereits am Eindunkeln. Da wir alles schon erledigt haben, machen wir noch ein paar Spiele und verkriechen uns danach glücklich und zufrieden ins Dachzelt.

Hoada Camp Site
Heute müssen wir vor allem ein paar Kilometer zurück legen. Entsprechend sind wir Eltern früh wach und packen schon mal zusammen was zusammengepackt werden kann. Irgendwann sind dann auch die Kids wach und ready für die Fahrt. Auf halbem Weg liegt Outjo. Hier legen wir eine längere Pause ein und stocken unsere Vorräte aller Art auf: gefragt ist Futter, Getränke, Gas und Geld. In der Bäckerei ergattern wir die letzten frischen Hamburgerbrötli und ein feines Brot. Am frühen Nami treffen wir bei der Hoada Campsite ein. Hier gibt es nicht viel mehr zu tun ausser die tolle Landschaft, den mega schönen Camping und den Felspool zu geniessen. Und genau das machen wir dann auch. Die Kids planschen und die Eltern liegen auf dem Liegestuhl. Am Abend haben wir zum ersten Mal in diesen Ferien freie Sicht auf den grandiosen Sternenhimmel. Abzug gibt es einzig für den Wind, welcher uns mal mehr und mal weniger um die Ohren saust. Ansonsten ist es einfach nur unglaublich schön.

Namibia, Hoada, Campsite

Olifantsrus
Mit einem tollen Sonnenaufgang beginnt unser Tag – also mindestens der Tag der Eltern. Die Kids schlafen selig weiter und verpassen das Spektakel. Über eine Schotterstrasse entlang von vielen kleinen Dörfern fahren wir weiter in Richtung Ethosa National Park. Unterwegs machen wir nur eine kurze Tankpause. Sofort werden wir von zahlreichen Souvenirverkäufern und anderen lustigen Kerlen belagert. Die Kids sitzen mit grossen Augen im Auto und begutachten alles aus sicherer Distanz. Wir entscheiden uns bei zwei Frauen zwei Armbändeli abzukaufen. Kurze Zeit später sind wir am Galton Gate. Von dieser Seite sind wir noch nie in den Park gefahren. Nach dem üblichen Check-in Prozedere fahren wir entsprechend gespannt weiter. An allen Wasserlöchern finden wir zahlreiche Zebras, Gnus, Giraffen, Springböcke, usw. Alles andere hat sich in der Mittagshitze gut versteckt. Unser Nachtlager schlagen wir im Olifantsrus Camp auf. Die zehn Plätze sind alle belegt und es ist ziemlich busy. Zum Glück bekommen wir auf Intervention von Odi einen der Plätze am Zaun, etwas ab vom Schuss. Das Highlight des Camps ist definitiv das Wasserloch. Auf einem langen Steg läuft man zum Wasserloch und hätte einen absolut unschlagbaren Blick auf was da auch immer am Wasser stehen würde. Leider ist heute nicht viel Betrieb. Erst nach dem Znacht haben wir Glück und ein Nashorn lässt sich blicken. Das ist aber leider auch schon alles. Die Kinder haben Dank der zahlreichen Rhino-Sichtungen schon fast das Gefühl, dass es diese raren Kreaturen hier in rohen Mengen gibt.

Namibia, Etosha, Zebra

Corona-Nebeneffekt?
Dank ein paar Zebras am Wasserloch sind die Mädels heute im Nu aus ihren Schlafsäcken gekrochen. Bald darauf sitzen wir auch schon im Auto und machen uns auf zur nächsten Pirschfahrt. Die ersten Wasserlöcher bieten das gleiche Bild wie gestern. Aber bald wird es spannender: an einem Wasserloch hat es auch zwei Löwenmännchen. Die Tiere, die sonst darum herum stehen, lassen sich erst von den beiden stören, als einer den Kopf hebt. Mehr als ein Kopf heben, liegt aber nicht drin. Das Frühstück scheint schon durch. Die Fahrt bis ins nächste Camp zieht sich. Die Mädels dürfen zum Zeitvertrieb selber mal das Steuer übernehmen und beschäftigen sich lange mit ihrem Tierbuch beim Abkreuzen der bisherigen Tiersichtungen. Kurz nach Mittag erreichen wir Okakujeo. Kaum sind wir aus dem Auto gestiegen, hüpfen wir auch schon wieder rein. Odi hat beim Müll entsorgen gleich ausserhalb des Gates eine riesige Herde Elefanten entdeckt. Vom ersten Teil der Gruppe können wir nur noch die Hintern begutachten. Aber die Nachzügler spazieren gemütlich direkt vor unserem Auto von der einen auf die andere Strassenseite.

Namibia, Etosha, Elephant

Das Zmittag wird eher ein Reinfall. Beim letzten Bissen im Restaurant bemerkt Odi, dass der Burger von Melia nicht ganz durch war. Gleich läuten alle Alarmglocken und wir ärgern uns, dass wir nicht einfach selber ein Sandwich gemacht haben. Sowieso müssen wir feststellen, dass wir uns immer wieder Gedanken über allfällige Krankheiten und andere Gefahren machen. War das früher auch schon so? Sind wir sensibler geworden? Älter? Ist das ein Corona-Nebeneffekt? Haben wir das Reisen mit seiner Unbeschwertheit in den letzten eineinhalb Jahren wirklich ein wenig verlernt? Für heute hoffen wir nun einfach, dass alle Mägen die Burger gut annehmen… (sie werden!). Auf direktem Weg fahren wir weiter zum Halali Camp. Die Kids haben nach dem langen Safari-Tag noch ein bisschen Pool verdient. Auf dem Weg dorthin sehen wir nochmals mehrere Elefanten und zwei Löwen. Wie beim letzten Mal in Halali haben wir uns wieder in ein Bush Chalet eingemietet und geniessen ein bisschen Luxus mit einem richtigen Bett. Nach dem Znacht machen wir noch einen Walk zum Camp eigenen Wasserloch. Leider ist genau niemand da und da ruhig im Dunkeln sitzen, wenn man müde ist, ganz schön anstrengend sein kann, sind wir bald wieder retour im Chalet und im richtigen Bett.

Elephant- und Rhino-Day
Wir sind alle früh wach und entsprechend zackig ready. Auch das Frühstück, welches im Chalet-Preis inbegriffen ist, haben wir rasch verspiesen. Warum auch immer wird nur gerade unser Tisch von mehreren Bienen angegriffen und wir ergreifen noch fast mit dem Brot in der Hand bald die Flucht. Unterwegs zum ersten Wasserloch sehen wir einen Schakal beim Frühstück – ohne Brot in der Hand, dafür mit Fleisch im Mund. Er hat die Resten eines Raubtieres geerbt und lässt es sich so richtig schmecken. Am Wasserloch treffen wir auf zwei Hyänen. Eine ist an Land unterwegs und die andere sitzt tatsächlich mitten im Wasserloch. Auf der Weiterfahrt zur Ethosa-Pfanne treffen wir auf zwei weitere Breitmaulnashörner und nach der Pfanne gar auf ein Spitzmaulnashorn. Hier halten wir gerne etwas mehr Abstand, denn diese Sorte gilt als viel aggressiver als ihre gemütlichen Kollegen. Beim nächsten Wasserloch bleiben wir einfach mal stehen und schauen was passiert. Einerseits können wir so ein weiteres Spitzmaulnashorn beobachten, andererseits bestaunen wir an die 200 Zebras, die gemütlich zum Wasser kommen, um ihren Durst zu löschen. Nach einer kurzen Znüni- und Pinkel-Pause in Halali fahren wir nochmals zum Goas Wasserloch. Wir können unser Glück kaum fassen, als wir eine Herde von ungefähr 30 Elefanten antreffen, die sich hier in der Mittagshitze erfrischt und den Durst löscht. Einfach nur toll! Kurz vor Namutoni, am östlichen Ende des Parkes, treffen wir nochmals auf eine grössere Herde von Elefanten. Von diesen faszinierenden Kreaturen lassen wir uns immer wieder gerne den Weg versperren. Wir warten bis alle auf der anderen Strassenseite angekommen sind und wir wieder freie Fahrt haben. Unser heutiges Camp liegt nur 3 Kilometer ausserhalb des Ethosa Gates bei Namutoni. Und so sind wir kurze Zeit später auch schon auf der schönen Tamboti Campsite. Der Platz ist toll, bietet alles was wir uns wünschen und ist wirklich eine top Alternative zum NWR-Camp. Die Mädchen werden heute von den riesigen Heuschrecken, die uns um die Ohren fliegen, ins Bett getrieben. Vor allem Anina findet gar keinen Gefallen an diesen übergrossen, total ungefährlichen, aber völlig unkoordiniert in der Gegend herum springenden, Kreaturen. Übrigens: Odis Temperatur liegt beim Eintritt zum Camping bei 34.4 und meine bei 35.7 Grad. Da haben wir ja nochmals Glück gehabt… kein Fieber :-).

Namibia, Etosha, Guinea Fowl

Skorpion zu Besuch
Während die Kids noch friedlich in ihren Schlafsäcken schlummern, nutzen die Eltern die Morgenstunde und schmeissen des Haushalt: grosser Waschtag steht an. Auch sonst sind wir immer gut beschäftigt mit Waschen, aber heute waschen wir auch alles was sonst nicht jeden Tag im Waschsack landet. Beim Dachzelt zusammenpacken, stellen wir uns wieder einmal als richtige Anfänger hin. Wir haben die Abdeckungen gestern Abend aus Bequemlichkeit auf den Boden geschmissen. Prompt hat es sich ein Skorpion darin gemütlich gemacht. Zu allem Überfluss übertreibt es Anina auch gleich etwas mit der Tierbeobachtung und muss von Papa ziemlich unsanft weggezogen werden. Nix passiert, aber manchmal ist es gut, wenn man wieder einmal an einige Basics erinnert wird. Im Ethosa erkunden wir heute heute die Gegend rund um das Namutoni Camp. Bis anhin haben wir diese Region immer etwas aussen vor gelassen – zu Unrecht wie sich zeigt. Es hat viele volle Wasserlöcher und viele Tiere. Neben dem üblichen Game treffen wir vor allem auf Elefanten und Giraffen. Ein schöner Abschluss im Ethosa. Wir haben in den letzten Tagen so viele Sachen gesehen, besser hätte es nur noch mit ein paar Katzen sein können. Wir sind uns einig, dass vor allem die vielen Elefanten unvergesslich sind. So viele haben wir definitiv noch nie gesehen. Aber auch sonst waren die Tiere im Überfluss vorhanden. Glücklich fahren wir zurück zum gleichen Camp wie am Vortag und lassen den Tag mit dem üblichen Programm ausklingen.: Pool-Party, gefolgt von Menu 1: Braii mit Nudeln.

Namibia, Etosha, Gekko

Fahrtag
Um sieben Uhr schält sich Odi aus dem Schlafsack. Es ist Zeit aufzustehen. Heute stehen uns 600 km und sechs Stunden Fahrt bevor. Eine Stunde später sitzen wir im Auto und fahren los. Frühstück gibt es auf der Fahrt. In Grootfontain stocken wir unsere Vorräte auf. Danach geht es weiter, einmal gerade der Strasse entlang, in Richtung Caprivi Streifen. Die Kids sind ruhig – iPad sei Dank. Um 15 Uhr erreichen wir unser Ziel die Nunda River Lodge. Die Kids sind ein paar Minuten später im Pool und bekommen so ihre Tagesration an Bewegung. Zum Znacht gibts für den Nachwuchs Hot Dog und für die Eltern ein Stück Fleisch und Tomaten. Die kulinarischen Highlights sucht man hier eher vergebens… Mit viel Mückenspray und langen Kleider ausgerüstet, schützen wir uns nach Einbruch der Dunkelheit vor den Mücken, die hier auch Malaria verbreiten sollen. Seit einigen Tagen gehört Malarone deshalb fix zu unserem Apero. Nach dem Znacht verziehen sich die Mädels ins Zelt und spielen mit ihren Playmos. Auch wenn wir mit den Medis und den Sprays gut geschützt sind, wollen wir nicht unnötig Mückenstiche riskieren. Begleitet von nahem Hippo-Grunzen beginnt die Nacht.

Namibia, Divundu, Bird

Nächtlicher Besuch
Es gibt Tage, da kommen die Kinder nicht auf ihre Rechnung. Heute ist so ein Tag. Nach dem Frühstück fahren wir 200 Kilometer quer durch den Caprivi. Obwohl hier ein National Park wäre, merken wir davon nichts. Etwas Abwechslung auf der schnurgeraden Strasse bringen einzig die Dörfer entlang der Strasse. Am Ende des Weges biegen wir in den nächsten National Park ab. Spektakulär ist hier vor allem die Sandpiste. Wir werden gehörig durchgeschüttelt und Odi findet viel Freude, wieder einmal durch den Sand fahren zu dürfen. Leider sind Tiere weitgehend Fehlanzeige. Am schönen Horseshoe Bend finden wir zwar etwas Game, aber sonst ist absolut tote Hose. Erst auf dem Rückweg entdecken wir zwei Elefantenbullen. Da wir teilweise im Sand nicht anhalten können, müssen wir zuwarten bis sich die beiden etwas von uns entfernt haben. Auf der anderen Seite des beginnenden Okavango Delta machen wir nochmals einen Abstecher in einen kleinen National Park. Leider ist auch hier nicht viel los. Bis auf die Büffelherde und die Elefantenherde. Die Büffelherde ist harmlos: die Tiere starren nur doof in unsere Richtung. Die Elefanten sind weniger harmlos: die Herde ist weit verstreut und zum Teil gut hinter den Sträuchern versteckt. Als wir versuchen vorbei zufahren, stellt tatsächlich ein Tier seine Ohren und läuft auf uns zu. Zeit den Rückzug anzutreten und das Auto zu wenden. Fazit des heutigen Tages: gefragte Fahrkünste von Odi, wenig Tiere, KEIN Hippo (die soll es hier wie Sand am Meer geben) und viel Zeit im Auto. Zu allem Überfluss ist auch der Camping nicht gerade kinderfreundlich. Wir nächtigen direkt am Delta und es hat ALLE Tiere ausser Nashörner, die hier frei herumlaufen und jederzeit bei uns auf dem Platz vorbei schauen könnten. Gestern liefen gemäss Camp-Chef nur gerade 100 Elefanten vorbei. Ich war schon vorab nicht sehr angetan von diesem Camping, doch nun mache ich ich mir fast ein wenig in die Hosen. Auch weil man die Elefantenherde am Horizont bereits sehen kann, wie sie langsam in unserer Richtung zieht. Wir machen vorwärts, schauen, dass wir bald etwas zwischen die Zähne bekommen und bereiten uns auf allfälligen Besuch vor. Alles was wir für den Fall eines längeren Aufenthaltes im Zelt brauchen könnten, kommt ins Dachzelt (Essen, Trinken, Schüssel für die kleinen und grossen Geschäfte, iPad, Spiele, Bücher, usw.). Soweit kommt es aber nicht. Besuch bekommen wir „nur“ mitten in der Nacht.

Namibia, Livingstone, Camping

Bootsafari, Elefanten und Feuer
Ich schlafe heute ausnahmsweise bei den Girls. Dies macht Sinn, da ein allenfalls notwendiger Zeltwechsel mitten in der Nacht einem zu grossen Abenteuer gleich kommen könnte. Irgendwann werde ich tatsächlich wach und höre ein Tier neben dem Zelt. Meine Interpretation: ein grosses Huftier (Kudu) läuft zum Abfall und untersucht diesen ausgiebig. Odi im anderen Zelt ist schon lange wach und weiss auch, dass es ein Elefant ist, der sich rund drei Meter vom Zelt entfernt bereits seit zwei Stunden einen Mitternachtssnack gönnt. Die Kinder schlafen bis auf ein kurzes Erwachen von Melia zum Glück selig weiter. Am Morgen wird klar, dass Ranger Papa Recht hatte. Der Elefant hat unterschiedliche Spuren – u.a. eine riesige Kacke – direkt hinter dem Auto hinterlassen. Zum Glück haben die Mädels diesen Event verschlafen! Ich will die tierfreie Zeit nutzen und dränge auf einen sofortigen Zeltabbau. Erst danach gibt es etwas zu futtern. Ich bin zugegebenermassen froh, als wir kurze Zeit später im Auto sitzen und den Camping ohne Zwischenfall wieder verlassen. Irgendwie scheine ich nicht mehr gemacht für Camps ohne Zaun – erst recht nicht mit den Kindern. Da die nächste Lodge ziemlich viel versprechend scheint, machen wir uns ohne Umwege direkt auf den Weg dorthin. Bereits am Mittag treffen wir in der Riverdance Lodge ein und werden im breitesten Berndeutsch empfangen. Unsere Erwartungen werden mehr als erfüllt. Direkt am Fluss zu Angola bekommen wir einen wunderbaren Stellplatz und verbringen einen gemütlichen Nachmittag in dieser kleinen Oase (ohne Elefanten…). Die Kids planschen im Pool, die Eltern machen die Haushaltung und lassen es sich danach auch gut gehen. Um vier Uhr geht es schliesslich los mit der Bootssafari. Wir schippern mit dem Guide auf dem Grenzfluss und suchen die ansässigen Tiere. Und wir haben Glück: wir sehen die üblichen Kroks und Hippos und sogar Elefanten! Die Elefanten schlagen sich auf einer Insel auf der Angola-Seite die Bäuche voll. Als wir auf dem Heimweg nach dem Sundowner auf einer Sandbank in Angola wieder an ihnen vorbei fahren, haben die Menschen bereits mehrere Feuer angezündet, um sie wieder zu vertreiben. Überall stehen Leute und beobachten das Spektakel. Die grauen Riesen lassen sich aber nicht aus der Ruhe bringen und wir warten vergebens auf die Flussdurchquerung, die sie machen müssten um sich aus der Gefahrenzone zu bringen. Kurz vor dem Eindunkeln sind wir zurück in der Lodge und erfahren, dass eine solche Elefantensichtung eine absolute Ausnahme ist. Zum Znacht lassen wir uns so richtig verwöhnen. Wir essen in der Lodge und es ist einfach nur super. Die Kids bekommen Schnippo Pommes und Salat und wir geniessen einen Dreigänger und einen feinen Wein.

Namibia, Divundu, Hippo

Riverdance Lodge
Obwohl die Nacht sehr heiss war, haben wir alle super geschlafen. Wir fühlen uns einfach wohl in der Riverdance Lodge. Dies ist vor allem den Inhaber zu verdanken. Pascale und Chris aus dem Liebefeld – ihr Haus in der Schweiz steht weniger als ein Kilometer von unserem zu Hause entfernt – haben hier schlicht ein kleines Paradies erschaffen. Beim Check-out erfahren wir noch allerhand interessantes aus der Gegend und wir verabreden uns auf ein Bier am Trachselweg 41 in Bern. Dann geht es wieder 500 Kilometer südwärts. Am Veterinärszaun verlassen wir das ursprüngliche Afrika und kehren wieder zurück in das zivilisiertere und weitaus weniger lebendige Namibia. In Grootfontain stocken wir unsere Vorräte auf. Sogar ein paar neue Socken für die Kids finden wir. Die von zu Hause mitgebrachten sind nur noch schwarz und nicht mehr sauber zu kriegen. Grootfontain bleibt unser Hassort (s. erste Namibia-Reise zu zweit). Irgendwie haut uns dieser Ort jedes Mal von neuem um – im negativen Sinn. Heute beschäftigen uns vor allem die mausarmen Jungs, die unser Auto bewachen. Es tut immer wieder weh, solch unverschuldete Schicksale zu sehen. In Ohange schlagen wir unser Nachtlager auf einer Guestfarm auf. Der Pool ist toll und das Game, welches auf dem Farmgelände frei herumläuft, ist auch toll. Der Hofhund ist riesig, aber bewacht uns zuverlässig. Und auch die Moskitos und die anderen Insekten machen sich hier unten wieder rarer. Ein perfekter, relaxter und stressfreier Abend mit super Sonnenuntergang erwartet uns.

Namibia, Ohange, Birds

Familie-Tierglück in Okonjima
Die heutige Fahrt dauert nur etwas mehr als zwei Stunden. Wir wollen früh in Okonjima sein, um dieses Juwel so lange wie möglich zu geniessen. In Otjowarango finden wir unterwegs einen Super Spar, der wirklich super ist. Sogar unser lange gesuchtes Oberteil für den Gaskocher können wir endlich ersetzen. Und: die Jungs von der Tanke kennen YB! Das sei doch der Fussball Club, welcher vor kurzem Manu geschlagen hat? Genau! Natürlich kann ich es nicht lassen, ihnen alle Pics und Filme dieses denkwürdigen Abends direkt auf dem Handy zu zeigen. Kurz nach Mittag sind wir in Okonjima. Dies ist einer der wenigen Plätze dieser Reise, wo wir wieder zurück kehren. Bis anhin war alles ausser Halali im Ethosa Neuland. Zum Check-in stürmen wir schon mal den tollen Souvenirladen und kaufen ein paar holzige und andere Erinnerungen. Die tollste Erinnerung gibt es aber danach in Form der Leoparden-Safari. Mit unserem eigenen Guide machen wir uns auf die Suche nach einem dieser Tiere, die hier in der Foundation geschützt, aber trotzdem wild, leben dürfen. Vorher dürfen wir aber erstmals ein junges Oryx und drei junge Giraffen bestaunen. Das Nashorn haben wir schon beim Reinfahren gesehen (gemäss unserem Guide ein ziemlicher lucky punch). Und dann finden wir tatsächlich einen Leoparden. Zwar nicht denjenigen, den wir eigentlich suchen wollten, dafür aber ein Exemplar, welches seit zwei Wochen quasi als vermisst galt; das Halsband mit dem Signal war kaputt. Über eine halbe Stunde können wir Lila, so heisst die Dame, querfeldein folgen. Sie ist am jagen und interessiert sich nicht einen Dreck für uns. Teilweise läuft sie weniger als zwei Meter neben dem Auto her. Unser Guide kennt praktisch keine Grenzen und fährt ohne mit der Wimper zu zucken über jeden noch so stacheligen Busch immer schön neben Lila her. Wir sind beeindruckt: vom Leoparden und von den Fahrkünsten des Guides. Zum krönenden Abschluss gibt es noch den obligaten Sundowner an einem wunderschönen Plätzchen mit Weitblick über das ganze Reservat. Wir sind alle sehr happy: Afrika, wie aus dem Bilderbuch!

Namibia, Okonjima, Leopard

Bagatelle
Ein Highlight jagt das Nächste. Wir verlassen Okonjima und fahren nach Bagatelle. Auch eines unserer Lieblingscamps in Namibia. Doch zuerst müssen wir für eine kurze Reparatur beim Autovermieter vorbei. Da wir sowieso durch Windhoek fahren, ist dies nicht weiter tragisch. Eine Sicherung hat ihren Geist aufgegeben und der Kühlschrank und der Zigaretteanzünder funktionieren nicht mehr. Beides blöd, da es so keine kühlen Getränke und auch keine vollen Akkus mehr gibt. Nach einer halben Stunde ist der Schaden behoben und wir sind on the road again. Der Tourismus zieht übrigens wieder an. Unsere Autovermietung musste alleine in den letzten paar Tagen über 50 Anfragen für Oktober ablehnen. Ein weiteres aktuelles Problem sind die zahlreichen Waldbrände. Immer wieder sehen wir grosse abgefackelte Flächen – auch Mitten in Windhoek. Löschen kann man diese nicht, nur hoffen, dass nicht alles abbrennt. Traurig aber wahr: die allermeisten Brände sind von Menschen verschuldet. Da es in diesem Jahr wieder einmal richtig viel geregnet hat, konnte das Gras bestens wachsen. Dies führt nun unteren andere dazu, dass sich die Brände wenn mal entfacht kaum mehr löschen lassen. In Bagatelle werden wir von einem kleinen Sandsturm erwartet. Die Girls springen trotzdem noch in den Pool. Zum Glück lässt der Wind irgendwann nach, so dass wir den ersten Abend in Bagatelle ohne weitere Einsandung geniessen können.

Namibia, Bagetelle, Dirt Road

Safari auf dem Pferd & Cheetah Fütterung
Zum ersten Mal in diesen Ferien klingelt der Wecker. Um halb sieben kriechen wir aus dem warmen Schlafsack und stürzen uns gleich in die Kleider. Es ist noch sehr frisch um diese Zeit. Eine Stunde später sitzt jeder von uns auf einem Pferd und wir reiten gemütlich in Einerkolonne durch den roten Wüstensand. Die Mädchen sind total happy und strahlen um die Wette. Auch die Eltern haben Freude und geniessen die Landschaft aus der ungewohnten Perspektive. Wir können sogar ziemlich Nahe an zwei Giraffen heran reiten. Statt Sundowner gibts Sunriser: Cola und Chips zum Frühstück. Die Kids strahlen noch mehr. Nach dem Ausritt haben wir genug Zeit, um wieder einmal etwas ausführlicher zu nüschele. Die Kids spielen den ganzen Nachmittag Reitschule und vergnügen sich mit dem roten Sand. Sogar ein richtiges Zmittag liegt heute drin. Es gibt Nudeln mit Pesto, Oliven, Thunfisch und Rüebli. Bis zum nächsten Highlight, der Cheetah-Fütterung, faulenzen wir am Pool weiter. Es ist über 30 Grad im Schatten und die Kids geniessen die Abkühlung sichtlich. Zur goldenen Stunde werden wir (etwas später als versprochen, wir haben die Hoffnung schon fast aufgegeben und schon mal mit dem Apero begonnen) an unserem Platz abgeholt und zur Fütterung der Geparden gefahren. Sechs Cheetahs werden jeden Tag 2x direkt aus der Schlüssel mit rohem Fleisch gefüttert. Das Ganze ist irgendwie gewöhnungsbedürftig nach den vielen wilden Tieren, aber trotzdem eindrücklich. Bei den letzten zwei Exemplaren dürfen wir sogar aussteigen. Während Anina keine Angst kennt, ist Melia voller Respekt und bleibt lieber in der zweiten Reihe. Anscheinend durften diese zwei Exemplare bis vor kurzem sogar noch gestreichelt werden. Wir sind froh, dass dies nun nicht mehr möglich ist. Der Streichelzoo-Effekt wäre irgendwie unverzeihbar. Den Sundowner gibt es heute mit gefühlt allen Gästen der Lodge nach einer extrem rasanten Fahrt über den Sand auf einer Düne. Alle, die irgendeine Aktivität gebucht haben, versammeln sich am gleichen Platz. Ziemlich viel weniger idyllisch als gewöhnliche und fast ein bisschen Ballerman-mässig. Schade, wie wir finden und irgendwie nicht Bagatelle würdig. Zurück auf unserem Plätzchen machen wir sofort Feuer und schmeissen noch etwas auf den Grill. Ein langer Tag mit vielen Erlebnissen geht mit Aussicht auf den wunderbaren Sternenhimmel zu Ende.

Namibia, Bagatelle, Cheeta

Verstecktes Juwel
Der Fahrtag dauert weniger lang als erwartet. Wir kommen rasch vorwärts, da ein grosser Teil der Strasse geteert ist. In Beta machen wir eine richtige Mittagspause ein. Normalerweise essen am Mittag einfach ein Sandwich während des Fahrens. Heute gibt es für einige eine Meat Pie und für andere eine Magnum. Vielleicht war das Sandwich im Auto doch gesünder… Über Odis Lieblingsstrasse, der D707, nähern wir uns dem heutigen Camp. Dieses haben wir quasi last minute gebucht und entsprechend sind wir vorbereitet. Die Anfahrt ist schon mal top. 20 Kilometer fahren wir über eine Sandstrasse immer weiter weg von der D707. Die Empfangshütte ist dann eher mässig und ich ahne böses. Zudem hat Kind 1 (trotz Magnum!) heute einen schlechten Tag erwischt und will partout das Auto nicht verlassen. Aber dann staunen wir nicht schlecht. Wir finden ein echtes Juwel in mitten von roten Felsen mit tollen sanitären Anlagen. Zu unserer Überraschung sind sogar alle vier Plätze belegt. Nur der Pool fehlt, aber das machen die bekletterbaren Felsen mehr als wett. Das ganze nennt sich übrigens Koiimasis.

Namibia, Koiimasis, Mountain

Wieder einmal ist die Gasflasche nicht unser Freund. Sie scheint schon wieder leer zu sein. Weiss der Geier warum. Trotzdem gibt es etwas zu futtern. Die Spaghetti aus der Büchse finden allerdings nicht bei allen Anklang.

Namibia, Koiimasis, Tree

Little Family Hideout
Die Nacht wird windig, sehr windig! Gefühlt die erste Hälfte der Nacht schlafen Odi und ich gar nicht. Der Wind bläst in Sturmböen-Stärke direkt über unser Zelt. Es bläst so fest, dass sogar drei Zeltstangen einfach so vom Dach fliegen. Um diese zu lösen, muss man normalerweise mit ziemlich viel Kraft das betreffende Zeltende in die richtige Richtung biegen. Teilweise hebt es sogar die frei liegende Hälfte des Zeltes inkl. Leiter vom Boden weg. Die Kids merken zum Glück nichts vom Wind und wir schlafen irgendwann zum Glück doch auch noch ein. Da wir auch heute nicht weit fahren müssen, können wir den Morgen ruhig angehen und uns Zeit lassen. Gut gelaunt und wohl genährt, verlassen wir die Farm. Odi gestehen wir ein paar Extra-Kilometer auf seiner geliebten D707 zu, bevor wir nochmals im Beta Camp einkehren. Ein paar Kilometer weiter biegen wir schliesslich wieder von der Strasse ab. Odi hat nach einigen Recherchen hier ein echtes Juwel entdeckt. Ihr Slogan „Only the desert and you“ stimmt zu 100%. Im Little Family Hideout stossen wir auf ein kleines Paradies. Nur drei Plätze werden vermietet und diese sind extrem weit voneinander entfernt. Wir bekommen die Venus. Bevor wir aber unser Lager aufschlagen, fährt uns Odi einmal über den Self Drive 4×4 Track. Auf Rat des Rangers lassen wir sogar Luft aus den Pneus. Und für alle Fällen werden wir sogar mit einem Funkgerät ausgerüstet. Man weiss ja nie… Das Ganze ist dann aber überhaupt nicht schlimm oder anspruchsvoll. Auf jeden Fall fahren wir kurze Zeit später ohne Probleme bei der Venus vor. Die Weitsicht ist gigantisch. Die Farben unglaublich. Ich fühle mich wie in einem pastellfarbenen Malkasten. Nach dem es ein bisschen abgekühlt hat, bringt uns der Ranger das bestellte Sandboard. Trotz einwachsen, sind wir unfähig mit dem Ding länger als zwei Meter die Düne runter zu rutschen. Schlitteln ist irgendwie einfacher… Egal, die Kids haben trotzdem Spass. Vor dem Znacht machen meine drei Reisebegleiter nochmals einen Dünenwalk.

Namibia, Namib Rand, Bug

Sie kommen fix und foxi retour. Ein Not-Sandwich rettet sie vor dem zusammenklappen. Odi und ich bekommen später einen Burger vom Grill. Ich muss es noch einmal erwähnen: das Camp ist schlicht gigantisch. Wir und die Wüste – und das erst noch mit spülbarer Toilette und Dusche.

Namibia, Namib Rand, Dirt Road

41 Grad
Gemütlich packen wir unsere sieben Sachen ein und gemütlich fahren wir die zwei Stunden nach Sesriem zu den weltbekannten Dünen von Soussousvlei. Gefühlt mit jeder Minute steigt die Temperatur. Als wir am Mittag in Sesriem ankommen, sind es fast schon 40 Grad. Wir kaufen den halben Tankshop leer und decken uns mit genug Getränken für den Rest des Tages ein. Einmal mehr sind wir überrascht wie spartanisch das Angebot im Shop – vor allem in dem des NWR – gemessen an der Touristenzahl ist. Nach ein paar Fritten im NWR-Restaurant kühlen wir uns im Pool ab. Es tut richtig gut, bei inzwischen wohl über 40 Grad etwas nass zu werden. Irgendwann haben sich dann zu viele Touristen am Pool versammelt und wir verziehen uns zu unserem Platz. Wir sind dieses Jahr in der ersten Reihe auf dem neuen Camping stationiert; inkl. private sanitäre Einrichtungen. Eine echt gute Alternative zum in die Jahre gekommenen NWR-Camp. Einziger negativer Punkt: bezüglich Pool wird man den NWR-Camping nicht los. Während Papa noch auf eine Düne will, bleiben wir Mädels lieber im Schatten, duschen schon mal und machen Feuer. Papa kommt ziemlich ausgepumt zurück vom Dünenwalk. Die immer noch sehr heissen Temperaturen wurden wohl etwas unterschätzt… Ich bin auf jeden Fall froh, dass ich und die Kids gar nicht erst mitgegangen sind. Bevor wir heute etwas zeitiger als gewohnt ins Bett gehen, muss alles ins Auto verstaut werden. Morgen ist früh in aller früh Tagwach und es gilt alles soweit als möglich für eine zackige Abfahrt vorzubereiten.

Namibia, Sesriem, Dune

Überall Sand & Blutkoppe
Um 5.20 scheucht uns der Wecker aus dem Schlafsack. Wer die volle Pracht von Soussousvlei sehen will, muss früh raus. Zudem sind die aktuellen Temperaturen nur in den Morgenstunden ertragbar. Die Kinder werden im Schlafsack ins Auto befördert. Das Pyjama werden sie auf der einstündigen Fahrt los. Die letzten vier Kilometer am Ende der Teerstrasse haben es dieses Jahr irgendwie besonders in sich. Der ist Sand irgendwie tiefer als in unserer Erinnerung. Mit etwas Konzentration und Können von Odi schaffen wir es aber ohne Probleme bis ganz nach hinten. Die kühlen Temperaturen machen den Walk ins Dead Vlei angenehm. Wir sind rasch bei diesem Naturspektakel und gönnen uns zur Belohnung ein Sandwich zum Frühstück. Danach versuchen wir uns im Dünen besteigen. Obwohl unsere Seite der Düne immer noch im Schatten ist, wird der Anstieg sehr streng. Melia und ich geben nach der Hälfte forfait. Anina und Odi schaffen es bis ganz noch oben. Je weiter nach oben man es schafft, desto länger darf zur Belohnung durch den Sand nach unten gesprungen werden. Und oh Wunder, die Schuhe werden im Nu viel zu klein. Überall steckt der Sand. Um neun Uhr zeigt das Thermometer schon wieder 30 Grad.

Namibia, Sesriem, Deadveli Tree

Wir lassen die Dünen in der Hitze zurück und gönnen uns nochmals eine spontane Dusche auf unserem Camping. Heute nächtigen wir nämlich in Blutkoppe – einem von Odis Lieblingscamps – wo es keinerlei sanitäre Anlagen hat. Auf dem Weg zur Blutkoppe legen wir den obligaten Stopp in der Bäckerei von Sesriem ein. Mit Apfelstrudel und Co. wäre das Zmittag heute damit auch gleich unkompliziert und bequem erledigt. Die Fahrt weiter über die Schotterstrassen zieht sich in die Länge und wir brauchen mehr Zeit als erwartet. Das ist nicht weiter tragisch, da es draussen sowieso noch viel zu heiss wäre und wir so noch ein bisschen länger im kühlen Auto sitzen dürfen. Unter Papas Fittichen finden wir bei der Blutkoppe einen schönen Platz in the middle of nowhere without no one. Odi ist im Element und erfreut sich sehr ab dem schönen Plätzchen. Der Ort ist wirklich schön, aber die Damen haben doch auch gerne etwas mehr Zivilisation. Zudem macht sich seit einigen Tagen bei den Kindern immer wieder etwas Heimweh bemerkbar. Sie freuen sich auf zu Hause. Da kann selbst ein schöner Platz in absoluter Freiheit manchmal eher zur Nebensache werden. Noch eine Anekdote: Nini muss mit der Schaufel ausrücken…

Namibia, Blutkoppe

Stinkende Seehunde & Spitzkoppe
Auch heute wird eine Koppe unser Nachtlager werden. Die Spitzkoppe ist zwar nur sehr wenig mehr luxuriöser als die Blutkoppe, aber mir gefällt es hier massiv besser; auch landschaftlich. Man wird empfangen, man könnte duschen, es gibt einige mehr Plumpskloos, man hat allenfalls in guter Distanz einen Nachbarn und das ganze ist auch noch umzäunt. Bevor wir aber beim Matterhorn Afrikas landen – so heisst die eine der zwei Koppen – stocken wir in Swakopmund ein letztes Mal unserer Vorräte auf. Wir brauchen nicht mehr vieles für die letzten zwei Nächte und so ist der Einkauf rasch erledigt. Bevor wir wieder ins funklose Hinterland abtauchen, versuchen wir uns nochmals schlau betreffend Aus- resp. Einreiseregeln zu machen. Wir sind etwas verunsichert, da wir in Soussousvlei ein anderes Schweizer Paar getroffen haben, das für den Rückflug einen PCR-Test braucht; trotz Impfung. Wir vermuten, dass dies an der Airline und um Transitland Äthiopien liegen muss. Im Internet finden wir jedenfalls keine uns betreffenden News. Zudem hat Sven von namibiafavourites.de (top Empfehlung für ein sorgenfreies Reisen in Namibia) uns auch bereits wie abgemacht eine Mail geschrieben, die uns dies nochmals bestätigt. Heute bleibt uns noch genug Zeit für einen Abstecher zu den Seehunden etwas weiter im Norden. Um die 1’000 Tiere sollen hier in einer Kolonie zusammenleben. Beim letzten Besuch waren die Kids begeistert von den Tieren. Dieses Mal hält sich die Begeisterung sehr in Grenzen. Die Tiere stinken bis zum Himmel (Hauptproblem von Anina), es liegen viele tote schon halb vergammelte Babies herum (Problem von beiden) und das unentwegte laute und unkontrollierte Blöcken bringt vor allem Melia fast aus der Fassung.

Namibia, Cape Cross, Seal

Nach weniger als fünf Minuten sitzen die Beiden wieder im sicheren Auto. Okay, diesen Umweg hätten wir uns sparen können. Gegen vier Uhr treffen wir an der Spitzkoppe ein. Die Auswahl des Platzes braucht seine Zeit. Alle sind derart schön (und aktuell noch fast alle frei), dass wir uns kaum entscheiden können. Wer die Qual hat, hat die Wahl. Bis zum Znacht vertreiben sich die Kinder die Zeit mit spielen, ich mit lesen und Odi mit fotografieren. Da wir keine Lust haben mit dem Auto zur Dusche zu fahren, belassen wir es bei der Katzendusche. Nach drei Wochen Freiheit und Abenteuer sehen wir sowieso aus wie Sau und erst die Dusche zu Hause wird uns wohl wieder zu vollends sauberen Mitmenschen machen. Schön ist, dass auch Anina den „Dreck“ und „Staub“ inzwischen sehr locker nimmt. Hoffentlich kann sie ein bisschen von dieser Lockerheit auch zu Hause beibehalten. Melia ist es eh egal. Sie ist ein richtiges Naturmädchen und stört sich (bis jetzt) diesbezüglich überhaupt an gar nix. Intuitiv haben eine top Sonnenuntergang-Platz gewählt. Die Sonne verabschiedet sich genau zwischen den beiden Koppen. Besser geht es kaum mehr.

Namibia, Spitzkoppe, Sunset

Zurück in den Region Windhoek
Wir haben keinen Stress. Das einzige was es heute zu erledigen gibt, ist die Fahrt auf einen letzten Camping in der Nähe von Windhoek. Wir sind früh da und beginnen sogleich mit einer ersten Runde aufräumen. Alles können wir heute noch nicht erledigen, da wir für die letzte Nacht noch das eine oder andere brauchen. Aber dies und das landet wird schon mal in einer Tasche verstaut. Zum Glück hat es nochmals einen Pool. Damit haben wir nicht gerechnet und ein letztes Mal geniessen wir die Hitze. Der Camping ist wild, aber schön und das Gras ist hoch. Es hat auch allerhand Tiere. Wir können sogar zwei Giraffen vom Stellplatz aus erspähen. Als mir der Besitzer glücklicherweise auch noch bestätigt, dass die Buschfeuer rund um Windhoek unter Kontrolle sind, bin auch ich relaxt und freue mich auf den letzten Abend in der freien Natur.

Back home
Die Kids schlafen schlecht und ich wechsle irgendwann in der Nacht das Zelt. Ein letztes Mal kraxeln wir gegen acht Uhr aus den Schlafsäcken und aus dem Dachzelt. Nach dem Frühstück räumen wir unsere sieben Sache aus dem Auto und packen alles in die Reisetaschen. Obwohl wir einige Souvenirs gekauft haben, können wir alles ohne grosses Gestungge verstauen. Ein letztes Mal stellen wir uns unter die Dusche. Für das Warmwasser hat heute mal Odi gesorgt – der Donkey ist angefeuert. Danach fahren wir die letzten paar Kilometer nach Windhoek. Weil der Flug erst am Abend los fliegt, haben wir noch genug Zeit um ein bisschen zu shoppen. Wir fahren zur Groove Mall und lassen uns durch die vielen Läden treiben. Das einzige was wir kaufen, sind neue Schuhe für die Kids. Zum Zmittag gönnen wir uns auf einer Terrasse eine herrliche Pizza resp. eine feine Lasagne. Wir fühlen uns fast ein bisschen wie im Schlaraffenland und verputzen bis auf den letzten Krümmel alles. Danach ist es irgendwann an der Zeit langsam aber sicher zum Autovermieter zu fahren. Die Autorückgabe ist mega unkompliziert und zehn Minuten später sitzen wir auch schon im Taxi, welches uns an den Flughafen bringt. Dank einem frechen Gepäckboy, welcher uns über die Business-Check-in-Schlange direkt zum Schalter bringt, sind wir das Gepäck bald los. Bevor wir jedoch einchecken dürfen, wird zuerst noch unsere Temperatur gemessen und zwei Personen kontrollieren unabhängig voneinander, ob wir tatsächlich die richtigen Eltern zu den richtigen Kids sind. Damit wäre dieser Zettel doch auch noch zum Einsatz gekommen. Mit einem wunderschönen letzten Sonnenuntergang verabschiedet sich Namibia während wir zu Fuss zum Flugzeug laufen von uns. Unnötig zu sagen, dass bei mir heimlich ein paar Tränen runter kullern. Im Flugzeug sitzend wir es dann noch etwas ungemütlich. Wegen einer Falschbeladung können wir noch nicht los und da die Türen noch nicht geschlossen werden können, läuft die Klimaanlage nicht. Es ist unglaublich heiss und erst nach einer Stunde werden wir mit endlich erlöst. Irgendwann müssen wir die Kinder zur Nachtruhe ermuntern. Wenn es nach ihnen ginge, würden sie wohl die ganzen zehn Stunden in das kleine Kästchen vor ihnen starren. Aber da wir sie in Frankfurt nicht zum Flugzeug hinaus tragen wollen, sind wir froh, dass sie irgendwann dann doch noch ein paar Stunden schlafen. Ohne irgendwelche Probleme geht unsere Reise in Zürich zu Ende. Sehr dankbar für die letzten drei Wochen fahren wir mit dem Zug zurück nach Bern und wünschen uns ganz fest, dass wir die afrikanische Sonne noch lange in unseren Herzen tragen dürfen.

Epilog
Einige von euch Wissen, dass wir eigentlich letztes Jahr zwei Monate durchs südliche Afrika reisen wollten. Doch ein fieser Virus machte uns einen Strich durch die Rechnung und wir mussten die Reise um ein Jahr verschieben. Doch auch dieses Jahr ist der fiese Virus immer noch da und wir haben uns im Frühsommer entschieden auch dieses Jahr schweren Herzens auf die Reise zu verzichten. Hauptgründe waren die allgemeine Unsicherheit, die ständig wechselnden Entwicklungen und die Testerei, die uns bei jedem Grenzübertritt – und davon hätten wir einige gehabt – erwartet hätte. Wir wollten den Kids (und auch uns) schlicht nicht so viele afrikanische Stäbli in der Nase zumuten. Insgeheim hofften wir weiter und liebäugelten den ganzen Sommer mit einer verkürzten Reise während den normalen Schulferien in Namibia. Lange sah es sehr schlecht aus. Die Zahlen in Namibia waren hoch und die Not gross. Vor allem ich verfolgte die Lage akribisch und versuchte mir so Tag für Tag ein einigermassen realistisches Bild zu machen. Irgendwann war August und die Welle flachte tatsächlich ab. Wir fingen an uns ernsthaft Gedanken über die Route zu machen, schauten die Flüge an und klärten Dies und Das mit dem extrem kompetenten und hilfreichen Reisebüro namibiafavourites.de, wo wir schliesslich auch das Auto buchten, ab. Rund drei Wochen vor dem Abflug schlugen wir schliesslich zu und buchten. Was für ein tolles Gefühl! Bis zum Abflug gab es noch einiges zu tun und wir waren ziemlich beschäftigt – und genossen es irgendwie. Je näher der Abflugtag kam desto mehr stieg die Nervosität. In der Schule gab es immer mehr Corona-Fälle und jeden Mittag mussten die Kids rapportieren, ob alle in der Klasse gesund waren oder ob Gefahr auf eine allfällige Quarantäne oder gar Ansteckung bestand. Anina ging in dieser Zeit sogar freiwillig mit der Maske zur Schule. Auch reduzierten wir unsere sozialen Kontakte oder verlegten diese an die frische Luft. Am Dienstag vor dem Abflug war schliesslich grosser Testtag. Auch mit Impfung mussten wir alle vier bei der Einreise einen negativen PCR-Test vorweisen können. Wir spuckten in das Röhrli und bekamen 24h die gute Nachricht. Wir hatten es quasi geschafft. Schliesslich wurde es Donnerstag und ich muss zugeben, dass ich an diesem Morgen des Abflugtages am liebsten ins Tessin gereist wäre. Ich war unglaublich nervös und hoffte einfach nur, dass wir alle notwendigen Dokumente dabei hatten und wir bald in Windhoek landen würden. Wie man hier nachlesen kann, ging alles ohne Problem über die Bühne und bald waren wir tatsächlich on the road again im einmaligen Namibia. Zu unserem erstaunen brauchten wir eine Weile, um wieder richtig in den Reise-Groove zu kommen. Vor Ort war Corona kaum ein Thema. Wir hatten nicht eine Sekunde Sorge, dass wir uns irgendwo anstecken könnten. Einzig beim Einkaufen trafen wir auf andere Menschen. Ansonsten waren wir ja immer draussen und erst meist noch mutterseelenallein. Und so beschäftigte uns dann auch nicht Corona, sondern unerwarteterweise ganz andere Themen: plötzliches heftiges Bauchweh, halbrohe Burger, Mückenstiche, Skorpione, Blutvergiftungen, nächtlicher Besuch eines Elefanten, Buschfeuer, Verkehr, …. Wir dachten intensiv darüber nach, warum das so war. Diese „Sorgen“ waren neu und ungewohnt für uns. Unbestritten werden auch wir älter und obwohl wir mit den Kids ja schon weit gereist sind, gilt ihnen halt stets eine spezielle Sorge. Aber was den Unterschied zu bisherigen Reisen wirklich ausmachte, war die fehlende Sorglosigkeit. Diese war nicht mehr selbst verständlicherweise einfach so da. Früher waren wir gereist und es kam eh immer gut. Durch die Pandemie haben wir aber gelernt, dass es manchmal sehr schnell nicht so gut kommen kann. Ein bisschen erschreckend war für mich auch das Gefühl, dass ich mich als es dann soweit war freute wieder nach Hause zu gehen. Ich habe mich noch NIE gefreut, wenn die Ferien fertig waren. Doch auch hier konnte ich nach längerem Gedanken tischele einen Grund finden: ich war einfach nur unendlich dankbar, dass wir nach einer so tollen Zeit wieder alle gesund und munter am Flughafen standen. Die Pandemie hat uns wohl mehr geprägt als wir uns gedacht haben. Mit dieser Reise haben wir den ersten Schritt zum Reisen nach der Pandemie gemacht. Und darüber sind wir einfach nur glücklich.

Namibia & Kapstadt

Namibia, here we come again!
Lange haben wir uns auf diesen Moment gefreut. Nun sind wir der Meinung, dass die Kids genug gross sind für dieses Abenteuer: Afrika wir kommen (wieder)! Mit der Swiss fliegen wir mit einem zeitlich für die Kids super abfliegenden Flug direkt nach Jo’burg. Der Plan geht auf; die Beiden verschlafen 7 der gut 10 Flugstunden. Auch ich kann recht gut schlafen, nur Odi schlägt sich die Nacht um die Ohren. In Jo’burg haben wir drei Stunden Aufenthalt. Die Zeit geht erstaunlich rasch und stressfrei vorbei und schon bald sitzen wir im nächsten Flugi, welches uns an unsere Enddestination Windhoek bringt. Wie schon beim letzten Mal ist die Schlange vor der Immigration lang und es dauert… die Arbeitsgeschwindigkeit ist einfach der Hammer – welcome to Africa! Wir sind dankbar, dass die Kids nach der langen Reise ohne Probleme einfach so mit anstehen. Es gibt ein paar andere Beispiel in der Halle, die auch anders können. Irgendwann sind wir dann an der Reihe und werden ins Land gelassen. Nach der Kofferausgabe wartet auch schon ein Herr der Autovermietung auf uns. Leider sind auch noch andere Gäste im Anmarsch, so dass wir uns erneut ein wenig gedulden müssen. Fast 24 Stunden nach dem Start in Bern sitzen wir schliesslich in der Lodge und lassen es uns gut gehen. Das Zimmer ist gross und sauber, die Kids haben massenweise Auslauf, das Essen ist gut und das Bier kalt – nur der Pool dürfte ein bisschen wärmer sein. Für etwas mehr als die Beine ins Wasser zu halten reicht es heute nicht. Um sieben Uhr sind wir alle derart groggy, dass wir nur noch ins Bett wollen. Die Kids schlafen nach 10 Sekunden ein und wir kurze Zeit später auch.

Bagatelle Camp
Nach zwölf Stunden Schlaf sind wir alle wie neu geboren – notabene ohne Jetlag, yess! Wir gönnen uns ein ausgiebiges Frühstück und laufen dann zur Autovermietung, welche nur gerade wenige Meter neben dem Hotel liegt. Wir sind sofort an der Reihe und nach dem Papierkram wird uns das Auto gezeigt. Der freundliche Inhaber macht uns einfach auf alles aufmerksam, was wir wissen müssen. Zurück in der Lodge können wir unsere sieben Sachen direkt an den richtigen Platz verstauen. Das ist äusserst praktisch und effizient. Wir sind froh, dass wir uns beim Gepäck sehr eingeschränkt haben, denn Platz gibt es wie erwartet nicht übermässig. Nächster Programmpunkt ist das Einkaufen von Futter, Getränken und anderen Notwendigkeiten. Leider haben wir bei unserer Planung nicht beachtet, dass heute Karfreitag ist… Tatsächlich hat der erste Spar, den wir anvisieren, zu. Zum Glück haben sie in der Autovermietung noch einen anderen Namen erwähnt, so dass wir mit dem Navi doch noch einen offenen Laden finden. Eingedeckt mit allem was das Selbstversorger-Camper-Herz erfreut, geht es schliesslich definitiv los in Richtung Süden. Die drei Stunden Fahrt zu unserem ersten Camp können wir gleich in einem Schuss durchfahren. Und es lohnt sich, dass wir zeitig hier sind. Die Lodge mit einigen Bungalows und ein paar wenigen Campingplätzen ist einfach der Hammer. Afrika aus dem Katalog… traumhaft. Die Kids finden vor allem Freude am Pool, welchen wir heute richtig nutzen können. Wir Eltern erfreuen uns ab dem tollen Stellplatz mitten in der Natur. Beim Znacht bekommen wir Besuch von ein paar Sträussen und Springböcken. Die Kids bleiben relativ unbeeindruckt. Stattdessen beschäftigen sie sich den ganzen Abend mit einer Ameisenkolonie, die im Sandkesseli von A nach B umgesiedelt wird. Ungefähr so, nein genau so, haben wir uns das vorgestellt – wunderbar!

Namibia, Bagatelle, Meerkat

Köcherbäume en masse
Die Nacht verläuft erstaunlich ruhig. Unser Plan ist ja, dass wir die Kids alleine in einem Zelt schlafen lassen und wir im anderen Zelt nächtigen. Melia gibt die ganze Nacht keinen Ton von sich. Nini meldet sich zwei Mal. Das erste Mal ist Durst das Problem. Beim zweiten Mal will man grad nicht mehr so schlafen können, so dass ich in der frühen Morgenstunde das Zelt wechsle und bei den Mädels noch ein bisschen weiter schlafe. Wir sind überzeugter denn je, dass unser Plan aufgeht, sobald sich alle an die neue Schlafsituation gewöhnt haben. Am Morgen lassen wir es ruhig angehen. Wir geniessen Kaffee und Toast in der Morgensonne und packen gemütlich unsere Sachen zusammen. Dann heisst es auch schon wieder Abschied nehmen von diesem wunderbaren Ort. Im nächsten Kaff kaufen wir nach, was wir gestern vergessen haben. Zudem konnten wir bis anhin noch keinen Alkohol kaufen – da kein Verkauf am Sonntag –, so dass wir uns auch im Liquor Shop grosszügig eindecken. Bei unserem nächsten Ziel gibt es die berühmten Köcherbäume zu bestaunen. Zu Hause haben wir uns lange überlegt, auf welchem Camping wir hier nächtigen sollen und haben uns für den weiter drinnen im Land entschieden. Als die Köcherbäume immer mehr abnehmen und es immer noch gut 10 km bis zum Campingplatz sind, entscheiden wir uns kurzerhand für einen Turnaround und fahren zurück zum Camping zweiter Wahl. Das Areal ist nicht gerade einladend, aber wir werden mit ein paar anderen Highlights überrascht. Es hat einen Pool – juppie, schreien zwei von vier -, der Camping ist direkt beim Köcherbaumwald – yesss, finden zwei andere der vier – und als ganz spezielles Highlight dürfen wir zwei Meter neben zwei Cheetahs stehen und diesen beim Fressen zuschauen! Normalerweise sind kleine Kinder wie unsere nicht erlaubt bei solchen Führungen. Aber hier scheint das irgendwie kein Problem zu sein. Wir werden angewiesen die Beiden auf die Schulter zu nehmen und schon sind wir dabei. Beeindruckend! Der Typ hat übrigens nicht einmal einen Stock dabei und wir sind uns einig, dass dieser Spass wohl nicht ganz risikofrei ist. Egal, wir habens überlebt :-). Kleine Randbemerkung; die beiden heissen Saddam und Ghadafi.

Namibia, Keetmanshoop, Cheeta

Zurück beim Stellplatz gibt es eine Klettertour durch den Köcherbaumwald. Klettertour, da es überall grosse Steinbrocken hat, auf denen man wunderbar von einem Baum zum nächsten klettern kann. Die Mädels sind im Element und sind kaum mehr von diesem natürlichen Spielplatz weg zu bringen. Die Szenerie beeindruckt sehr und das Licht ist perfekt. Wir haben wieder einmal einen wunderbaren Ort irgendwo auf dieser Welt gefunden, den wir wohl nie mehr vergessen werden. Wildtier-mässig werden wir heute mit x Dassies verwöhnt, die auf dem Camping herum springen. Vor allem Melia kennt keine Scheu und hat bis jetzt eher Angst vor den Fliegen als vor den wilden Tieren :-).

Namibia, Keetmanshoop, Stones

Fish River Canyon
Die Nacht wird windig. So windig, dass es uns alles lose am Zelt laut um die Ohren schlägt (wir können nicht alles befestigen, weil wir zwei Dachzelte haben und die Dinger in der Mitte relativ nahe beeinander stehen). Die Geräusche sind nicht gerade angenehm, so dass wir gut verstehen, dass die Kids nicht alleine schlafen wollen. Zum Glück sind die Dinger breit genug, so dass man auch zu dritt nebeneinander bestens schlafen kann – so gut es der Wind erlaubt halt… Am Morgen steht nochmals einen Klettertour auf dem Programm. Nur ein paar Kilometer weiter hat es wieder ganz viele wunderbare Steine. Dieses Mal ohne Bäume dafür noch höher aufeinander gestapelt und so noch interessanter für ausgedehnte Klettereien. Dank dem Morgensport besteht bis zu unserem Ziel kein Bedarf für einen Stopp. Über eine Senic Route im Hinterland, die es zum Teil richtig in sich hat – inkl. zwei Flussdurchquerungen – fahren wir zum Fish River Canyon. Hier geniessen wir erstmals die 36 Grad und kühlen uns im Pool ab. Am späteren Nami werfen wir dann noch einen Blick auf den Canyon. Natürlich ist dieser nicht vergleichbar mit dem Grand Canyon, aber doch auch ganz ok. Da es nur einen Lookout und eine kurze Strasse entlang der Kante hat, sind wir rasch wieder retour auf dem Camping. Beim Znacht fängt es an zu winden und ein paar schwarze Wolken ziehen an uns vorbei. Vorsichtshalber packen wir schon mal alles ins Auto was so herumsteht und wechseln nach einigen Diskussionen sogar noch den Stellplatz. Der Baum über dem Zelt ist uns nicht ganz geheuer. Und da so ein Ast auf dem Zelt kein Spass macht, entscheiden wir uns auf Nummer sicher zu gehen. Der Regen zieht zum Glück an uns vorbei und wir schlafen wunderbar alle die ganze Nacht am vorgesehenen Platz.

Klein Aus Vista
Für die Route von heute gibt es zwei Wege. Gestern Abend haben wir eigentlich besprochen, dass wir die kürzere und langweiligere Route nehmen. Dies da unser Navi sich nicht ganz sicher ist, ob man effektiv der Grenze entlang fahren kann und es auch nicht weiss, wie lange die Fahrt denn effektiv dauert. In der Morgensonne werfen wir aufgrund des besseren Licht nochmals einen Blick auf den Canyon. Hier entdecken wir eine Karte und somit die Bestätigung, dass es unten durch einen Weg gibt. Spontan entscheiden wir uns um und fahren den weiteren, aber dafür schöneren Weg. Über Gravel Roads geht es hinunter ganz an die Grenze. Hier können wir dem Grenzfluss entlang fahren und Einheimische beim Fischen beobachten. Das Problem des Navis lösen wir ohne Probleme: der Fluss, der auf dem Navi als unpassierbar eingezeichnet war, führt kein Wasser. Zum Zmittag suchen wir wieder mal einen Picnic-Platz am Schatten. Fehlanzeige… weit und breit ist nichts zu finden. Irgendwann landen wir dann an einem sonnigen Platz in der Nähe des Flusses und führen uns etwas essbares zu. Nach rund fünf Stunden Fahrt erreichen wir schliesslich wieder eine geteerte Strasse, die uns direkt und rasch nach Aus bringt – inkl. freie Picnic-Plätze mit Schatten alle paar Kilometer… Die Lodge mit diversen Zimmern, Bungalows, in den Fels gehauenen Häusern und Campingplatz, auf dem wir für heute einen Platz reserviert haben, gefällt uns wieder sehr gut. Obwohl es nicht mehr sehr warm ist, springen einige von uns in den Pool und sind somit gleich auch schon gewaschen. Sehr praktisch, diese afrikanischen Duschen! Bevor es aber soweit ist, muss Mechaniker Odermatt noch zur Tat schreiten: der Kofferraum lässt sich nur noch halb öffen! Nicht gerade praktisch… Als alles abegeschraubt ist, findet sich eine Lösung, wie wir wieder einfach Zugag zu allem bekommen. Zum Glück haben wir einen handwerklich begabten Papa dabei! Zum Znacht gibts BBQ und Reis mit Kürbis. Wir sind wie fast immer irgendwie ein bisschen spät dran und die Kids fallen gleich nach dem Znacht ins Zelt. Wir Eltern geniessen noch ein alkholisches Getränk oder zwei in der super dunklen afrikanischen Steppe. Der Vollmond der letzten Nächte ist hinter den Wolken verschunden und wir fühlen uns wie in einer Kuh… :-)!

Wild horeses und D707
Unser erstes Ziel ist es heute die wilden Pferde der Region zu finden. Diese Tiere haben sich perfekt an die harsche Umwelt angepasst und unterscheiden sich so markant vom normalen Hauspferd. Wir haben Glück, bereits wenige Meter hinter dem Zaun der letzten Farm treffen wir auf eine Herde. Weiter gehts zum Shopping. In Aus stocken wir in einem primitiven Supermarkt, dessen Inhalt unsere Mädels zum Staunen bringt, unsere Vorräte auf. Dann geht es weiter über eine der wohl schönsten Strassen von Namibia, die D707. Leider lässt der graue Himmel nur erahnen wie schön es hier effektiv sein könnte. Dummerweise fängt es sogar noch an zu regnen und zu unserem Pech fahren wir eher zum grau-schwarzen Himmel hin als vor ihm weg. Beim Dwuisib Castle haben wir für heute Nacht eigentlich eine Reservation. Der Camping-Platz ist schön und mitten in einem stark bewachsenen kleinen Tal. Da aber alles pflotschnass und uns in Kombination mit der üppigen Vegetation nicht als so geeignet erscheint (Mücken und anderes Getier lässt grüssen), schauen wir uns kurz die Zimmer/Häuschen an, die es auch im Angebot hat. Diese sind aber auch eher mässig resp. sau teuer und so entscheiden wir uns rund 20 Kilometer retour zu einem anderen Platz zu fahren. Hier haben wir gesehen, dass jeder Stellplatz ein überdachtes Häuschen als Sitzplatz hat, was uns in Anbetracht der unstabilen Wetterlage als praktisch erscheint. Der Platz ist sicher nicht der naturnahste, aber dafür haben wir Weitblick, einen Unterstand und wir treffen auf eine Deutsche Familie, mit einem Sohn in Ninis Alter (und einem Baby…). Der Spielkamerad ist somit für heute Abend gefunden und Dank des grosszügigen und übersichtlichen Areals können die drei sogar ganz alleine den Platz unsicher machen. Bezüglich Wetter haben wir einmal mehr Glück, das Gewitter zieht links und rechts an uns vorbei.

Death Vlei
Unser nächstes Ziel sind die berühmten Dünen von Soussusvlei. Bis dahin ist es nicht weit und so sind wir schon kurz vor dem Mittag am Ziel. Das passt für einmal perfekt mit dem Zmittag zusammen, so dass wir uns im NWR-Restaurant Pommes und Toast gefüllt mit diversen Sachen gönnen. Auf dem Camping bleibt dann auch genug Zeit zum Chillen und Baden. Erst um drei Uhr fahren wir die 65 Kilometer zu den Dünen in den National Park. Obwohl es noch immer 33 Grad warm ist, machen wir uns gut eingeschmiert, mit Hut, Sonnenbrille und Wasser bewaffnet auf zum Death Vlei. Da der Fussmarsch durch den Sand mit den Kids ewig dauern würde, dürfen die Beiden von Anfang an auf die Schulter. Puh… Papa kommt dann noch mehr ins Schwitzen als er hinten im Tal angekommen noch rasch auf die grösste Düne im Tal steigt. Ein Schritt vor, vier zurück… Nach der Fotosession laufen wir langsam wieder zurück zum Auto. Die Mädels schaffen den halben Weg zu Fuss und erst als die Köpfe doch sehr rot werden, dürfen sie wieder auf die Lastesel steigen. Auf dem Rückweg mit dem Auto legt Odi noch eine Menge Fotostopps ein.

Namibia, Sesriem, Dunes

Ich dagegen bin sehr darauf bedacht, dass wir die Zeit im Griff behalten und das Gate zur richtigen Zeitpunkt – sprich bevor es zu geht – passieren. Das schaffen wir dann zum Glück relativ locker. Zurück im Camp geht es mehr oder weniger direkt ins Bett. Znacht gabs bereits on the fly im Auto und die Mädels eh sind todmüde. Als sie dann aber im Bett liegen, braucht es doch noch einige Zeit länger als gedacht bis sie schliesslich einschlafen. Übrigens sind wir hier überhaupt keine Seltenheit: Familien, die mit ihren (kleinen) Kindern durch Namibia reisen, gibt es viele.

Namibia, Sesriem, Tree

Rooiklip und Sternen überall
Bevor es heute los geht, gibt es wieder einmal eine Säuberung der Jungmannschaft mit Seife. Als alle Ohren gewaschen sind, geht es los nach Sesriem. Hier gibt es den obligaten Halt bei der Bäckerei. Wir kaufen Brot und alle bekommen alle eine süsse Leckerei zum Zmittag. Dann kommt Odis Strasse! Statt direkt zum nächsten Ziel zu fahren, machen wir einen “kleinen” Umweg. Die Strasse ist landschaftlich sehr schön und abwechslungsreich. Wir fahren über zwei Pässe mit spektakulärer Strasse und toller Aussicht, bestaunen das überraschend grüne Hinterland und treffen auch immer wieder auf Tiere (Zebras, Pumbas, Affen). Leider dauert das ganze vor allem aber mir irgendwie etwas zu lange. Die Kids ertragen die Fahrt zum Glück wie immer mit erstaunlicher Ruhe. Die letzten 20 Kilometer sind dann eine Stichstrecke zur Farm, wo wir heute nächtigen. Zum Glück haben wir einen 4×4, denn es geht über Stock und Stein und wir kommen nur langsam vorwärts. Dann sind wir da, auf der Rooiklip Gästefarm und es ist der Hammer! Weit und breit ist einfach nichts. Die drei Stellplätze sind wunderschön leicht erhoben halb unter einem Felsen angelegt. Die Dusche ist open air und ebenfalls in den Fels integriert. Die Weitsicht ist grandios. Da es sogar einen Pool hat, gibt es zuerst die obligate Schwimmrunde bevor wir dann den wunderbaren Campingplatz in vollen Zügen geniessen. Richtig fantastisch wird es dann mit der Dunkelheit. So viele Sterne haben wir noch nie irgendwo gesehen. Das sind genau die Momente, für die man (auch) nach Afrika fährt. Einfach nur wunderschön und bei uns zu Hause definitiv nicht zu finden! Anmerkung der Redaktionn: mein Lieblings-Campingplatz!

Namibia, Rooiklippe, Zebra

Blutkoppie
Die Fahrt heute ist für unsere Verhältnisse sehr kurz. Über eine super staubige Strasse – Dank der zahlreichen Autos fahren wir quasi die ganze Zeit im Staubnebel – geht es zum Namib-Naukluft National Park. Hier können wir endlich wieder mit freier Sicht fahren. Nach einem Picnic in Gesellschaft von Erdmännchen und kleinen Vögelchen fahren wir noch die letzten paar Kilometer zum National Park-Camping Blutkoppie.

Namibia, Blutkuppe, Campground

Die Vorderseite des riesigen Felsen ist voll in der Sonne und so versuchen wir unser Glück auf der anderen Seite. Hier finden wir den gewünschten Stellplatz mit Baum; perfekt für unser heutiges Nachtlager. Hier hat es genau nichts. Wir sind weit und breit die einzigen, geniessen die Natur und das chillen im Campingstuhl. Die Kids lassen beide ein paar Leggins durch. Der Felsenrutschbahn sind die Kleider nicht gewachsen. Nach dem Znacht verwandelt sich die Koppie in einen roten Felsen; daher wohl auch der Name. Natur pur, Camping pur, Afrika pur! Anmerkung der Redaktion: Odis Lieblings-Campingplatz!

Namibia, Blutkuppe, Track

Kurzvisite in der Zivilisation
Via Moonlandscape fahren wir nach Swakopmund und checken auf dem Camping, welcher am weitesten im Inland liegt, ein. Damit ist man gut beraten, denn in Swakopmund ist es immer ziemlich windig und kühl – so auch heute. Während die Kids den Spielplatz unsicher machen, surfen Mama und Papa wieder mal im Internet. Danach ist wieder einmal waschen angesagt. Obwohl es hier auf Empfehlug des Hauses mehrere Wäschereien im Kaff gäbe, ist der Waschmeister Odermatt nicht davon zu überzeugen; er wäscht lieber selber… und Dank unserem tollen Waschsack, eine neue Errungeschaft für diese Reise, ist dies auch relativ rasch und relativ sauber erledigt. Danach kaufen wir den halben Superspar leer. Wir haben quasi alle unsere Vorräte aufgebraucht und werden zudem in naher Zukunft nicht mehr wieder an so einem vollen Einkaufsladen vorbei kommen. Nach der versprochenen Gelati für die Jungmannschaft machen wir uns auf die Suche nach den berühmten Flamingos der Walvis Bay. Das letzte Mal haben wir die Tierchen verzweifelt vergebens versucht. Heute wollen wir sie sehen! Tatsächlich erspähen wir bald ein paar der Vögel direkt am Strand. Der Fotograf wird schon leicht nervös. Leider passiert just in dem Moment als wir das Auto verlassen wollen das Unmögliche: ein Junge springt direkt auf die Kolonie zu, diese erhebt sich und fliegt davon. Papa kann nicht mehr anders und spricht in seiner Enttäuschung laut das A-Wort – sehr zum Entsetzen der grossen Tochter! Wir finden dann trotzdem noch ein paar Exemplare, nur weiter weg und weniger vollzählig. Da wir schon ein bisschen spät dran sind, lassen wir die Dünen links liegen und fahren zurück zum Camp. Hier müssen alle gekauften Sachen irgendwie im Auto verstaut und eine Säuberung vorgenommen werden, bevor es dann Znacht gibt. Wir sind uns einig, für Swakopmund und Walvis Bay gibt es auch bei diesem Besuch kein Daumen hoch.

Melias Geburi & Spitzkoppe
Die Girlande ist gespannt als die Kleine heute aus dem Zelt kriecht und ihren Tag mit einem Frühstück inkl. Schoggimuffin und zwei Päckli beginnt. Happy Birthday, liebeste Melia, zu deinem dritten Geburi! Die Fahrt geht weiter der Küste entlang zu der Seelöwen-Kolonie. Über 100’000 Stück haben sich hier niedergelassen und liegen in der Sonne, jagen im Meer nach Fischen, blöcken stinkig ganz gewaltig vor sich hin. Die Kids könnens kaum fassen und kriegen nicht genug von diesem Anblick. Die Fragestunde fällt entsprechend ausführlich aus. In Henties Bay wird aufgetankt und ich entdecke eine einladende Beiz, die mit frischem Fisch wirbt. Zur Feier des Tages gönnen wir uns Fish & Chips – fein! Danach geht es wieder landeinwärts zur Spitzkoppe. Via Hintereingang, bei welchem uns der Wachmann des Gates einen noch freien Platz zeigt, beziehen wir unser Nachtlager. Es ist traumhaft hier. Die Kids haben Steine zum Klettern und viel Auslauf und die Eltern staunen ab den roten Felsen und der Natur. Zum Zvieri gibts Kuchen mit Kerzen und von zu Hause mitgebrachter Deko. Melia geniesst den Augenblick und freut sich ab der kleinen Feier irgendwo Mitten in Namibia. Nach dem Znacht spielen die Kinder im Zelt noch eine Runde Seelöwen bevor sie schliesslich ins Land der Träume fallen. Mama und Papa sitzen noch eine Runde am Lagerfeuer und freuen sich einmal mehr ab dem super tollen Sternenhimmel, der uns auch hier wiederum beschert wird.

Namibia, Spitzkuppe, Rock

White Lady Lodge
Nach einer kurzen Orkaneinlage in der Nacht ist der Himmel am Morgen wieder blau und wolkenfrei. Heute steht uns mit nur 150 km eine kurze Fahrt bevor. In Uis machen wir einen ausgedehnten Halt in einem Kaffee mit sehr fürsorglicher Bedienung. Ausgedehnt fällt das ganze vor allem auch aus, weil der nette Herr einerseits Kaffee hat, andererseits zur Freude der Kids nur Cola und zur Freude der Eltern eine Internetleitung, die wie geschmiert läuft. Kurz nach dem Mittag sind wir dann auch schon bei der Lodge. Die Kinder erspähen sofort die zwei (!) Pools im schön angelegten Garten. Nach der Auswahl unseres Platzes und einer Runde Handwäsche ist denn auch klar, wo wir die nächsten Stunden verbringen werden. Die Pools sind ja hier in der Wüste schon ein bisschen ein Paradox. Wasser ist ja hier eher ein Luxusgut und trotzdem waren wir fast auf keinem Camping, wo nicht ein Pool zum Reinspringen einlud. Das mit dem Einladen ist zugegebenermassen ein bisschen übertrieben. Zu Hause würden wir solches Wasser wohl eher meiden, aber hier sind wir nicht wählerisch und mischen den Tümpel mächtig auf. Nach unserem Geplantsche dürfen wir behaupten, dass er hier wohl schon lange nicht mehr so sauber war. Alle Tierchen und sonstigen Teile sind über den Rand geschwappt. Nach dem ausführlichen Bad bekommen die Racker Hunger, um nicht zu sagen einen Hungerast. Wir verziehen uns deshalb schnell auf unseren Stellplatz und tischen Futter auf. Während die Mädels der Familie im Schatten chillen, lässt es sich der Papa nicht nehmen und macht eine Ausfahrt ins Flussbett. Eigentlich ist die Gegend hier bekannt für Wüstenelefante. Aber die machen sich zu dieser Zeit rar, so dass der 4×4 -Track durch das trockene und sandige Flussbett die einzige Attraktion ist. Egal, dem Papa gefällts. Bei der Rückkehr von Papa müssen wir noch rasch ein bisschen über die Schattensituation auf unserem Platz diskutieren. Mama findet die Platzwahl nicht mehr so optimal, Papa hingegen immer noch. Schlussendlich bleiben wir, wo wir sind. Die Sonne wird sich eh bald verabschieden. Der Abend bringt neben dem üblichen Programm auch viel Wind. So wird es dann auch nicht so super cozy zum Draussen noch lange verweilen. Was solls, Hauptsache es ist trocken! Übrigens dürfen wir bei Dunkelheit nur noch auf dem Camping herumlaufen. Es hat Löwen in der Gegend…

Namibia, White Lady Lodge, Campground

Tag 13
Dieser Tag verdient keinen anderen Titel, weil heute einfach zu viel passiert. Los gehts mit der ersten Überraschung gleich nach der Abfahrt. Eigentlich wollten wir die Lodge im Flussbett fahrend verlassen. Wir machen riesige Augen als wir am dort eintreffen und der Fluss Wasser – fliessendes notabane – führt. Wir belassen es deshalb bei der Flussdurchquerung und fahren auf einem Track retour auf die offizielle Strasse. Dort fahren wir nicht lange und wir müssen zwei Südafrikanern helfen das Auto aus dem Sand zu schieben. Die beiden haben sich in einem sandigen Flussbett festgefahren – sehr zur Freude der Kids! Nach der erfolgreichen Befreiung überholen wir die Beiden und fragen uns bald, wie weit sie wohl heute noch kommen. Die Strasse ist sandig wie bis anhin noch nie und wir sind einmal mehr froh, dass wir einen 4×4 under dem Füdle haben. Am Mittag treffen wir in Twiefelfontein ein. Hier hat es ureselalte Felsmalereien, die wir mit unserem Guide Raymond bei ziemlichen heissen Temperaturen besichtigen. Retour beim Parkplatz steht auch schon die nächste Überraschung an. Hinten rechts haben wir keine Luft mehr! Und so wechselt Odi mit der Mama vom Parkplatz bei 36 Grad im Schatten im staubigen Hinterland einen Reifen. Dank der tatkräftigen Unterstützung ist der Schaden rasch behoben und wir können die letzten Kilometer unter die Räder nehmen. Kurz vor dem Ziel haben wir dann auch noch Tierglück: wir sehen die ersten Giraffen!!! Nach der Ankunft auf dem Camping, wo wir beim Check-in höflich darauf hingewiesen werden, dass es keine Zäune hat (es soll hier gar einen Lodge-Elefanten geben, der sich hier regelmässig seinen Weg durch die Touristen bahnt), wird der Himmel immmer wie grauer. Wir schaffen es gerade noch die Zelte im Trockenen aufzustellen, bevor es dann so richtig anfängt zu regnen. Um einigermassen trocken zu bleiben verziehen wir uns in das Restaurant in der Lodge und genehmigen uns Gang 1 des Znacht. Zum Glück reisst der Himmel danach wieder auf, so dass wir Gang 2 im gewohnten Rahmen rund ums Zelt/Auto zu uns nehmen können. Als die Kids imZelt verstaut sind, fängt es dann nochmals so richtig an zu Regnen. Ich kann mich noch knapp ins Auro retten. Odi ist noch bei Nini, welche das Gewitter mit Donner und Blitz mitbekommt, im Zelt. Der ganze Platz ist im Nu unter Wasser. Irgendwann lässt der Regen wieder ein bisschen nach und ich kann auch ins Zelt kriechen. Wir machen noch eine kurze Umverteilung der Kids – Nini kommt zu mir, Melia bleibt bei Papa – und dann gibts wegen des Regens auch schon Nachtruhe für alle.

Strasse unpassierbar
Am Morgen ist der Himmel wieder blau und schnell wird es heiss. Für uns bedeutet dies, dass wir alles was nass geworden ist, wieder trocknen lassen können. Als alles trocken und verstaut ist, kümmert sich Odi mit den Lodge-Jungs um den kaputten Reifen. Wir Mädels sitzen derweilen in der Lodge, geniessen die Aussicht und malen ein bisschen. Da wir heute nur eine kurze Fahrt vor uns haben, machen wir noch einen Game-Drive durch das zur Lodge gehörende Reservat. Der Weg ist steinig und wir kommen nur langsam vorwärts. Tiere sehen wir leider nur die üblichen Oryx und Springböcke. Irgendwann werden wir unsicher, ob es denn überhaupt weiter oben noch einen Ausgang haben wird. Wir haben die Karte zuwenig gut studiert und die ersten beiden Wege, die wir als Ausgang anvisiert haben, gibt es nicht mehr. Hoffentlich müssen wir nicht umkehren! Nach rund zwei Stunden landen wir dann aber über eine notabene eigentlich geschlossene Strasse doch noch bei einem Gate. Hier genehmigen wir uns ein augedehntes und sehr fleischhaltiges Zmittag. Nur einen Kilometer von der Lodge entfernt haben wir nämlich den Veterinärszaun überquert, wo wir beim Rückweg alles Fleisch abgeben müssen. So ist es denn auch – die Bratwürste dürfen wir den Himbas verschenken, die hier beim Gate clever ihren Platz gewählt haben. Nach der Kreuzung fahren wir nur wenige Kilometer und stehen auf einmal vor einem reissenden Fluss. Hmmmm…. was nun? Odi opfert sich und läuft zu Fuss in das Wasser hinein. Doch schon nach wenigen Metern ist klar, dass dieser Weg für uns unpassierbar ist. Wohl oder übel müssen wir umkehren und den drei Mal so längeren Weg unter die Räder nehmen. Zum Glück kam der Fluss schon kurz nach dem Abzweiger. Das Highlight der anderen Strasse folgt dann auch sogleich. Giraffen grasen direkt an der Strasse! Nachdem alle genug Fotos geschossen haben, heisst es zufahren. Die Kids machen gut mit. Erst kurz vor Schluss müssen wir den iPad zum Einsatz bringen, damit wir auch die letzten paar Kilometer noch zügig hinter uns bringen können. In Kamanjab angekommen, finden wir unseren anvisierten Camping sofort. Hier soll es Stachelschweine geben und das wollen wir uns nicht entgehen lassen. Zuerst gibt es aber noch Eintopf vom Gaskocher. Danach begeben wir uns zum Haus der Platzherrin und warten auf die Tierchen. Diese erhalten hier jeden Abend etwas zu Essen und sind so eigentlich immer zu sehen. Wir werden für die Geduld belohnt. Schon bald kommen vier – am Schluss sind es gar sieben – Porcupines zum Essen vorbei. Wie riesig die sind; und putzig dazu! Mit den Erklärungen von Katrin geht der Abend schnell vorbei. Wir sind uns einig, der Abstecher hat sich definitiv gelohnt. Noch nie hat jemand von uns ausserhalb des Naturhistorischen Museums ein Stachelschwein gesehen. Sorgen macht uns aktuell nur das Wetter. Die nächsten Tage werden wohl eher nass… Überall ist es grau in grau und über dem Etosha Blitz es ohne Ende.

Wasserlöcher à gogo
Die Kids sind heute morgen ganz kribbelig, denn nach dem Zmorge dürfen sie alle Stacheln, die die Schweine gestern Abend verloren haben, einsammeln und als Souvenir mit nach Hause nehmen. Klar, dass sie sich eine solche Gelegenheit nicht entgehen lassen wollen. Nach rund zwei Stunden Fahrt erreichen wir das angepeilte Gate des Etosha. Im ersten Camp bezahlen wir die Parkgebühr und verpflegen uns am Kiosk mit Pommes und Toast-Sandwich. Danach geht es los mit der Tiersuche. Obwohl wir – also mindestens die Grossen – voll bei der Sache sind, ist nicht viel auszumachen. An neuen Tieren kann nur von einem Gnu berichtet werden. Irgendwann fängt es dann derart an zu schütten, dass wir quasi auf der Strassse schwimmen. Wie sollen wir so bei einem Wasserloch auf Tiere treffen, wenn doch quasi überalll ein Wasserloch ist? No chance; die Regenzeit, die sich in diesem Jahr ein wenig nach hinten verschoben haben soll, macht uns klar einen Strich durch die Rechnung. Immerhin können wir dann kurz vor dem Halali Camp doch noch die grösste Springbock-Herde ever ausmachen. Dies entschädigt ein wenig für den sonst mageren Tier-Tag. Beim Check-in frage ich ganz nebenbei nach einem allenfalls freien Bungalow. Ich habe keine Lust bei diesem Sauwetter im Sumpf zu campen und mache schliesslich ohne Rückfrage bei weiteren Familienmitgliedern ein Upgrade auf ein sehr nettes und durchaus zahlbares Bungalow. Die Kids sind sofort im Element und erkunden jeden Winkel des trockenen Plätzchens. Irgendwann muss auch Papa zugeben, dass es doch noch recht praktisch ist bei diesem Wetter nicht campen zu müssen. Während Papa noch kurz auf eine Prischfahrt geht, säubern wir Mädels uns wieder einmal so richtig. Die Dusche tut gut und wir werden alle wieder einmal richtig sauber. Zum Znacht machen wir dann doch ein Feuer und schmeissen eine Bratwurst drauf. Das Wasserloch im Camp lassen wir heute aus. Es ist uns schlicht zu nass.

Much better!
Wir haben schon gestern beschlossen auch heute ein Bungalow zu beziehen. Da wir aber leider umziehen müssen, haben wir am Morgen wie üblich jede Menge zu packen und einzuladen. Nach dem Frühstück, das netterweise im Zimmerpreis dabei ist, geht es los. Es regnet nicht und die Pfützen auf der Strasse werden auch von Stunde zu Stunde weniger. Wir fahren in Richtung Namutoni Camp. Dies ist eine gute Entscheidung, denn es wird immer trockener und die Tiere immer wie zahlreicher. Wo die wohl beim Regen gestern untergetaucht sind? Am Morgen sehen wir die üblichen Herden am grasen – zum Teil ganz nah aum Auto. Die Highlights folgen aber dann am Nachmittag. Zuerst treffen wir auf eine grosse Herde Giraffen. Danach folgen Odis Flamingos und schliesslich endlich ein Elefant – leider von ganz weit weg. Kurze Zeit später entdeckt Odi in der Prärie gar einen Löwen!!!

Namibia, Ethosha, Lion

Nie hätten wir gedacht, dass wir in dieser sehr grünen Jahreszeit eine Löwen sehen werden. Netterweise läuft das Tier direkt auf unser Auto zu und wir bringen uns in Stellung. Schlussendlich ist er nur noch zwei Meter von uns entfernt und überquert dann auch noch die Strasse direkt vor unserer Nase. Wir sind aus dem Tier-Häuschen! Auf dem Rückweg zum Camp machen wir noch eine kurzen Abstecher zu einem von unseren lieblings Wasserlöcher. Und da steht er – unser persönlicher Elefant – riesig, wunderschön und mega eindrücklich. Auch er ergibt ein super Fotosujet und posiert herrlich vor unserem Auto. Nach dem Znacht wagen wir uns auch noch ans Wasserloch des Campings. Da man dort mucksmäuschen still sein muss, ein Experiment mit den Kids. Es geling so halb und immerhin verirrt sich gar eine Hyäne vor die dezent leuchtenden Scheinwerfer. Diesen Tag dürfen wir in der Ära des grünen Ethosa als äusserst erfolgreich werten! Glückspilze sind wir!

Tote Hose
Frohe Mutes ziehen wir auch heute wieder los und begeben uns auf die Tiersuche. Wir wünschen uns einzig mehr Elefanten – mehr nicht! Doch es scheint, als ob das Finden eines Elefanten wie das Finden einer Nadel im Heuhaufen ist. Überall grüne Büsche und Sträucher – die Lieblingsnahrung der Dickhäuter, – überall abgeknickte Äste – klare Zeichen, dass sie hier durch sind – und überall viel Elefantenkacke auf der Strasse – frische notabene. Wir sehen soviel Kacke aber keine Elefanten, dass wir irgenwann sogar anfangen von Elefantenkacke zu singen. Die Kids zeigen sich diesbezüglich äusserst kreativ. Tierglück haben wir heute defintiv keines mehr. Weder der Morgen noch der Nachmittag nach der Pause auf dem Camping bringen irgendetwas gross Nennenswertes. Was schön ist und erwähnt werden darf, sind die grossen Herden an Springböcken, die sich auch heute wieder am satten Grün voll fressen. Für die Tiere ist diese Jahreszeit der Hit, für die Touristen eher weniger. Niemand muss zu einem Wasserloch und so bleibt jede Tiersichtung Glück. Wir sind uns einig, dass wir das nächste Mal wieder im Herbst (–> unserem Herbst) auf Safari gehen. Die Kids machen die ganze Autofahrerei übrigens gut mit. Sie dürfen unangeschnallt sein – wir fahren mit rund 40 km/h durch die Gegend -, sie dürfen auch mal nach vorne kommen, sie essen, sie spielen, sie hören Hörspiele und am Nami dürfen sie auch mal in den iPad schauen. Der Deal ist, dass Pause gedrückt wird, sobald wir für ein Tier anhalten. Das klappt sehr gut und so sind alle glücklich und zufrieden von A bis Z dabei. Zurück auf dem Camping schicken wir Papa zum Zelt aufstellen usw. zum Stellplatz. Wir Mädels springen noch kurz in den Pool. Nach dem Znacht spazieren wir erneut zum Camp-Wasserloch. Aber auch hier ist sinnbildlich für diesen Tag “tote Hose”.

Leopard & Camping-Himmel
Wir können es nicht lassen und fahren auch heute Morgen nochmals für einen kurzen Abstecher durch den Ethosa. Wer weiss… und wir werden tatsächlich belohnt! Aus dem Augenwinkel erspähe ich eigenartige Farben in der Steppe und schreie “Stopp”! Ich habe tatächlich einen Leoparden entdeckt, der durch das Gebüsch streifft. Leider erschreckt ihn unser aprupter Stopp und die Fahrt im Rückwärtsgang ein wenig, so dass die anderen drei das imposante Tier nur noch wegrennen sehen. Für ein Foto hat es leider nicht gereicht. Egal, wir sind happy und verlassen versöhnt den grünen Ethosa. See you next time! Ein letztes Mal stocken wir unsere Vorräte im nächsten Kaff auf. Dazu gibt es einmal Volltanken und ganz wichtig heute: Scheiben putzen! Unser Auto ist voller Schlamm und nach dem Putzen der Scheiben sehen wir wenigsten wieder überall raus. Den Rest müssen wir dann beim Car Wash in Ordnung bringen, diese haben aber heute Sonntag geschlossen. Danach landen wir im Caming-Himmel. Die nächste Nacht verbringen wir im Okonjima Nature Reserve, einer Fondation, die sich für die Rettung von Wildkatzen einsetzt. Unser Stellplatz ist einfach der Hammer: riesig gross (manchmal hätten sie bis zu 40 Personen hier auf einem Platz), wir haben ein gedecktes riesiges Haus, zwei luxuriöse Buschduschen und zwei Buschtoiletten sowie einen privaten Sun-Downer-Platz – alles nur für uns. Die Kids geniessen die Freiheit und die Natur; da verliert selbst der Pool an seinem Reiz. Dazu laufen so by the way auch noch so einige Tiere frei herum. Nur die Katzen, sind ausserhalb des Zaunes sicher für uns und sicher für sie von uns entfernt. Beim Zubettgehen schaut dann auch ein Stachelschwein vorbei und wünscht uns eine gute Nacht.

Namibia, Erindi, Elephant

Erindi Game Reserve
Der Faux-Pas des Tages passiert mir noch auf dem Camping. Ich fahre tatscächlich mit dem Mobil auf den grössten Stein im Umkreis von wohl mehreren Kilometern! Resultat: ein aufgeregt fuchtelnder Odi und eine Beule unter dem Auto. Tja… Nach dem Stopp im Souvenir-Shop mit Internetzugang geht es weiter zum Erindi Game Reserve. Auch hier ist alles üppig grün und die Tiere sind eher schwer auszumachen. Die üblichen Herden lassen sich aber dann doch noch blicken und irgendwann entdecken wir etwa 50 Meter entfernt auch noch einen Elefantenbulle. Kurz nach dem Einchecken fängt es an wie aus Kübeln zu regnen. Uns bleibt nichts anderes übrig als im Shop das Zmittag zu kaufen und uns erstmals ausgiebig zu verpflegen. Danach wagen wir noch einen Game Drive durch das Reserve. Spass machen vor allem die versumpften und wasserreichen Strassen. Die Kids machen sich einen Spass draus, wer beim aus dem Fenster hängen wie viel Wasser ab bekommt. Tiermässig dürfen wir von einem Hippo berichten, welches sich netterweise gerade aus dem Wasser begeben hat, als wir um die Ecke kommen. Zurück im Camp schnappen wir unser Apero und laufen zum Camp-Wasserloch. Auch hier können wir zwei Hippos beim aus dem Wasser gücken beobachten. Der tiefschwarze Himmel vertreibt uns dann aber bald retour zu unserem Auto. Wir schaffen es im Trockenen das Znacht zu Verspeisen. Leider fängt es dann aber wieder an zu regnen. Zum Glück zieht der grosse Regen aber an uns vorbei und wir können zum Grunzen der Tiere den letzten Abend in der Wildnis doch noch einigermassen trocken geniessen bevor dann doch noch vom Regen zu einer verfrühten Nachtruhe gezwungen werden.

Namibia, Erindi, Giraffe

Schlammige und nasse Angelegenheit
Das Erwachen ist nass und neblig. Das wird heute nichts mit dem Trocknen lassen unserer Sachen. Und so packen wir dann alles feucht wie es ist zusammen und machen uns auf in Richtung Windhoek. Die Strassen sind schlammig und nur wenige Meter nach dem Camp fahren wir uns fast im Schlamm fest. Mama wird schon ein bisschen nervös, doch Papa schafft es mit dem Kriechgang und unter anfeuern der grossen Tochter, die ganz trocken meint “Mama, Papa bringt uns hier locker raus” zurück in die Fahrspur. Die Kids haben heute morgen beim Packen ganz viel Zaubergras – eigene Erfindung! – gesammelt. Dieses schmeissen sie nun munter aus dem Fenster und kommentieren laut, welches Gras denn nun welches Tier bringen wird. Ob Dank des Zaubergrasses oder nicht, auf einmal stehen auf alle Fälle zwei riesige Elefantenbullen direkt neben der Strasse. Wir können die Tiere lange beobachten, sind aber immer auf der Hut, ob sie denn das Auto auch nicht als Gefahr ansehen. Endlich können die Kids auch beweisen, ob sie die zu Hause oft erwähnten Verhaltsregeln im Umgang mit den riesigen Tieren verstanden haben. Sie haben! Alles geht gut und wir geniessen diese Abschiedsparty in vollen Zügen. Im nächsten Kaff legen wir spontan bei zufällig entdeckten Marktständen einen Souvenir-Halt ein. Relativ hasselfree können wir mit ein wenig handeln ein paar tolle Souvenirs erstehen. Nur Melia ist das Gequatsche nicht ganz Geheur, sie will urplötzlich sofort nach Bern zurück. Nini hingegen zeigt sich sehr interessiert und will genau wissen, wer denn nun was gesagt hat und wieso wir was wo kaufen. In Windhoek haben wir nur noch ein Ziel: wir müssen unseren fahrbaren Untersatz vom Schlam befreuen. Über eine halbe Stunde müht sich die Mannschaft eines Car Wash mit unserem Dreck ab bevor die Karre wieder wie neu glänzt. Die letzte Nacht verbringen wir im gleichen Hotel wie beim Start. Ursprünglich wollten wir ja nochmals campen. Aber wir haben schon vor ein paar Tagen entschieden, dass ein wenig mehr Platz und ein bisschen weniger Dreck uns das Ausladen und Packen erleichtern könnte. Zudem sind wir so auch wettertechnisch auf der sicheren Seite (ist heute aber irrelevant…). Wir lassen alles in der Sonne liegen und verstauen die sieben Sachen danach in unseren Reisetaschen. Zum Znacht gibts was der Vorrat noch hergibt. Danach landen die Kids im Bett während die Eltern noch das letze Lagerfeuer und ein paar Savannah’s unter dem Sternenhimmel etwas ausserhalb der Haupstadt geniessen. Namibia, es war wunderbar, wir kommen wieder – allerdings bestimmt in deinem Frühling resp. in unserem Herbst. Auch wenn wir mit dem Wetter super viel Glück hatten und uns gar nicht beklagen können/wollen, für die Tiersichtungen ist etwas weniger grün sehr von Vorteil.

Nachtrag: Zu Hause haben wir uns vor allem mit folgenden zwei Fragen beschäftigt: 1. Schaffen wir das mit den Dachzelten und dass die Kids in einem Zelt zusammen schlafen können? –> Ja, wir resp. sie haben es geschafft. Es war gar überhaupt kein Problem. Bis auf eine Nacht haben wir immer wie geplant genächtigt und ein paar Mal bin ich gegen Morgen zu den Rackern rüber geschlüpft. Dazu musste ich nicht den langen Weg via Leitern auf mich nehmen, sondern konnte einfach via Zeltausgang in der Mitte und somit via Dach zu ihnen klettern. 2) Haben die Kids in der Nacht warm genaug? Auch das war überhaupt kein Problem. Wir haben den beiden Beiden die Odlo-Unterwäsche und die Skisocken angezogen und mit der Decke hatten sie ausser in zwei Nächten immer genug warum. In diesen Nächten haben wir ihnen auch noch den Plüschanzug verpasst. Den mitgeschleppten Schlafsack musste wir nie zum Einsatz bringen. Auch unsere Schlafsäcke blieben immer zusammengerollt.

Bye bye Namibia
Bei der Autorückgabe wird unser Zuhause der letzten drei Wochen haargenau auf allfällige Schäden, Kratzer oder was auch immer geprüft. Wir warten lange bis wir wegen zwei lächerlichen Beulen und einem verlorenen Radschutz eine kanpp über 150ig Fränkige Rechnung präsentiert bekommen. So etwas ist uns in unserer Automiet-Karriere noch nie passiert. Wir sind ziemlich sicher, dass die kleinen Dellen nicht von uns sind. Was für uns zudem normale Abnützung ist, muss hier berappt werden. Knallhart… Obwohl alles sonst absolut top war – inkl. Preis – reisen wir mit einem etwas fahlen Beigeschmack ab und sind froh, dass sie die Beule unter dem Auto von meiner Steinattacke nicht gesehen haben. Da hätten wir wohl gleich die ganze Karre abkaufen können… Am Flughafen gehts afrikanisch zu und her: zuerst können wir das Gepäck noch nicht abgeben, dann warten wir über 40 Minuten auf ein paar Pommes und Würstchen (die Kids fallen fast vom Stuhl vor Hunger), bei der Passkontrolle dauert es sowieso ewig und dann hat unsere Anina angeblich auch noch ein Messer im Rucksack versteckt. Was genau man im Röntgengerät gesehen hat, bleibt uns ein Rätsel. Die Dame jedenfalls staunt nicht schlecht, als sie nur Kinderspielzeug findet. Der Flug nach Kapstadt ist dafür umso easier. Die Maschine ist klein und deshalb so rasch beladen, dass wir vorzeitig aus Namibia abfliegen. Melia winkt zum Fenster raus und meint “Tschüss Namibia, bis zum nächsten Mal”. In Kapstadt läuft dann alles wie am Schnürchen: Passkontrolle super effizient (die obligatorischen Geburtsscheine werden nicht eines Blickes gewürdigt), Gepäck schon da, Autoschlüssel holen (wir lassen uns nach den Erfahrungen vom Morgen gar zu einer Versicherung überreden), flugs ins Hotel fahren. Eine unerwartete Überraschung ist das Wetter: es regnet. Seit einer Ewigkeit ist kein Nass vom Himmel gefallen und wir kennen die Problematik aus den Medien mit der Wasserknappheit gut. Vor ein paar Monaten war Day Zero sogar für diese Tage jetzt angesagt (ab diesem Tag kommt kein Wasser mehr aus dem Wasserhahnen!). Wie man Wasser sparen kann, wird einem omnipräsent mitgeteilt. Bereits am Flughafen werden wir mit 50 Liter Wasserflaschen à 1 Liter erwartet – so viel sollte hier jeder maximal pro Tag brauchen. Nur so kann Day Zero vermieden werden. Auch sonst erleiden wir einen kleinen Kulturschock. Es hat Unmengen an Fahrzeugen auf der Strasse, die Zahlungskräftigen finden alles was das Herz beghert, die anderen hausen in Blechhütten en masse oder unter einer Plastikplane, das Gefälle reich/arm ist sehr offensichtlich und an jeder Ecke zu sehen. Unser Hotel steht zum Glück in einem sicheren Quartier und so können wir sogar zum Eindunkeln zu Fuss in den Supermarkt und – juppie – in den Mäc! Nur alkholische Getränke gibt es heute keine mehr zu kaufen, wir sind zu spät dran, die Sperrstunde bricht um 18 Uhr an.

Pinguine & Cape of Good Hope
Heute wollen wir den Kids zeigen, dass es in Afrika auch Pinguine gibt. Die beiden sind immer noch felsenfest der Überzeugung, dass es dazu kalte Temperaturen und Schnee braucht. Doch weit gefehlt: in Simonstown am Boulder Beach hat sich eine Kolonie afrikanischer Pinguine niedergelassen, die man hier aus nächster Nähe beobachten kann. Wir bewundern die Tiere zuerst am Strand, wo man Dank gewisser Kletterpartien fast alleine mit den Viechern ist. Die Kids sind begeistert. Wir können sogar ein paar Babies in den Nestern entdecken. Danach stürzen wir uns auf die Aufsichtsplattform und damit ins Gewimmel. Hier hat es fast mehr Touristen als Pinguine und entsprechend ist der Andrang gross. Nach den Tieren fahren wir weiter ans Kap der Guten Hoffnung. Auch hier sind wir nicht ganz alleine und wir müssen anstehen, um überhaupt mit dem berühmten Schild ein Foto machen zu können. Im Gegenteil zu Simonstown, wo das Wetter immer freundlicher und wärmer wurde, lädt hier der garstige Wind nicht zum Verweilen ein. Da man auch sonst nicht viel machen kann hier, wo sich der pazifische und der atlantische Ozean treffen, fahren wir zurück nach Kapstadt. Im Hotel spielen die Kinder mit den neu erstandenen Kleidern, die wir heute Morgen bei einem kurzen Zwischenstopp in einer Mall gekauft haben. Die beiden Shopping-Queens sind nach drei Wochen mit Null Einkaufen richtig aus dem Häuschen ab den neuen Shirts und Leggings. Weil wir schlicht zu faul sind und es auch sonst einfach praktisch ist, landen wir auch heute nochmals zum Znacht im Mäc um die Ecke. Danach wartet die letzte Nacht im südlichen Afrika auf uns. In weniger als 24 Stunden sitzen wir im Flugzeug und fliegen heimwärts. Wie immer herrscht einerseits Freude (einige freuen sich auf die Grosis, andere freuen sich auf den ersten YB-Meistertitel, wieder andere auf ihr Büro mit der funktionierenden elektronischen Ausrüstung) und andererseits ist es einfach nur Schade, dass dieses tolle Abenteuer nun auch schon wieder vorbei ist.

South Africa, Cape Town, Pinguin

Last day: Table Mountain & Waterfront
Die Taschen sind rasch gefüllt und wir ready für den letzten Tag in Kapstadt. Diesen wollen wir möglichst kurzweilig und so die Warterei auf den Flug möglichst angenehm gestalten. Unser erstes Ziel ist deshalb heute der Tafelberg. Dieser gehört einfach zu einem Besuch in Kapstadt dazu. Das Wetter ist freundlich, der Himmel ziemlich blau und so stehen wir mit einigen vielen anderen Touristen rund eine Stunde an, bevor wir schliesslich mit der Drehgondel – made in Switzerland – auf den Berg hinauf gefahren werden. Die Aussicht ist schön, das Kap mit der Stadt eine Augenweide. Wir machen eine sehr kurze Wanderung und lassen uns dann vom kühlen Wind wieder ins Tal vertreiben. So bleibt uns auch noch genug Zeit für einen Abstecher an die Waterfront. Hier ist alles so richtig herausgeputzt und ziemlich amerikanisch. Unglaublich wie die Unterschiede in dieser Stadt sich immer wieder krass abwechseln. Und wenn man über die arme, schmutzige, hässliche Seite hinwegsehen resp. diese akzeptieren kann, ist Kapstadt wirklich eine tolle Stadt. Mir gelingt dies nicht immer nach Wunsch… Nach dem Zmittag fahren die Mädels noch eine Runde Riesenrad. Und obwohl es noch viel zu entdecken gäbe hier unten und alle Bedürfnisse der Familie abgedeckt wären, ist es nun defintitv Zeit an den Flughafen zu fahren. Hier klappt alles wie gewünscht. Auch der Flug ist angenehm und relativ kurzweilig. Die Kids schauen TV, essen oder schlafen. Und dann landen wir auch schon in Zürich. Wir sind uns alle einig, dass das nächste Afrika Abenteuer schon bald wieder kommt. Es hat uns allen sehr gefallen und wir sind dankbar, dass wir so eine tolle Zeit miteinander verbringen durften und nun wieder gesund und munter retour in der Schweiz sind. Hakuna matata!

Botswana & Simbabwe

Off we go to the Southern Africa

Eine Stunde Verspätung? Kein Problem, wenn wir in Istanbul den Screen anschauen und sehen, dass mind. acht andere Flüge über acht Stunden Verspätung haben. Wir nutzen die Gunst der Stunde und legen uns flach neben eine Horde schlafende Asiaten auf die Bänke. Turkish Airlines enttäuscht nicht und wurde nicht umsonst zur besten Airline von Europa 2011 gewählt: spotbilliger Flug, super Service, nette Crew, feines Essen und das beste Entertainment-System ever. In Jo’burg sind wir im Nu bei der Autovermietung. Harrie und Heather haben für uns den besten 4×4 im ganzen Stall reserviert (obwohl wir diesen nicht reserviert haben und somit auch nicht bezahlen…). Ein überdimensionaler Toyota Landrover mit extra Bodenfreiheit, 150 Liter Tank und allem sonstigen Schnick Schnack erwartet uns. Die Übergabe ist wie bereits beim letzten Mal unkomplimpliziert und so sind wir bald “on the road again”. Nicht unweit nach Beginn der Fahrt müssen wir ein erstes Mal ein Rotlicht überfahren. Brav wie wir sind, halten wir natürlich an. Dass dies allerdings nicht usus ist, merken wir erst als alle um uns anfangen zu hupen. Warum man hier nicht halten sollte, finden wir leider nicht heraus. Wir passieren die Kreuzung jedenfalls ohne weitere Zwischenfälle. Die erste Nacht verbringen wir ca. 250 Kilometer nördlich von Jo’burg auf einem riesigen Campingplatz. Die heutigen Herausforderungen sind: 1. schön und nett diese Bodenfreiheit, aber leider reicht die Leiter nicht bis zum Boden und wir haben nicht genau zugehört, wo die Verlängerung versteckt ist. 2. Der CD-Player spuckt die CD nicht mehr raus. Zum Glück haben wir dieses eine Mal überhaupt an CD’s gedacht… Red Hot Chili Peppers forever ist nun wohl das Motto…

Zurück ins Land der Esel

Noch im Zelt können wir Problem Nummer 1 lösen. Odi merkt beim Erwachen, dass ihn irgendetwas unter der Matratze stört. Und siehe da, hier ist die Verlängerung für die Leiter versteckt. Meine ganz persönliche Herausforderung ist anschliessend, dass ich überhaupt zum Steuerrad und den Pedalen komme. Harrie hat extra für die grossen Männer eine Vorrichtung eingebaut (Odi sitzt ganz vorne!). Dass es aber allenfalls auch noch kleinere Frauen gibt, die eine solche Karre ab und zu fahren, hat er wohl vergessen. Mit allen Jacken am Rückenpolster erreiche ich zum Glück doch irgendwie die Pedale (von morgen an werde ich mir mit einem Kissen helfen…). Kurz nach dem Kaff, wo wir genächtigt haben, erwartet uns die wohl längste Baustelle in Südafrika: 43 Kilometer! Und so wird aus der Abkürzung eher ein Umweg… Nichts desto trotz erreichen wir irgendwann die Grenze und immigrieren relativ zügig (50 Minuten) in Botswana, wo uns bald der erste obligate Esel am Strassenrand begrüsst. Im ersten Ort stocken wir die Vorräte auf. Das Tanklämpli leuchtet schliesslich schon seit einigen Kilometern (nie gut in Afrika…), Geld haben wir auch noch keines und Fleisch sowieso nicht. Diesel und Geld finden wir rasch. Das Fleisch glustet uns weniger (die Kühlregale sind ausgeschaltet und der Geschmack ist doch eher komisch…), so dass wir im nächsten Kaff nochmals anhalten. Hier gibts zwar auch wenig Strom, aber immerhin appetitlicheres Fleisch. Unser Ziel, das Khama Rhino Sanctuary, erreichen wir vor Sonnenuntergang. Hier beginnt nun definitiv das afrikanische Feeling, welches wir so lieben. Ein Stellplatz ganz alleine für uns, ohne irgenwelche Nachbarn in Sichtnähe, ein grosses Feuer und – neu – kein Zaun, um das Camp! Immerhin ein paar Rebhühner, Impalas und Kudu’s erweisen uns die Ehre. Dass das Nashorn nicht vorbei kommt, finde ich eigentlich ganz ok… 🙂

Kubu Island

Bevor wir das Rhino Sanctuary hinter uns lassen, machen wir uns natürlich auf die Suche nach den Nashörnern. Ganze sechs Stück der über 40 Einwohner finden wir und sind ziemlich stolz auf unseren Erfolg. Die Dame am Eingangstor meint dazu allerdings nur ganz trocken “Only?”. Die Fahrt nach Kubu Island wird erst auf den letzten 40 km spekatakulär.

Botswana, Kubu Island, Tree

Mitten durchs Nichts, über die Steppe und Pfanne, gehts in Richtung unseres heutigen Ziels. Zum Glück haben wir ein GPS auf dem Handy! Ohne hätten wir das kleine Paradies mitten im Nirgendwo wohl nicht gefunden. Hier gibt es eigentlich genau nichts zu tun ausser die Aussicht auf die Pfanne geniessen, die vielen Baobab Trees bestaunen, die unendliche Ruhe wirken lassen und später die Millionen von Sternen anschauen. Camping-Herz was willst du mehr!
Ps: die CD ist wieder raus. Irgendwie lässt sich in Afrika mit ein bisschen Ausdauer alles reparieren.

Am Ende der Welt

Dank des Windes (wir sind selber schuld, haben wir doch das Aussenzelt nicht sachgemäss befestigt) sind wir sind früh wach und machen uns bald auf den 100 Kilometer langen Weg an die nächste geteerte Strasse. Kubu Island ist wirklich am Ende der Welt und wenn wir ab und zu auf einen kleinen Bauernhof stossen (gemessen an der Anzahl Kühe ist klein zwar das flasche Wort…), ist dies schon eher eine Ausnahme. Irgendwann weiss unser GPS nicht mehr wo wir sind. Da die Strasse aber ganz in Ordnung ist und die Himmelsrichtung nach wie vor stimmt, fahren wir einfach weiter. Am Veteriärzaun müssen wir zu unserer Überraschung den Kühlschrank nicht öffnen. Der Zaunwächter ist vielmehr an einem Aspirin interessiert, da ihm anscheinend der Schädel brummt. Ein guter Deal für uns ist der Kühlschrank doch noch voll mit Zeugs, welches wir sonst immer abgeben mussten. Unterwegs werden wir von einem Bauern angehalten. Bei unserem Anblick beschliesst er spontan ins nächste grössere Kaff zu reisen und bittet uns ihn mitzunehmen. Der Herr spricht etwas English ist aber eigentlich an uns und unserer Herkunft überhaupt nicht interessiert (dies ein grosser Unterschied zu Asien, wo man immer die halbe Lebensgeschichte zum Besten geben darf). Bevor es wirklich weitergeht, fahren wir aber irgendwie noch alle Nachbarn an, um zu fragen, ob die denn auch noch was brauchen aus der Zivilisation. Für uns ist dies eine gute Gelegenheit die Schlumpfbehausungen aus der Nähe anzuschauen. Die Fahrt auf der geteerten Strasse ist danach weitaus weniger spannend, wenn nicht gar langweilig. Kein Dorf, viel Verkehr, viele Baustellen… die einzige Abwechslung ist die wilde Elefantenherde, die direkt neben dem Highway das geliebte Baumfutter zu sich nimmt. Auch in Kasane, unserem Ziel, werden wir gleich von Elefanten und Pumbas begrüsst. Wir können kaum glauben, dass diese einfach im Kaff gleich neben der Hauptstrasse herum laufen. Da wir von zu Hause das Ihaha Camp im Chobe N.P. nicht reservieren konnten (gemäss Lonely Planet sollte man dies ein Jahr im Vorraus machen), versuchen wir unser Glück direkt am Gate. Und siehe da, wir können für morgen tatsächlich eine Reservation machen. Den Rest Tages verbringen wir mit Aufstocken von allerhand nützlichen Dingen. Als die erste Tankstelle uns mitteilt, dass sie keinen Diesel mehr haben, sind wir baff. Na Bravo, und jetzt? Wohl oder übel bleibt uns nichts anderes übrigs als wieder 10 km zurück zu fahren und dort das Auto zu tanken. Der Camping ist wie erwartet nicht mehr ganz so einsam und naturnah. Aber dafür sind wir wieder einmal sauber… schliesslich soll man die Unterhosen nicht länger als drei Tage anbehalten :-).

Chobe N.P.

Der Chobe N.P. ist eigentlich der einzige Grund, warum wir schon wieder in Botswana sind. Wir haben so viel gutes davon gehört und wollen unbedingt selber einen Blick darauf werfen. Wir werden nicht enttäuscht.

Botswana, Chobe National Park, Bird (flying)

Bereits auf den ersten Metern sind wir fasziniert von diesem Naturparadies. Roter Sand, Steppe, üppige Vegetation und viele Bäume (entweder immer noch ganz in grün oder schon im Indian Summer-Look) am blauen Chobe River. Dazu die vielen Tiere, die uns immer wieder vor die Linse laufen. Einfach wunderbar! Für die ca. 30 km bis zum Camp brauchen wir denn auch über sechs Stunden. Dies nicht nur wegen der vielen Fotostopps. Auch der Weg lädt nicht gerade zum Rasen ein. Die Strassen sind alle naturbelassen. Im Vergleich zu den anderen National Parks, die wir kennen, sogar richtige Tracks. Zum Glück haben wir ein so tolles Auto, welches jede kleinere und grössere Sanddüne und jedes kleinere und grössere Wasserloch problemlos schafft. Der Abend wird fast noch schöner. (Es folgen nun einige nicht jugendfreie Wörter… excusé) Goppverdammi-Heilandstutz ist dies oberaffengeil!!! Wenn mans nicht gesehen hat, kann man es kaum glauben. Mir kommen also beinahe dir Tränen. Das Ihaha Camp (kleine Nebenbemerkung: das Camp ist nicht eingezäunt, am Eingang grast eine Herde Büffel mit ca. 500 Tieren und unser Platz ist direkt am Wasser gelegen, von wo uns die Hippos entgegen grunzen) ist einfach der Hammer! Kurz vor dem Eindunkeln kommen auch noch die Ranger vorbei. Eigentlich erwarten wir nun einige Instruktionen für die Nacht. Aber nein, die netten Herren verkaufen Feuerholz. Ach wie ist das herrlich hier! Beim Znacht erhalten wir weiteren Besuch. Das Hippo hat das Wasser verlassen und läuft am Ufer entlang an unserem Zeltplatz vorbei. Da es stockdunkel ist, können wir leider nichts sehen. Zudem haben unsere Taschenlampe just heute den Geist aufgegeben… Das ganze ist auf jeden Fall spannender als jeder Krimi.

Elefanten soweit das Auge reicht

Heute brauchen wir für das Tierglück ein bisschen Geduld. Die ersten drei Stunden sehen wir so gut wie nix. Wo haben sich die Viecher nur alle versteckt? Wir vertreiben uns die Zeit mit dem Fahren von richtigen Tracks. Quer durch lange Wasserwege kurvt Odi direkt IM Chobe River. Yeppa, er hat viel Freude!

Botswana, Chobe National Park, Bird

Schliesslich stossen wir auf ein Rudel Löwen. Die Fünf liegen faul im Schatten herum und lassen sich von uns überhaupt nicht beeindrucken. Danach ist Elefanten-Time. Wie wenn jemand auf einen Knopf gedrückt hätte, tauchen die Kolosse plötzlich überall auf. Die aktuelle Jahreszeit hat zwei Vorteile: der Himmel ist meistens tiefblau (deshalb all die kitschigen Fotos… und ja, es sieht so aus) und es hat ganz viele Jungtiere. Fast jede Elefantenherde hat so denn auch mindestens ein Baby dabei. Sehr cool (das freut mich mehr…). Am Nami ist haushalten angesagt: einkaufen und waschen. (Insider: schade kann ich das Auto nicht mit dem Besen entstauben. Der Besen fehlt und ist auf dem Teppich eh schwer zu gebrauchen). Und ja, wir haben wieder Taschenlampen!

Victoria Falls

Zeitig erreichen wir die Grenze zu Zimbabwe. Wir haben allerhand üble Geschichten über den Grenzübertritt gehört und sind gespannt was sich denn nun wirklich alles bewahrheitet. Da wir die einzigen sind, kommen wir sofort an die Reihe. Der erste Zöllner ist super nett und begrüsst uns sogar mit einem souveränen “Grüezi”. Am nächsten Schalter wirds dann ein bisschen komplizierter. Der Herr ist nicht mehr ganz sooooo nett und erlaubt sich tatsächlich, mich wegen meiner Handschrift zu rügen. Bei ihm lassen wir denn auch allerhand Geld liegen. Nach den je 30 Dollar für das Visa, sind hier 75 Dollar für Zoll, Benzingebühr, Strassengebühr usw. fällig. Irgendwann – nach einer gefühlten Ewigkeit – hat er mittels Adlersystem – alles über uns im PC eingegeben und wir dürfen zum nächsten Schalter vortreten. Hier müssen wir nochmals fast 100 Dollar für die Autoversicherung (als ob die zahlen würden, wenn etwas passiert…) und den Import der Karre bezahlen. Mit unzähligen Papieren und Permits bewaffnet, können wir schliesslich in Zimbabwe einreisen. Die Fahrt zu den Vic Falls dauert nur eine knappe Stunde und kurz nachdem wir den Campingplatz bezogen haben, sind wir ready für dieses Highlight.

Zimbabwe, Victoria Falls

Wir werden nicht enttäuscht, der Wasserfall ist einfach gigantisch! Da wir kurz nach der Regenzeit hier sind, führt der Sambesi enorme Wassermassen mit sich. Die Aussicht im unteren Drittel der Aussichtspunkte ist denn auch für gar nix. Die Gist ist derart stark, dass wir uns fühlen wie bei uns im Herbst auf einem völlig eingenebelten Berg. Einziger Unterschied: es schiffet usem Näbu was es abe mah! Alles was nicht irgendwie unter dem Poncho versteckt ist, wird pflotschnass. Wir sind trotzdem happy und geniessen den Ausblick von den einigermassen trockenen Aussichtspunkten und der berühmten Brücke, welche gleichzeitig die Grenze nach Sambia ist. Hier können wir auch einen Fuss nach Sambia setzen. Und ja, der erste Einwohner aus Sambia, dem ich hier begegne, kennt Mayuka (Hopp YB)! Den Rest des Nami und Abends verbringen wir in der Gesellschaft von Nadine und Roger (und später auch Alexandra und Pascal). Die beiden sind mit dem Auto von Langnau a. A. hierher gefahren. Klar, dass uns der Gesprächsstoff nicht ausgeht. Danke für die tollen Geschichten und gute Weiterreise!

Die erste Polizeikontrolle

Da es gestern ein bisschen später geworden ist als gewohnt (normalerweise sind wir um etwa neun Uhr im Bett und stehen um ca. sieben Uhr auf), sind wir leicht später als sonst unterwegs. Nach einem kurzen Stopp im Supermarkt, wo wir für die paar Sachen ein kleineres Vermögen ausgeben (wie können sich die Einheimischen hier überhaupt etwas kaufen?), fahren wir in Richtung Hwange National Park. Nach nur gerade zehn Kilometer müssen wir die Fahrt aber schon wieder unterbrechen. Die erste Polizeikontrolle (wir haben viel davon gehört und gelesen…) erwartet uns. Natürlich fragt der Polizist genau nach dem Ding, welches wir gerade so spontan nicht zeigen können. Wo ist nur dieses verdammte Pannendreieck? Odi räumt fast die ganze Karre geduldig aus und zeigt dem Herr all die anderen notwendigen Dinger wie Warnweste, Papierkram, Feuerlöscher, usw. Nur das Pannendreieck ist nirgends auffindbar. Als er schliesslich auch noch in der Futterschublade nachschaut, wird der Herr Polizist urplötzlich extrem hungrig. Mit einem Päckli Biscuits können wir die Sache schliesslich subito beenden. Unglaublich, wie hier gewirtschaftet wird! Günstiger als eine Busse ist es aber allemal. Da wir den Hwange N.P. unbedingt in seiner ganzen Breite durchfahren wollen, fahren wir den riesigen Park am äussersten westlichen Zipfel an. In the middle of nowhere – unterwegs nehmen wir wieder jemanden mit – finden wir schliesslich irgendwann das Gate. Nach nur kurzer Zeit müssen wir feststellen, dass sich in diesem Winkel des Parkes so gut wie gar keine Tiere aufhalten. Der Park scheint wie leer gefegt. Einzig die Tracks können uns ein bisschen erheitern. Als wir dann aber irgendwann auch keine Ahnung mehr haben, wo wir genau sind und auch das GPS seinen Geist aufgegeben hat, finden wir auch das nicht mehr ganz soooo lustig. Mit einigen Umwegen finden wir zum Glück wieder auf den Hauptweg zurück und somit auch das angesteuerte Nachtlager. Wir sind absolut die einzigen, die hier übernachten und werden deshalb bestens umsorgt. Der Ranger heizt die Dusche ein, spaltet Feuerholz und erzählt uns zudem bei einem Bier allerhand über das Leben in Zimbabwe. Unser Fazit: die Leute hier haben es definitiv nicht einfach und müssen an allen Ecken und Enden um das tägliche Brot kämpfen. Die Inflation hat einfach alles zerstört – krass!

Where are the animals?

Unsere Erwartungen vom Hwange N.P. werden leider überhaupt nicht erfüllt. Nur gerade zu Beginn der Pirschfahrt und am Abend bei Sonnenuntergang sehen wir einige wenige Tiere. Die Stunden dazwischen sind von gähnender Leere geprägt. Sehen wir dann doch mal irgend ein Tier, sprintet dieses meist in gestrecktem Galopp vor uns davon ab in den Busch. Uns wird derart langweilig, dass wir uns die Zeit mit einem simplen Spiel um die Ohren schlagen. Pro Tier (alles ausser Vögel und Insekten zählt) gibt es einen Punkt und ein Biskuit. Für Löwen gäbe es drei Punkte und für einen Leoparden gar fünf Punkte. Wir starren sicher fünf Stunden wie doof in den Busch. Odi gewinnt am Schluss mit 10:5 – ohne Löwen und Leoparden. Dieser Score sagt wohl alles. Sind wir zu verwöhnt von den anderen Parks oder haben wir einfach nur Pech? Oder ist der Park einfach zu gross? Oder finden die Tiere genug Wasser weit ab der üblichen Wasserlöcher? Who knows… Auf jeden Fall haben wir beschlossen, dass wir den Park einen Tag früher als geplant verlassen und uns stattdessen lieber mehr Zeit für die Fahrt zu den Mana Pools nehmen. Morgen geht es deshalb weiter in Richtung Osten.

Zimbabwe, Hwange National Park, Landscape

Navigation gleich null

Trotz den wenigen Tiersichtungen der Vortage wollen wir uns resp. den Tieren und somit dem National Park nochmals eine Chance geben und beginnen den Tag mit der gewohnten Pirschfahrt.

Zimbabwe, Hwange National Park, Sunset

Wir planen ganz in den Süden zufahren und dort durch das Gate den Park zuverlassen. Unterwegs zum Gate sehen wir dann tatsächlich auch einige der 30’000 Elefanten, die hier wohnen sollen, und einige andere Tiere. Hier scheinen die Viecher auch mehr an Autos gewohnt und machen sich bei unserem Anblick nicht immer gleich auf und davon. Die Landschaft ist zudem super toll. Einziges Malheure: wir finden das Gate nicht! Die Schilder sind derart spärlich, dass wir praktisch keine Chance haben. Nach einer gefühlten Ewigkeit können wir uns ganz am äussersten Zipfel des Parkes endlich wieder orientieren. Natürlich sind wir meilenweit an unserem Ziel vorbei geschossen. Guten Mutes starten wir nochmals einen Versuch, merken aber bald, dass wir im Kreis gefahren sind. Himmel, unser Navigationssinn hat uns total im Stich gelassen. Um den Park doch noch irgendwann wieder verlassen zu können, beschliessen wir auf Nummer sich zu gehen und zum Main Camp – dort haben wir übernachtet – zurückzufahren. Vielleicht war gar der Umweg gar nicht so schlecht. Dank diesem finden wir nämlich in einer Lodge Diesel und können volltanken. Das Benzin kostet hier übrigens genau gleich viel wie zu Hause! Die Fahrt nach Binga ist abwechslungsreich und kurzweilig. Überall hat es Dörfer und Leute auf der Strasse, die uns freudig winken. In Binga versuchen wir dann nochmals die Vorräte aufzustocken. Da die Auswahl spärlich ist, landen wir bei Nudeln und Büchsenfutter. Auch die Suche nach Diesel ist hier nicht allzu einfach. Zwei Tankstellen haben keinen Tropfen übrig. Am Schluss finden wir in einer Garage einen Zapfhahnen. Damit sollte die Weiterfahrt im Hinterland gesichert sein. Direkt am Ufer des Lake Kariba, einem riesigen künstlichen See, schlagen wir schliesslich unser Nachtlager auf. Übrigens begegnen wir heute wieder drei Polizeikontrollen. Bei der ersten fahren ich einfach weiter. Ich habe das Handzeichen als Gruss interpretiert, Odi als Stopp-Zeichen. Bei den zwei anderen müssen wir nur alle Papiere zeigen. Ansonsten können wir ohne Probleme weiterfahren. Es geht also auch anders…

Wow, diese Strasse!

Da wir heute einen Drittel des Landes durchqueren müssen, sind wir früh unterwegs. Bald ist es vorbei mit der geteerten Strasse und wir fahren offroad. Am Anfang ist der Weg ja noch ganz ok, irgendwann müssen wir dann aber sogar den 4×4 einschalten. Durch tiefen Sand und Schotter sowie über vom Wasser ausgewaschene Felsen bahnen wir uns langsam aber stettig den Weg in Richtung A1. Kleines Detail: die Strasse ist eigentlich als gute Verbindung auf der Karte eingezeichnet! Unterwegs nehmen wir zwei Anhalter mit. Ein älterer Herr, das Gesicht voll mit Fliegen, bleibt nur ca. 30 Minuten im Auto. Beim Aussteigen schenkt er uns ein zahnloses Lächeln und die zwei einzigen englischen Wörter, die er beherrscht “very much”. Der Nächste macht es sich dann für über fünf Stunden bei uns bequem. Der gute Mann trifft Dank unserer Fahrgelegenheit ganze 24 Stunden (crazy…!) früher an seinem Ziel ein. Der öffentliche Bus, welcher hier einmal pro Tag durchfährt, hätte für die Strecke definitiv viel mehr Zeit gebraucht. Die Fahrt ist zum Glück wieder sehr abwechslungsreich. Wir kommen fast nicht mehr aus dem Winken raus und befürchten für morgen schon einen gewissen Muskelkater in der Winkhand. Die Schlumpfhäuser reihen sich praktisch ununterbrochen aneinander. Irgendwann gibt es dann auch noch eine Tse Tse-Fliegenkontrolle. Der Herr (die Szenerie ist vergleichbar mit der Jellyfish-Fangsszene aus Spongebob) sprintet mit Spray und weissem Fangnetz unserem Auto entgegen. Nett wie wir sind, lassen wir ihn sogar im hinteren Teil des Autos ein bisschen herum sprayen. Nach 300 Kilometer erreichen wir endlich wieder geteerten Untergrund. Die letzten 200 km sind entsprechend im Nu zurückgelegt. In Kariba finden wir zu unserem Erstauenen sofort Diesel. Einzig die Suche nach dem Spar scheint hier schwieriger. Am Schluss können wir immerhin vier Colas und vier Kartoffeln kaufen. Von Trinkwasser (Nestlé hat – oh Wunder – hier noch keinen Markt aufgebaut) fehlt weit und breit jede Spur. Zum Glück haben wir noch einige Liter dabei, so dass wir wohl nicht verdursten werden. Und Bier haben wir sonst auch noch an Lager… Der Camping in Kariba ist einmal mehr Basic pur. Damit hätten wir eigentlich nicht gerechnet, ist das Kaff im Lonely Planet doch recht gut beschrieben. Aber wie sollte die ganze Infrastruktur erhalten bleiben, wenn kein Mensch mehr hier Ferien macht? Heutige Anzahl Polizeikontrollen: null! Kein Wunder bei der abgelegenen Sache… Übrigens hätte es von Binga nach Kariba auch eine Fähre gegeben. Diese hätte aber 22 Stunden gedauert und erst noch 360 Dollar gekostet. Da sind wir ja mit der Tagesfahrt noch ganz gut bedient.

Mana Pools I

Voller Vorfreude machen wir uns am Morgen auf zu den Mana Pools. Der National Park gehört zum Unesco Weltnaturerbe und wir sind sehr gespannt was uns dort erwarten wird.

Zimbabwe, Kariba, Zebra

Ein Highlight des Parks – oder besser der grosse Unterschied zu all den anderen Parks – ist, dass man hier das Auto offiziell verlassen und in der Prärie herumlaufen darf. Self-guided Walking-Safari nennt man dies (wir werden dies natürlich nicht machen, da es doch etwas gefährlich ist. Schliesslich läuft hier alles herum. Aber wir werden selbstverständlich aussteigen und uns ein paar Meter von der Karre weg bewegen). Gegen Mittag erreichen wir das Camp direkt am Sambesi. Nachdem wir uns angemeldet haben und mit diversen Infos versort wurden, sind wir ready für die erste Prischfahrt. Was sofort auffällt, ist die offene Landschaft. Kein Wunder entdecken wir überall Impalas, Springböcke, Pumbas, Elefanten, Affen, Hippos, Crocs und viele andere Tiere. Die Tracks sind für unseren 4×4 ein Nasenwasser. Wie man hier allerdings mit einem normalen PW herumkurven sollte (dies ist offiziell möglich…), ist uns ein Rätsel. Müde aber zufrieden sind wir bei Sonnenuntergang wieder zurück im Camp. Da es schon dämmert und es hier keinen Strom gibt, müssen wir im Dunkeln duschen. Ein eckliges Gefühl, wenn man nicht weiss, was einem alles begegnen kann. Da uns heute aufgrund der Holperpisten zudem wieder zwei Pet-Flaschen geplatzt sind, müssen wir nach dem Znacht auch noch den Kühlschrank putzen. Aludosen sind im afrikanischen Busch wohl die bessere Alternative!

Mana Pools II

Da in der kühlen Morgenluft die Tiere weitaus aktiver sind als während des Tages und wir die Hoffnung auf Löwen, Leoparden und Cheetah’s noch nicht aufgegeben haben, sind wir bereits um 6.20 Uhr auf der Pirsch. Leider scheinen heute jedoch auch wieder nur die üblichen Tiere die kühle Morgenbrise geniessen zu wollen. Nirgends zeigt sich uns eine Neuentdeckung.

Botswana, Chobe National Park, Antilope

In mein Tauchlogbuch würde ich denn wohl heute auch nur zwei Wörter schreiben: SAU (= same as usual) & VBF (= viele bunte Fische). In der Mittagshitze ziehen wir uns in den Schatten des Camps zurück und ich komme endlich dazu einen Blick in mein Buch zu werfen. Am Nami wieder das gleiche Spiel. Viel bekanntes, wenig Neues. Zum Glück gibts die Hippo’s, die sind konstant immer am gleichen Ort zu finden. Zum Znacht folgt schliesslich das kulinarische Highlight dieser Ferien. Da wir seit Tagen keinen gut ausgerüsteten Shop mehr gefunden haben, bleiben uns die Spaghetti aus der Dose. Schmeckt wie Ravioli nur irgendwie noch hässlicher (meine Meinung… Odi findet sie super). E Guete! Ausgerechnet in dieser Nacht muss ich natürlich auf’s WC. Tönt unspektakulär, ist es aber nicht. Die Hippos grunzen aus allen Ecken und wenn man weiss, dass die Viecher nur in der Nacht an Land kommen um zu fressen (wir pennen ca. 30 Meter vom Fluss weg) und zudem zu den gefährlichsten Tieren Afrikas gehören, muss man schon genau schauen, ob man beim nächtlichen Geschäft nicht alleine ist. Ich bins zum Glück!

Prall gefüllter Supermarkt

Heute beginnt offiziell die Rückreise in Richtung Südafrika. Unser heutiges Ziel ist ein kleiner See wenige Kilometer westlich von Harare. Im ersten grösseren Kaff machen wir einen Shopping-Stopp. Die paar Kilometer in den Süden haben es in sich. Wir kommen ohne Vorwarnung von praktisch null Angebot, zu einer riesigen Auswahl. Wir trauen unseren Augen kaum und freuen uns schon jetzt auf das Braii am Abend. Das Camp am See ist sehr idyllisch. Da wir früh genug sind, können wir sogar noch den Bird Park, welcher zum Resort gehört, anschauen. Diverse Vögel, welche wir bereits in der Natur entdeckt haben, lassen sich so nun auch aus der Nähe betrachten. Zur Abwechslung auch ganz nett… Das Highlight ist wohl der Strauss, welcher Odi am liebesten attakieren möchte. Das riesige Viech legt sich direkt vor ihm auf den Boden und schlägt richtig gehend mit seinen Flügeln aus. Gott sei Dank ist ein Zaun dazwischen, so dass wir die Drohgebärde äusserst gelassen nehmen. Kaum ist die Sonne weg, macht sich der Herbst heute zum ersten Mal bemerkbar. Im Nu wird es derart kühl, dass wir alle Jacken anziehen müssen, die wir dabei haben. Zum Glück hat Heather uns eine dicke Wolldecke eingepackt. Die brauchen wir heute Nacht im Zelt unbedingt.

Great Zimbabwe

Die Fahrt durch Harare ist unspektakulär und easy. Der einzige Verkehr bilden die zahlreichen Minibusse, die die Berufstätigen in das Zentrum bringen. Ansonsten ist nur am Stadtrand etwas los. Von hier fahren die grossen Busse in alle möglichen Himmelsrichtungen los. Wir amüsieren uns köstlich, was alles transportiert wird. Ganze Schränke, Sofas, Matratzen, Velos und anderer Kram lässt sich irgendwie auf dem Bus verstauen. Das Fahrzeug ist danach meist doppelt so hoch wie vorher. Ob das Zeugs auch gut angemacht ist, wissen die Götter. Die Fahrt in den Süden wird von vielen Polizeikontrollen begleitet. Meist müssen wir nicht einmal anhalten – entweder weil die Polizisten gerade beschäftigt sind oder weil wir sie keinen Grund sehen uns zu kontrollieren. Nach ca. zehn Kontrollen ist es dann aber wieder soweit und wir müssen am Strassenrand halten. Da unsere Papiere in Ordnung sind, suchen die Schmierlappen verzweifelt nach einem anderen Grund uns etwas Geld abzuknöpfen. Dabei sind sie ganz besonders einfallsreich. Der Bulle will uns tatsächlich eine Busse für das unsaubere – genau, zu viel Dreck! – Fahrzeug geben. Dazu soll der Feuerlöscher nicht mit dem amtlichen Siegel versehen sein. Für den Dreck verlangt er 70 Dollar, für den Feuerlöscher 40, macht nach simbabwischer Rechnung 150 Dollar (ja, rechnen scheint nicht ihre Stärke zu sein…). Odi zeigt ihnen auf wie sinnlos es ist, uns wegen eines dreckigen Autos zu büssen. Das sehen die Jungs dann tatsächlich auch ein. Bleibt der Feuerlöscher, welchen sie partout nicht als geprüft anerkennen wollen. Nachdem wir so ziemlich mit jedem anwesenden Polizisten gesprochen haben und wir langsam aber sicher keine Lust mehr zum Diskutieren haben, fragt uns der Polizist wieviel wir den überhaupt zahlen möchten. Odi offeriert zehn Dollar. Nach längerem hin und her willigt endlich einer ein. Als wir dafür aber eine Quittung verlangen, fängt die Diskussion wieder von vorne an. Mit Quittung kostet der Spass immer noch 40 Bucks. Irgendwann landen wir wieder bei den ursprünglichen zehn Dollar, bezahlen diese und fahren ohne Quittung davon. Tja, das war Korruption pur. Die nächsten zwei Kontrollen passieren wir trotz Stopp unbeschadet. Beide Male werden wir von einer Ladie aufgehalten und wir müssen feststellen, dass die Frauen doch einiges umgänglicher, freundlicher und korrekter unterwegs sind als die Männer. In Great Zimbabwe angekommen, befolgen wir den Tipp von Nadine und Roger und finden ein wunderbares Camp mit Seesicht. Neben einem riesigen Holzhaufen bekommen wir hier sogar ein privates Badezimmer. Wunderbar! Den Nami verbringen wir in Great Zimbabwe, dem wichtigsten nationalem Monument des Landes, welches gleichzeitig Unesco Welterbe ist. Great Zimbabwe hat dem Land 1980 seinen Namen gegeben. Zimbabwe bedeutet übesetzt: grosse Häuser aus Stein. Die Steinhäuser sind denn auch gross und zimlich eindrücklich aufeinander geschichtet. Bis vor wenigen Jahrzehnten war man sich denn auch uneinig, ob Afrikaner vor dieser langen Zeit(Entstehung ab dem ca. 10 Jahrhundert) überhaupt fähig waren, etwas derartigs zu bauen. Die Steingebäude sind zudem die grösste Ruine des afrikanischen Kontinentes, welche sich südlich der Sahara finden lassen. Wir geniessen den Spaziergang durch die Anlage mit vielen Einheimischen und der nigerianischen Air Force. Da man Dank dem obligaten “How are you?” schnell in Kontakt kommt, müssen wir immer wieder einen kleinen Schwatz abhalten und werden zu Fotos aufgefordert. Wir fühlen uns gar etwas wie in Asien und geniessen es 🙂

Khami Ruinen

Unser letztes Ziel in Zimbabwe sind die Ruinen von Khami bei Bulawayo. Auch diese Steinhaufen gehören zum Unesco Kulturerbe. Auf dem Weg dorthin passieren wie wieder einmal eine ganze Menge an Polizeikontrollen: 12! Heute scheint uns das Glück hold und wir müssen nur zwei Mal die Papiere zeigen, können aber sonst ohne Probleme passieren. Unsere neuste Theorie: bin ich am Steuer, ist die Gefahr einer langen Diskussion gering. Nach dem Abzweiger, welcher uns auf die Stichstrecke nach Bulawayo führt, peilen wir die erst besteLodge an, denn wir wollen morgen früh für die Rückfahrt nach Südafrika bereits möglichst viele Kilometer und Polizeikontrollen hinter uns gebracht haben. Obwohl es hier offiziell keine Campingplätze gibt, werden wir freundlich aufgenommen und haben erst noch die ganze Lodge für uns alleine. Die Khami Ruinen haben wir rasch besichtigt. Nach Great Zimbabwe ist das ganze doch eher klein und nicht gerade ein absolutes Highlight. Was uns dafür positiv überrascht, ist Bulawayo. Das quirrlige Zentrum ist relativ modern und die Strassen sind mit viel Leben gefüllt. Den letzten Abend in Zimbabwe verbringen wir mit einem grossen Braii. Wir gönnen uns ein sehr gutes Stück Fleisch und verabschieden uns so langsam aber sicher von diesem schönen Land, welches es nicht verdient hat, dass praktisch niemand mehr hier Ferien macht. Die Schauermärchen, die bei uns in den Medien herum gereicht werden, haben sich auf jeden Fall überhaupt nicht bestätigt. Wir haben uns in keiner Sekunde unsicher gefühlt und können jedem, der schon ein bisschen Afrika-Erfahrung hat, eine Reise zu diesen freundlichen und aufgeschlossenen Menschen nur empfehlen. Es bleibt die Hoffnung, dass irgendwann auch die Regierung wieder auf den richtigen Pfad kommt.

Sonnenbaden an der Grenze zu Südafrika

Die letzten 300 Kilometer zur Grenze bringen wir ohne Probleme hinter uns. Da ich fahre, werden wir an allen Kontrollen von den noch etwas schlaftrunkenen Polizisten vorbei gewunken. An der Grenze angekommen, geht es zuerst ganz zackig weiter. Die Ausreise aus Zimbabwe dauert nur gerade schlappe 30 Minuten. Als wir beim südafrikanischen Zoll ankommen, trauen wir unseren Augen kaum. Eine riesige Schlange hat sich vor einem Zelt versammelt und wartet auf die Immigration. Uns bleibt wohl oder übel nichts anderes übrig als uns auch anzustellen. Mit uns warten ca. 1000 Afrikaner an der brütenden Sonne – ca. 30 Grad im Schatten, diesen gibt es aber leider nicht – auf die Einreise. Leider kommen wir kaum vorwärts. Ein Glück können die Zimbabwer Schlange stehen. Kein Gedränge, gar nix. Als wir nach zwei Stunden warten endlich an der Reihe sind, wird uns auch bewusst wieso das Ganze so lange gedauert hat. Nur gerade zwei Zollbeamte nehmen sich den Einreisenden an. Immerhin lässt sich der Grenzbeamte bei uns auf einen Schwatz ein. Allerdings zeigt er sich überhaupt nicht beeindruckt ab der langen Wartezeit. Nachdem wir auch noch den letzten Schalter, dieses mal ohne anstehen, hinter uns gebracht haben, geht es endlich weiter. Die Ankunft in Südafrika gleicht einem kleineren Kulturschock. Alles ist geordneter, morderner und westlicher. Zu unserem Erstauenen schaffen wir es trotz der Warterei an unser ursprüngliches Ziel. In Bela-Bela – hier haben wir auch schon die erste Nacht verbracht – schlagen wir wieder in einer riesigen Ferienganlage unser letztes Nachtquartier auf. Entsperchend sind wir hier nicht mehr ganz alleine… Cheers auf unseren letzten Abend dieser wunderbaren Reise!

Goodbye Africa

Bevor wir die letzten paar Kilometer nach Jo’burg unter die Räder nehmen, müssen wir das Auto aufräumen und unsere sieben Sachen irgendwie wieder in den Tramper bringen. Drei Wochen in einem solchen Auto bringen viel Potential für eine gewisse Unordnung mit sich! Irgendwann ist alles verstaut und nachdem wir auch den letzten Staub gründlich abgeduscht haben, sind wir ready für die Heimreise. Nach einem kurzen Stopp im Mäc und bei einem Supermarkt – mein Tramper ist voll mit meinem geliebten Peri Peri – treffen wir bei Heather und Harrie ein. Die Zeit reicht nur für einen kurzen Schwatz und schon sitzen wir im Taxi zum Flughafen.
Leider ist Afrika damit schon wieder passé… für den Moment wenigstens. Denn wir haben bereits wieder ganz viele Ideen für mögliche weitere Touren im südlichen Afrika. We hope, we will be back soon!