Let´s go!
Ich bin etwas angespannt, als wir am Morgen Bern verlassen. Melia ist erkältet und ich mache mir Gedanken, ob das mit dem Druckausgleich gleich klappen wird. Zum Glück wird es aber – wie von Odi angekündigt – ein No-Brainer. Pünktlich heben wir in Richtung New York ab. Die diesjährigen Herbstferien führen uns an die Ostküste der USA. Zuerst werden wir mit dem Camper das Hinterland erkunden. Als Schlusspunkt erwarten uns schliesslich vier Nächte in New York. Bei einigen haben unsere Reisepläne Kopfschütteln ausgelöst. Die USA machen bekanntlich gerade in vielerlei Hinsicht eher eine schlechte Falle. Wir lassen uns davon aber nicht beirren und haben an unseren Reisepläne festgehalten. Viele schlechte Nachrichten drehen sich unter anderem auch um die Einreise. Wir sind deshalb gespannt, wie wir dieses Mal empfangen werden. Die Immigration wird zum zweiten No-Brainer des Tages. Odi beantwortet ein paar Fragen, wir schauen in die Kamera und nach dem Hinterlassen der Fingerabdrücke können wir einreisen. Der Transfer ins Hotel entpuppt sich danach als der mühsame Teil der Reise. Erst lässt uns der Fahrer des gebuchten Transfers sehr lange warten und dann stecken wir – ebenfalls sehr lange – im Feierabendverkehr fest. Um halb drei Uhr Schweizer Zeit fallen wir schliesslich alle todmüde ins Bett.
Slideout, yes!
Der Jetlag lässt grüssen. Um fünf Uhr sind alle hellwach. Obwohl wir eigentlich noch müde sind, ist es vorbei mit der Nachtruhe. Wir chillen im Bett und warten bis es hell wird und das Frühstück parat ist. Da wir gestern Abend den langen Transfer schon hinter uns gebracht haben, ist es heute bis zur Campervermietung nur noch ein Katzensprung. Üblicherweise kann man das Wohnmobil erst am Nachmittag übernehmen. Da aber heute Samstag ist, bekommen wir das Fahrzeug bereits am Morgen. Die Erklärungen sind kurz und zackig. Das einzige unbekannt für uns ist das Slideout. Damit vergrössert sich unser Wohnzimmer innert Sekunden um mindestens einen Meter. Grossartig! Weiteres Detail am Rande: ein so langes Wohnmobil haben wir auch noch nie bekommen – und notabene auch nicht gebucht :-). Über ein Wirrwarr von Highways und Strassen fahren wir los in Richtung Hinterland. Unser erstes Ziel ist ein Walmart. Obwohl wir ja nicht das erste Mal in den USA sind, haut uns das Angebot fast aus den Socken. Alleine die Auswahl an Helloween-Sachen ist gewaltig. Für Helloween brauchen wir nichts. Unser Wägeli ist trotzdem voll. Die Inflation ist spürbar. Importware kostet definitiv viel, teilweise sehr viel. Für einheimische Ware sind die Preise auf unserem Niveau angekommen. Nach wenigen Fahrminuten erreichen wir schliesslich unser erstes Nachtlager, ein State Park an einem See.

Zu unserer Überraschung ist der Park voll. Wahrscheinlich weil heute Samstag ist und wahrscheinlich auch weil der Spätsommer sein Comeback gibt. Mit einem Bad wird es aber leider trotzdem nichts. Der See hat zu wenig Wasser und der Badestrand ist geschlossen. Wir haben aber auch so genug zu tun und sind mit dem initialen Einrichten des Campers beschäftigt. Bei Hamburger und Mashmallows am Lagerfeuer und begleitet von einem super Sonnenuntergang geht der erste Tag unterwegs zu Ende. Fun Fact: im State Park ist der Konsum von Alkohol verboten. Wir wundern uns noch warum fast alle mit ihrem Stanley-Cup herumlaufen… Wir machen es gleich wie die Einheimischen und trinken heute das Bier deshalb aus dem Cup vom Taco Bell und den Wein aus der Kaffitasse. Prost!
(Glücks-)Sterne
Der Jetlag scheint überwunden. Wir erwachen zwar noch zeitig, aber da wir heute fast fünf Stunden fahren werden, passt das bestens. Unterwegs machen wir einen Stopp in Bethlehem. Die historischen, von den Herrenhutter erbauten Häuser, gehören zum Unesco Weltkulturerbe. Die englische Übersetzung führt uns erst in die Irre und wir denken, dass wir in einem Kaff der Mormonen unterwegs sind. Erst als ich mich im Internet auch noch auf Deutsch schlau mache, wird klar, wo wir gelandet sind. An dieser Stelle senden wir liebe Grüße an unsere Huttersterne zu Hause; ihr kommt ja auch schon bald wieder zum Einsatz. Auf der Weiterfahrt haben wir doppelt Glück. Eine Minute früher und wir wären mitten in einen hässlichen Unfall verwickelt gewesen. Ein paar Minuten später und wir wären schon ziemlich viel länger im Stau gestanden. Leider sieht der Töfffahrer nicht nur gut aus und wir sind froh, sind schon genug Helfer auf Platz, die sich um ihn kümmern und uns durchwinken. Eine weitere Unterbrechung der Fahrt gibt es beim Einkaufen. Die Kids freuts. Sie sind heute nicht wirklich in Fahrtlaune. Zum Glück geht es aber nach dem Walmart nur noch eine Stunde bis zum nächsten Übernachtungsort, einem super schönen und lauschigen State Park, wo wir direkt an einem Flüsschen das Mobil abstellen dürfen. Auf einem kurzen Walk sammeln wir noch ein paar Schritte und erkundigen die dazugehörige Schlucht. Die Natur ist super schön und auch der Stellplatz könnte schöner kaum sein.

Niagara Falls
Okay, der Jetlag lässt immer noch grüssen. Um kurz vor sechs sind wir alle auf den Beinen. So bleibt genug Zeit Dies und Das zu erledigen. Unter anderem steht 1x entleeren und 1x befüllen aller Tanks an. Und dieses Prozedere dauert seine Weile. Als alles wieder so ist, wie es sein sollte, fahren wir auf direktem Weg zu den Niagara Falls. Der erste Programmpunkt ist die Bootsfahrt zu den Wasserfällen. Wassserfälle in Mehrzahl? Ja, die Niagara Falls (darum hats ja auch ein s bei Falls…) sind nämlich zwei Wasserfälle: 1x der Horseshoe Waterfall auf der kanadischen Seite und der 1x der American Fall auf der amerikanischen Seite.

Eingekleidet in blaue Ponchos kann man auf der Bootsfahrt beide sehen. Richtig nass werden wir aber nur bei der kanadischen Ausgabe. Die Bootsfahrt ist schon mal sehr lustig. Richtig cool, wird es aber dann beim Walk auf der amerikanischen Seite. Einige ziehen ihre Schuhe aus und verstauen sie im Rucksack. Ein weiser Entscheid. Spätestens bei „The Hurrican“ wird alles nass – trotz Poncho (dieses Mal in gelb). Man kann sich hier quasi unter den Wasserfall stellen und wird innert Sekunden bis auf die Unterhosen durchnässt. Fun pur! Mit einem grossen Smile im Gesicht fahren wir zum heutigen State Park.

Fallingwater
Der Tag beginnt mit einer Krankmeldung. Anina klagt über Halsweh und scheint auch sonst ziemlich angeschlagen. Wenigstens haben wir nun eine Erklärung für das vermehrte Kopfweh der letzten Tagen. Zum Glück läuft heute aber sowieso nicht viel. Auf dem Programm stehen vor allem einige Kilometer on the road. So kann Anina während der Fahrt viel liegen und sich erholen. Das Wetter hat auch gedreht und es schifft teilweise ziemlich stark. Unterwegs gibts zum Shoppen einen kurzen Stop. Ansonsten fahren wir auf direktem Weg nach Fallingwater. Fallingwater wurde in den 30iger Jahren von Frank Lloyd Wright, quasi der amerikanischen Ausgabe von Le Corbusier, im Auftrag einer Unternehmer-Familie aus Philadelphia gebaut. Das Haus ist perfekt in einen Wasserfall integriert und auch sonst von A bis Z durchdacht. Natürlich gehört das Ganze zum Unesco Weltkulturerbe.

Nur wenige Kilometer weiter wartet der nächste State Park auf uns. Da das Wetter auch wieder netter geworden ist, gibt es auch heute etwas vom Grill und ein Lagerfeuer. Das Camperleben ist einmal mehr genau unser Ding. Wir sind happy und im Element! Übrigens haben wir (erst) heute die ersten MAGA-Schilder gesehen.
Pizza Hut & Walmart
Es ist nass, grau und neblig und so gar nicht einladend. Dafür strahlt Anina wieder. Eigentlich wollten wir heute eine Fahrt durch das Amish County machen. Bei der Tagesplanung hat sich aber herausgestellt, dass der Umweg grösser wäre als erwartet. Wir entscheiden uns deshalb schlussendlich gegen diesen Programmpunkt. Wer weiss, ob die Amish bei diesem Huddelwetter überhaupt das Haus verlassen hätten. Mangels Alternativen machen wir einen „amerikanischen“ Tag. Zum Zmittag kehren wir im Pizza Hut ein und den Nami verbringen wir mehr oder weniger im Walmart. Da wir heute keinen Stress haben, können alle ausgiebig und ohne Zeitstress alles anschauen und anprobieren. Als Add On laufen uns dabei sogar ein paar amishe Frauen und ihre Kids über den Weg. Interessant, dass auch sie bei Walmart anzutreffen sind. Zufrieden und mit vollen Tüten fahren wir noch ein paar Kilometer weiter. Wir übernachten wieder in einem State Park, wo wir bald Bekanntschaft mit einem amerikanischen Ehepaar machen, das 20ig Jahre in Europa gelebt habt. Die beiden sind sehr erfreut uns zu treffen, packen ihr eindrückliches Deutsch aus und quatschen uns mit allen möglichen – auch politischen – Themen voll. Irgendwann meinen die beiden, dass sie dann sonst gerne später noch mit der Gitarre zu uns kommen würden – zum Singen. Dazu kommt es aber dann nicht und wir sind nicht ganz unglücklich darüber :-).
Earthworks
Nach dem ausführlichen Morgengespräch mit den Nachbarn (sie sind erstaunt über die hohen Zölle, die bald für ganz viele Länder für den Import in die USA gelten) geht es weiter. Im tiefsten Hinterland von Ohio treffen wir auf das einzige Unesco Weltkulturerbe des Staates. Vor ewig langer Zeit haben die Ureinwohner an diversen Stellen so genannten Earthwork hinterlassen. Das sind Erhebungen aus Hügeln, die eine bestimmte, immer identische Anordnung haben. Vom Boden aus nicht sehr eindrücklich. Sieht man das Ganze aber aus der Luft und überlegt sich wie diese vor so langer Zeit entstehen konnten, ist es eben doch ziemlich eindrücklich. Wir schauen drei dieser Stätten an. Weiter geht die Fahrt durchs Hinterland, vorbei an kleinen Dörfern, vielen Häusern, Farmen und Landwirtschaft. Wir wundern uns, warum bei allen Häusern der Rasen immer so schön gemäht ist. Und siehe da, es gibt ein Gesetz, dass dies eben genau so gemacht werden muss. Crazy; aber auch aufgeräumt und gepflegt! Zahlreiche Häuser sind übrigens bereits mit viel Halloween-Schmuck orange und gruslig geschmückt. Wir können nur erahnen, wie es hier in einem Monat aussehen wird. Nach dem obligaten Besuch im Walmart geht es auf den Campingplatz. Heute ist es zur Abwechslung ein KOA. Das heisst, dass es unter anderem auch eine Waschmaschine hat. Leider gibt es aber vorher noch ein anderes Unglück zu putzen. Das Brackwater – also der gesamte WC-Inhalt – schwimmt unten im betreffenden Camperfach herum. Warum, wissen wir nicht. Die Vermutung ist, dass Odi schlicht und einfach vergessen hat, das Loch zu schliessen… Shit happens :-).
Mammoth Cave N.P.
Heute steht das längste Höhlensystem der Welt auf dem Programm. Über 400 Meilen soll dieses mindestens messen. Unnötig zu erwähnen, dass der Mammoth Cave National Park deshalb zum Unesco Weltnaturerbe gehört. Die Fahrt ist kurzweilig. Wir fahren durch Cincinnati und an Fort Knox vorbei, machen einen Stopp bei Wendy`s und sind irgendwann ein bisschen irritiert ab der auf dem Handy angezeigten Zeit. Sind wir nun zu früh oder zu spät und warum überhaupt hat die Zeit umgestellt? Irgendwo resp. irgendwann haben wir wohl mindestens eine Zeitzone überfahren. Am Schluss sind wir auf alle Fälle rechtzeitig für unsere Tour beim N.P. Und wir haben Glück. Statt wie üblich 110 Personen sind heute nur knapp 30 mit dabei. Die Einerkolonne wird so ein bisschen weniger lang. Der Einstieg ist am schmalsten. Unten angekommen, laufen wir meist auf einem normalen Weg. Dies ist erwähnenswert, weil die Rangerin beim Briefing vorab ziemlich übertrieben geschildert hat, was für ein krasses Höhlenabenteuer uns gleich erwarten wird. Vor allem ein Part gefällt uns sehr gut. Eindrücklich was die Natur über Millionen von Jahren hier geschaffen hat. Der Campingplatz beim National Park liegt mitten im Wald. Natur pur. Mit dem Camper aber allemal sehr luxuriös.

Smokey Mountains N.P.
Unser Route führt uns weiter zum nächsten National Park. Nicht, dass dieser gleich um die Ecke wäre. Aber nach ein paar Stunden Fahrt, einem Stopp im Burger King und einem im Walmart sind wir irgendwann dort. Tönt jetzt vielleicht easy, aber heute habe mindestens ich etwas die Schnauze voll von der Fahrerei. Wir sollten es ja wissen. Meistens dauert es länger als geplant. Und wegen der Stunde Zeitverschiebung sind wir noch später dran als erwartet. Zu allem Ärger stellen wir kurz nach der Ankunft auf dem Camping im N.P. auch noch fest, dass der WC-Tank und der Abwasser-Tank quasi voll sind. Das ist ausgerechnet hier eher unpraktisch. Die Infrastruktur ist eher mässig. Das heisst unter anderem, dass es heute ausnahmsweise keine Dumping-Station vor Ort hat. Wohl oder übel müssen wir somit nochmals je 7 Meilen hin und zurück fahren, damit wir für die Nacht gerüstet sind. Aber dann passiert etwas, was uns für den ganzen heutigen Tag mehr als entschädigt: wir sehen einen wilden Schwarzbären am Strassenrand.

Die Begegnung dauert leider nur paar Sekunden. Trotzdem sind wir alle ziemlich aus dem Häuschen. Niemals hätten wir geglaubt, dass wir einen wilden Bären sehen werden. Damit ist der Tag mehr als gerettet! Zurück auf dem Camping brechen wir sofort auf, um doch auch noch einen kurzen Trail machen zu können. Einem Bären begegnen wir zum Glück nicht noch einmal. Aber auf der Hut sind wir allemal. Last but not least können wir auch noch Wetterglück melden. Die Sonne scheint und das scheint hier eher keine Selbstverständlichkeit zu sein.
Blue Ridge Parkway
Die Smokey Mountains machen ihrem Namen am Morgen alle Ehre. Überall hängt eine Wolke in dem schier endlosen Wald. Nahtlos geht der National Park über zum Blue Ridge Parkway. Diese Strasse, ist eine der berühmtesten des Landes und mit ein Grund, warum wir hier sind. Wir hoffen auf den Indian Summer. Doch leider sind wir für die Farbenpracht zu früh. Die meisten Bäume sind noch grün. Da sich die Fahrt zieht, wechseln wir zwischenzeitlich auf den Highway. Das Zmorge-Zmittag gibts wie üblich bei einer der bekannten Fast Food Kette. Danach machen wir auch noch den obligaten Einkauf im Walmart. Leider können wir für die Weiterfahrt dann nicht mehr zurück auf den Blue Ridge. Wie wir später in Little Switzerland herausfinden werden, hat genau vor einem Jahr und einem Tag ein Hurrican hier derart gewütet, dass noch heute viele Abschnitte des Blue Ridge Parkway gesperrt sind. Und wir Deppen dachten noch, dass es hier um diese Zeit sicher keine Hurriacans gibt… Zum Glück ist uns das Wetter aber gut gesinnt. Der Himmel ist blau und die Sonne scheint. In Little Switerland müssen wir natürlich einen Stopp einlegen. Die paar Häuser haben aus unserer Sicht nicht viel mit der Schweiz gemeinsam. Die Gegend schon eher. Die Mädels ziehen zur Feier des Tages gar ihre CHer Nati Libli an. Ein paar Meilen weiter beziehen wir das Nachtlager. Und das so zeitig, dass wir den Rest des Tages richtig ruhig angehen können.

Blue Ridge Parkway zum 2ten
Der Tag ist eigentlich top geplant. Es liegen zwar einige Meilen vor uns, aber wir haben diverse Stopps – neben dem obligaten Einkaufen und Futtern – eingeplant. Zudem haben wir auch einberechnet, dass die erste Etappe auf dem Blue Ridge Parkway gesperrt ist. Mit was wir aber nicht gerechnet haben, ist, dass unser RV tatsächlich mal zu gross sein könnte. Und so werden wir beim ersten geplanten Stopp abgewiesen, weil wir zu gross sind und beim zweiten Stopp können wir nicht parkieren, auch weil wir zu gross sind. Irgendwann ist dann auch der Parkway wieder gesperrt und wir müssen im Zickzack entlang des Blue Ridges fahren. Ergo sitzen wir auch heute fast wieder nur im Auto und fahren Meile um Meile ab. Aus den geplanten vier Stunden werden am Schluss sieben Stunden. Nicht hilfreich ist, dass als Dessert auch der letzte Teil zum Camping gesperrt ist. Heute gab es definitiv ein paar Extrameilen. Wir sind uns einig, dass der Blue Ridge Parkway nicht unser Freund wird. Vor allem, wenn der Indian Summer noch nicht angefangen hat und Nieselregen vom Himmel fällt.
Monticello
Neuer Tag, neues Glück. Nur das Wetter bleibt wie gestern: regnerisch. Nach einer kurzen (!) Fahrt erreichen wir Charlottesville und damit Monticello, das Haus des 3ten Präsidenten der USA, Thomas Jefferson (1743 – 1826). Dieses wurde von ihm selber geplant und gebaut und gehört heute zum Unesco Weltkulturerbe. Jefferson prägte den Satz, dass alle Menschen gleich sein. Interessanterweise hatte er selber über 400 Sklaven… Auf einer Tour können wir den ersten Stock des Gebäudes besuchen. Weil ihm auch Bildung sehr wichtig war, gründete er in der Stadt zudem die Universität von Charlottesville. Über 25´000 Studenten gehen hier auch heute noch ein und aus. Die Uni selber ist wie eine kleine Stadt und hat auch den Unesco Status. Wir lassen uns mit Uber zur Anlage bringen und spazieren durch die Gegend. Überall wimmelt es von jungen Leuten, die hier ihren Bachelor- und/oder Masterabschluss machen. Nach dem Sightseeing fahren wir in Richtung Küste zum heutigen State Park.

Beim Studieren des Wetterberichtes müssen wir feststellen, dass es für Morgen ein paar Wetterwarnungen gibt. Wir wollten eigentlich zu den Outer Banks und direkt am Meer campen. Dort könnte es aber eher ungemütlich werden: hohe Wellen, viel Wind, Starkregen und ev. Überschwemmungen. Wir werden morgen früh entscheiden, ob es deshalb eine Planänderung gibt.
Plan B
Der Wetterbericht ist unverändert und wir entscheiden uns für Plan B. Das Meer wollen wir aber trotzdem rasch sehen. Dass unser Entscheid ein guter war, merken an der Küste sofort. Es windet uns fast aus den Schuhen und von gemütlich kann definitiv nicht die Rede sein. Das Kaff ist wohl auch deshalb heute wie ausgestorben. In der Hochsaison muss es hier aufgrund der zahlreichen Übernachtungsmöglichkeiten und sonstigen Angeboten aber nur so vor Menschen wimmeln. Einzig die Parkplatzgebühr ist heute wie in der Hochsaison. Wir bezahlen stolze 24 Dollar, um unsere Karre ca. eine Stunde auf einem notabene leeren Parkfeld abstellen zu können.

Da auch die Restaurants geschlossen oder wenig einladend sind, landen wir schlussendlich zum Zmittag im Mäc. Da weiss man wenigstens, was man bekommt :-). Für die, die nicht aussteigen wollen, gibt es übrigens reservierte Parkplätze, wo das Essen direkt im Auto serviert wird. Wir bleiben beim Tisch im Restaurant (auch, weil der RV gar keinen Platz gehabt hätte auf den vorgesehenen Parkplätzen). Danach wollen wir eigentlich in das maritime Museum, wo auch das Kriegsschiff Wisconsin steht. Beim Einstellen des Navi entdecken wir aber ganz in der Nähe auch noch eine Outlet Mall. Eine schwierige Entscheidung, die wir den Kids überlassen. Die beiden sind sich natürlich schnell einig und so landen wir statt im Museum im Outlet. Weiterbildung der anderen Art: amerikanischer Lifestyle. Weiter im Landesinnern und damit geschützt vor allen Widrigkeiten, die uns am Meer erwartet hätten, landen wir am Abend auf einem Platz mitten im Wald. Notabene fünf Minuten neben der Highway-Ausfahrt. Die USA überraschen uns immer wieder – in alle Richtungen.
Koloniales Williamsburg
Der Tag beginnt mit einer Geschichtsstunde in Yorktown. Hier fand die finale Schlacht statt, die schliesslich zur Unabhängigkeit der USA geführt hat. Das Visitor Center ist wegen des nationalen Shutdowns, welcher seit gestern gilt, geschlossen. Obwohl wir das Gefühl hatten, dass uns dies wenig bis gar nicht betrifft, wird uns jetzt klar, dass wir in den folgenden Tagen doch noch das eine oder andere Mal vor geschlossenen Türen stehen könnten. Wir fahren weiter nach Williamsburg. Das halbe Kaff ist ein Freilichtmuseum. Und da dieses nicht vom Staat geführt wird, bleibt es auch ohne Einschränkungen offen. Hier erleben wir, wie es sich damals lebte. Interessant ist vor allem der Buchdruck. Wahnsinnig, der Aufwand von damals, um eine Zeitung oder ein Buch zu drucken. Etwas nordwärts in einem Wald stellen wir den Camper für die Nacht ab. Der Shutdown hat da gerade auch sein Gutes. Wir können die Park Fee nicht bezahlen. Sie haben keine Kohle und wollen keine Kohle.

Washington D.C.
Heute besuchen wir die Hauptstadt. Für schlappe 60 Dollar haben wir einen Parkplatz Downtown reserviert. RV-Parkplätze sind extrem rar resp. inexistent und nach langer Recherche haben wir schliesslich diese Möglichkeit in der Union Station gefunden. Neben all den Grey Hounds parkt friedlich unser RV. Ein lustiges Bild. Bereits nach wenigen Metern in der Stadt haben wir einen kleinen Kulturschock. Nach so viel Natur, Wald, Ruhe und einer relativ homogenen Spezies von campenden, älteren Menschen sind wir uns das Spektrum an unterschiedlichsten Menschen fast nicht mehr gewohnt. Oder anders gesagt: vor dem Bahnhof ist es in etwa so wie bei uns vor der Heiliggeistkirche unter dem Baldachin. Bevor wir so richtig mit dem Sightseeing loslegen, stärken wir uns mit dem Kaffee und Kuchen – für schlappe 40 Dollar notabene (ein Gipfeli oder sonst ein Gebäck kostet hier immer mindestens 5 Dollar und somit praktisch gleich viel wie der Kaffi – crazy!). Trotzdem ist die Stärkung eine sehr gute Idee, denn Shops sind nachher auf der gesamten Tour kaum zu finden. Unsere Runde starten wir beim Weissen Haus.

Donald lässt sich nicht blicken und wir werden nicht empfangen. Leider können wir somit auch nichts zur Entschärfung des Zollproblems beitragen. Dabei hat Anina extra das CHer Nati-Libli angezogen… 🙂 Weiter geht es beim Washington Monument. Wegen des Shutdowns sind unsere (notabene reservierten und bezahlten) Tickets leider nutzlos. Wir müssen uns mit dem Blick auf den Obelisk von unten begnügen. Zum Glück sind alle anderen Sehenswürdigkeiten frei zugänglich. In der warmen Sonne wandern wir zu den Memorials des 2ten Weltkriegs, des Vietnam- und des Südkoreakriegs und schauen uns die Lincoln und die Martin Luther King Statue an. Danach spazieren wir durch die grüne Parkanlage weiter zum Capitol.

Nach fünf Stunden und 15 Kilometern sind wir langsam aber sicher am Ende unserer Kräfte. Zur Stärkung gibt es eine Runde Taco Bell. Den spannenden und eindrücklichen Tag beenden wir in einem State Park in Maryland, wo uns doch glatt das Feuerholz geklaut wird, als wir noch rasch zum Dumpen fahren.
Ergänzung: die National Garde haben wir heute gesehen. Teilweise haben sie uns sogar gegrüsst. Wie es hier vorher ausgesehen hat, wissen wir nicht. Deshalb können wir auch nicht sagen, ob es wirklich so schlimm war, wie von Trump behauptet wurde. Was wir beim Verlassen von Washington jedoch sehen: die Vororte sind teilweise sehr heruntergekommen und in einem erbärmlichen Zustand. Auch sehen wir heute das einzige Mal ein ICE-Auto.
Fun Fact: heute finden wir tatsächlich einen Walmart, welcher KEINE frischen Früchte, KEIN frisches Gemüse und auch kein Frischfleisch führt. Man stelle sich vor, dass Menschen immer so einkaufen… Wir haben auf jeden Fall ein kleines Backflash an unserer letzte Reise in den USA und somit an Twenty Nine Palms und lieben unser Gemüsekistli zu Hause gerade noch ein bisschen mehr.
Bei den Amish
Statt wie geplant via Delaware – die Strasse führt uns nur kurz durch diesen Staat – fahren wir zurück nach Pennsylvania. In der Gegend von Lanchester befindet sich ein weiteres Cluster von Amischen. Diesen wollen wir uns heute doch auch noch etwas ausführlicher widmen. Wir besuchen ein Amish Village, wo wir auf einer Tour durch ein Musterhaus allerhand interessante Informationen zu und über ihr Leben bekommen. Wir sind beeindruckt, wie diese Menschen auch heute noch leben, wie vor 100 Jahren. Nach einem voraussichtlich letzten Besuch bei Walmart – es hat hier sogar einen Unterstand für die Kutschen der Amischen – übernachten wir heute wieder einmal auf einem KOA. Für ein paar extra Dollar gibts front row mit zwei Tischen, Sonnenschirm, Grill, Feuerstelle, Full Huck Up und natürlich eine Waschmaschine.
Philly und die grosse Packerei
Philadelphia wird nicht unsere Lieblingsstadt. Aber alles der Reihe nach. Für unseren Monster-RV brauchen wir bekanntlich eine gewisse Parkplatz-Grösse. Diesen Parkplatz sollten wir easy neben dem Stadion finden. Dumm nur findet heute ein American Football Match der lokalen Eagles statt. Schlappe 68´000 Fans werden vor Ort sein. Gefühlt die Hälfte ist schon da. Rund um das Stadion ist alles proppenvoll. Die Fans haben es sich mit dem halben Haushalt gemütlich gemacht und warten auf den Anpfiff. Ein Festival bei uns – notabene für Musik und nicht für Sport – ist lächerlich im Vergleich zu dem, was wir hier zu sehen bekommen. Es gäbe noch ein paar freie Plätze. Da die Preise sich aber zwischen 400 und 1800 Dollar bewegen, ist das heute ausnahmsweise nichts für uns :-). Wir steuern deshalb Parkplatz B an. Nach einiger Kurverei finden wir diese zwar, nur leider ist heute Sonntag niemand da und wir wagen es nicht, den Camper hier in der Pampa alleine und unbewacht stehen zu lassen. Wir beschliessen deshalb zu Parkplatz C zu fahren und parken schlussendlich direkt vor dem Walmart. Mit Uber fahren wir in die Innenstadt. Der Grund warum wir überhaupt in Philly sind, ist die Independence Hall. Hier wurde die amerikanische Unabhängigkeitserklärung verfasst. Leider ist die Halle aber wegen dem Shut Down geschlossen. Neben der original Glocke der Hall – hinter Scheiben gleich daneben – wäre es das denn eigentlich auch schon gewesen mit den Sehenswürdigkeiten in Philadelphia.

Wir spazieren relativ orientierungslos durch den ältesten Stadtteil. Hier finden sich Wohnhäuser, die rund 300 Jahre alt und relativ hübsch sind. Wir lassen uns über einen lokalen Markt treiben, kühlen uns mit einem Iced Latte – es ist wunderbare 27 Grad – ab und bestellen, dann wieder Uber, um zurück zum Walmart zu fahren. Eine Stunde weiter beziehen wir in einem schönen Wald den letzten Campingplatz. Zum Glück sind wir früh genug daran. Es gilt den Camper Rückgabe bereit machen. Wie immer gibt die Leerung mehr zu tun als gedacht. Zum Glück haben wir wohl wissentlich bereits von einigen Tagen einen vierten Koffer gekauft. In die drei, die wir von zu Hause mitgenommen haben, hätten wir das viele Material, welches unterwegs dazu gekommen ist, definitiv nicht verstauen können. Danach heisst es ausessen und austrinken, die letzten Burger auf die letzte Kohle schmeissen und das letzte Holz verfackeln.
Bye RV, Hello NYC
Nachdem die allerletzten Sachen in den Koffern verstaut sind und auch sonst alles erledigt ist, was es noch zu erledigen gibt, nehmen wir die letzten paar Meilen unter die Räder und fahren zurück zur Camper-Vermietung. Wie immer nach einem solchen Trip sind wir einfach nur dankbar, dass wir unfallfrei wieder zurück sind. Nach exakt 2951 Meilen! Die Abgabe geht unkompliziert und schnell über die Bühne. Obwohl wir das Airbnb netterweise schon ab Mittag beziehen können, sind wir trotzdem immer noch etwas zu früh dran. Wir bestellen deshalb über Uber Eats noch ein paar Tacos direkt zur Vermietung. Danach ist es an der Zeit – natürlich auch mit Uber – noch Hoboken zu fahren. Für die nächsten vier Nächte haben wir uns in einer Wohnung gleich auf der anderen Seite des Hudson River eine hübsche und praktische Wohnung gemietet. Kein Schnäppchen, aber deutlich mehr Quadratmeter für den gleichen Preis als in Manhattan. On top dürfen wir in einer aufgeräumten, ruhigen und sicheren Wohngegend hausen und noch einige Tage wie Amis in einem typischen Reihenhaus hausen. Da wir noch den ganzen Nachmittag Zeit haben, fahren wir spontan bereits heute ein erstes Mal nach Manhattan. Unterwegs bestaunen wir die vielen mit Helloween-Gedöns geschmückten Eingänge. Zur Feier des Tages gönnen wir uns für die Überfahrt die Fähre. Diese kostet einiges mehr als der Zug, dafür ist die Aussicht auf die Skyline inklusive. Die Girls machen ein erstes Mal grosse Augen. Dann geht es los und wir tauchen ein in den Grossstadt-Dschungel. Wir starten gleich mit dem wohl grössten Touristenmagnet, dem Times Square. Melia fühlt sich gleich puddelwohl. Anina ist vorsichtiger unterwegs. Der Lärm, die unglaublich vielen Menschen, der Verkehr, die Sirenen, die auch komischen Gestalten und Spinner und vieles mehr, daran muss sie sich erst gerade noch gewöhnen. Wir betreten die ersten Shops, staunen und saugen alles auf. Im Central Park gibt es ein paar Minuten Ruhe. Die Zeit fliegt und ohne dass wir es gross bemerkt hätten, ist der Nami schon fast vorbei. Zeit für den Heimweg. Die Überfahrt – wieder auf dem Wasser – im besten Abendlicht ist spektakulär. Wir können uns kaum satt sehen an der super tollen Sicht auf Manhatten im Sonnenuntergang.

In unserem Quartier gibt es zur Stärkung ein paar Rahmen resp. Udon. Danach ist es an der Zeit langsam aber sicher zur Ruhe zu kommen. Ich bin happy, wieder einmal in New York zu sein. Unzählige Male war ich schon hier und lange Zeit war die Stadt meine absolute Lieblingsstadt. Obwohl ich in der Zwischenzeit nicht mehr hier leben möchte, bin ich immer noch total fasziniert von der Stadt am Big Apple und freue mich auf die nächsten drei Tage.
Heutige Gehdistanz: 14,5 km
New York Tag 1
Heute fahren wir mit dem Vorortszug nach Manhattan. Das ist ziemlich viel günstiger. Dafür müssen wir ein paar Minuten länger bis zur Station laufen (Gehdistanz zur Fähre ca. 12 Minuten, Gehdistanz zum Zug ca. 20 Minuten). Unser erstes Ziel ist One World, der neue Wolkenkratzer, welcher als Ersatz für die beiden am 11. September eingestürzten gebaut wurde. Bevor wir mit dem Lift in den 102ten Stock fahren, haben wir noch Zeit am Memorial zu 9/11 vorbeizuschauen. Zwei riesige, schwarze, viereckige Brunnen, die wie ein Loch im Boden klaffen und die beiden Towers symbolisieren, erinnern an den Terroranschlag. Darum herum sind alle Namen der Opfer eingraviert. Beim Besuch von One World wird nicht auf 9/11 eingegangen. So ist das Ganze dann auch eine ungezwungene Show. Der Ausblick ist spektakulär. Wir haben viel Sonne und blauen Himmel erwischt und geniessen eine super Aussicht. Da der Besuch weniger Zeit als erwartet braucht und die Kinder an den Ereignissen vom 11. September sehr interessiert sind, beschliessen wir spontan auch noch das Museum zu besuchen. Im Musuem herrscht angespannte Stille. Das Thema ist sehr gut aufgearbeitet. Die Abläufe zum Tag sind detailliert beschrieben und viele Trümmerteile von damals sind ausgestellt. Auch den Opfer wird natürlich gebührend gedacht. Ich muss ein paar Mal leer schlucken. Damals war ich als Flight Attendant mit der Swissair unterwegs und mich hat der Anschlag sehr betroffen. In Erinnerung bleibt allen, was er oder sie gemacht hat, als er oder von den Anschlägen erfahren hat. Ich war mit der Swissair in Dubai. Eine Woche später hatte ich einen Flug nach New York. Ich erinnere mich noch genau an damals, als ich durch die staubigen Strassen gelaufen bin und versucht habe zu erfassen, was da gerade passiert war. Zum Glück fragen die Kinder viel und wollen alles wissen. So bin ich bestens beschäftigt. Wir gehen nicht allzu fest in die Details und werden nach rund einer Stunde mit schwerer Kost wieder an die Sonne gespickt. Nächster Programmpunkt ist die Freiheitsstatue.

Mit dem Schiff lassen wir uns auf die Insel bringen. Von zu Hause aus haben wir uns einen Slot für den Besuch der Krone gesichert. Diese Plätze sind limitiert. Dies weil auch der Platz dort oben sehr limitiert ist. Über eine sehr schmale Wendeltreppe geht es Stufe für Stufe steil nach oben. Oben angekommen, sieht man eigentlich nicht viel. Und trotzdem ist es cool. Man bekommt maximal vier Minuten und muss dann wieder die Treppe nach unten in Angriff nehmen. Der letzte offizielle Programmpunkt des Tages ist der Walk über die Brooklyn Brigde. Wir laufen von Brooklyn nach Manhatten. Eigentlich gut getimt zum Sonnenuntergang. Nur leider haben sich in der Zwischenzeit am Himmel viele Wolken versammelt. Toll ist es trotzdem. Nach einem letzten Stopp in einem PopMart, wo die Kids sich ein echtes (!) Mini-Labubu kaufen, sind wir definitiv erledigt und ready für den Heimweg. Wir freuen uns aufs Schuhe ausziehen, aufs Sofa liegen, auf ein paar Nudeln schlemmen und eine Dusche. Was für ein Tag!
Heutige Gehdistanz: 17,3 km
New York, Tag 2
Wir sind wieder relativ zeitig unterwegs. Um 10 Uhr erwartet uns der erste Programmpunkt des Tages: wir besuchen das Slime Museum. Die Kinder haben dieses auf YouTube entdeckt und als grosse Slime-Fans müssen sie natürlich unbedingt dorthin. Wir können in allerhand Slime herum drücken, wir können unseren Slime an einem riesigen Slimeberg anpatchen, wir können mit Schleim herum schiessen, wir können mit Schleim Musik machen, wir können in Schleim laufen und wir können unseren eigenen Slime machen. Höhepunkt ist die Slime-Dusche – nur für die Kids :-). Sie werden gut in Plastik verpackt und danach mit mehreren Kübeln blauem Slime übergossen. Sehr schleimig ist es zum Glück nicht. Spass macht es aber allemal. Danach beginnt erneut ein langer Walk durch Manhatten.

Via Little Italy geht es nach Chinatown. Dort gibt es diverse gedämpfte Leckereien zum Zmittag. Weiter laufen wir mit einem Stopp bei Crumble – Cookie-Shop Empfehlung von den Kids – durch Soho und das Greenwich Village zum Bügeleisen-Haus (aktuell im Umbau) und Empire State Building. Bevor wir zum Sonnenuntergang auf The Summit fahren, schauen wir auch noch beim Hauptbahnhof und beim Chrysler Building vorbei. Unterwegs gibt es immer wieder einen Besuch in einem Shop. Die letzten Dollar, die die Mädels zu Hause gespart haben, wollen ausgegeben werden. Danach folgt der Besuch von The Summit. Dieses Hochhaus ist aktuell wohl das angesagteste und wir wissen bereits nach wenigen Sekunden auch warum. Dank spektakulären Glas- und Spiegelinstallationen sieht man alles mehrfach und alles bekommt einen total surrealen Touch. Wir bleiben fast zwei Stunden auf dem Gebäude und bekommen so auch die goldene Stunde mit. Dank dem Sonnenuntergang wir die ganze Szenerie noch fantastischer. Definitiv ein Must für jeden NYC-Besuch! Langsam aber sicher geht uns die Energie aus und wir suchen via Times Square im Dunkeln die Bahnstation mit dem Zug nach New Jersey.

Nach dem Trubel des Tages ist es schön ins ruhige und übersichtliche Hoboken zu fahren. Mit den letzten Kräften schleppen wir uns zu einem Italiener am Ende der Hauptstrasse. Ein Pizza für alle, bitte! Ein feiner Abschluss nach 12 Stunden unterwegs.
Heutige Gehdistanz: 16 km

New York, Tag 3
Wir lassen es ruhiger angehen. Wir haben heute keine Buchung für irgendeine Sehenswürdigkeit und sind deshalb zeitlich flexibler. Als erstes schlendern wir über die High Line. Die alte Güterbahnlinie wurde vor einigen Jahren in einen begrünten Gehweg umgewandelt. Was für eine tolle Idee! Ein paar Meter über dem Boden spazieren wir quasi über New York. Wir geniessen immer wieder neue Blickwinkel auf die Stadt. Unterwegs liegt auch der Chelsea Market. Wir fühlen uns gleich ein paar Jahre zurückversetzt und denken voller Sehnsucht an die Markthalle zurück, die wir auch einmal in Bern hatten. Bei wohl einem der eigenartigsten Gebäude der Stadt, dem Vessel, wird es zunehmend windig. Leider haben wir die Windstopper im Haus gelassen – notabene hatten wir sie bis dato noch nie an – und da wir alle nicht gerade warm haben, schenken wir uns die letzten Meter der High Line. Das nächste Ziel liegt auf der anderen Seite von Manhattan. Mit der Gondel (und einigen vielen anderen Touristen) fahren wir auf die Roosevelt Island. Keine Ahnung wohin die vielen Touristen nach der Gondelfahrt verschwinden. Auf der Insel sind wir dann jedenfalls fast alleine unterwegs. Manhatten von der anderen Seite liegt vor uns.

Randnotiz: mit Blick auf das UNO-Gebäude erhalten wir eine Push-Mitteilung, dass der Krieg in Gaza beendet werden soll. Ein sehr passender Ort, wie wir finden und hoffentlich entsprechend auch ein gutes Omen. Zurück in Manhatten machen wir dann auch noch einen Schwenker zum UNO-Gebäude. Die Fahnen aller Mitglieder wehen vor dem Gebäude im Wind. Sonst gibt es nicht viel zu sehen. Nach einer Kaffi-Pause fahren wir mit der Metro nochmals nach Chinatown. Die Kids haben noch ein paar Dollars übrig. Meine Wenigkeit wünscht danach nochmals einen Abstecher auf die Brooklyn Bridge.

Und schliesslich landen wir auch nochmals im PopMart am Bahnhof und stellen uns in die Labubu-Schlange. Auch hier gehen die Dinger weg wie warme Semmel. Dann heisst es Tschüss NYC. Es war grossartig! In der Ferienwohnung in Hoboken gibt es ein Apero. Danach verlassen wir das Haus nochmals für das letzte Znacht bei Udon und Ramen.
Heutige Gehdistanz: 20,5 km

Bye USA
Irgendwie bringen wir alles in die vier Koffer. Diese sind bis zum Rand platsch voll. Später am Flughafen müssen wir dann tatsächlich auch noch zwei Kilos vom einen in das andere Gepäck verschieben. Um elf Uhr müssen wir die Ferienwohnung verlassen. Wir rufen ein letztes mal ein Uber-Taxi. Am Flughafen schlagen wir uns die Zeit bis zum Abflug mit allem möglichen um die Ohren. Langweilig wird es uns auf jeden Fall nicht. Irgendwann dürfen wir dann boarden und mit United in einer halb leeren Maschine zurück in die Schweiz fliegen. Das Essen ist fürchterlich und die Crew extrem gelangweilt. Pünktlich setzen wir in Genf auf und nehmen unsere Koffer in Empfang. Leider ist der neue gekaufte schon wieder kaputt. Später zu Hause werden wir erfahren warum: er wurde in Newark geöffnet und kontrolliert und nicht wieder korrekt geschlossen. Die Naht ist deshalb gerissen. Zum Glük ist der Inhalt aber vollständig und unversehrt.
Damit sind die Herbstferien 2025 Geschichte. Wir hatten eine tolle Zeit in den USA. Alles mögliche durften wir sehen, besuchen, erleben und lernen. Als Tourist merkt man wenig bis gar nichts von Trump und seinem Tamtam. Wir haben aber auch nicht konkret danach gesucht. Amerika ist und bleibt crazy – positiv wie negativ.



































































































































































































































































































































































































































































