Category Archives: Region Nordamerika

Eastern States of America

Let´s go!
Ich bin etwas angespannt, als wir am Morgen Bern verlassen. Melia ist erkältet und ich mache mir Gedanken, ob das mit dem Druckausgleich gleich klappen wird. Zum Glück wird es aber – wie von Odi angekündigt – ein No-Brainer. Pünktlich heben wir in Richtung New York ab. Die diesjährigen Herbstferien führen uns an die Ostküste der USA. Zuerst werden wir mit dem Camper das Hinterland erkunden. Als Schlusspunkt erwarten uns schliesslich vier Nächte in New York. Bei einigen haben unsere Reisepläne Kopfschütteln ausgelöst. Die USA machen bekanntlich gerade in vielerlei Hinsicht eher eine schlechte Falle. Wir lassen uns davon aber nicht beirren und haben an unseren Reisepläne festgehalten. Viele schlechte Nachrichten drehen sich unter anderem auch um die Einreise. Wir sind deshalb gespannt, wie wir dieses Mal empfangen werden. Die Immigration wird zum zweiten No-Brainer des Tages. Odi beantwortet ein paar Fragen, wir schauen in die Kamera und nach dem Hinterlassen der Fingerabdrücke können wir einreisen. Der Transfer ins Hotel entpuppt sich danach als der mühsame Teil der Reise. Erst lässt uns der Fahrer des gebuchten Transfers sehr lange warten und dann stecken wir – ebenfalls sehr lange – im Feierabendverkehr fest. Um halb drei Uhr Schweizer Zeit fallen wir schliesslich alle todmüde ins Bett.

Slideout, yes!
Der Jetlag lässt grüssen. Um fünf Uhr sind alle hellwach. Obwohl wir eigentlich noch müde sind, ist es vorbei mit der Nachtruhe. Wir chillen im Bett und warten bis es hell wird und das Frühstück parat ist. Da wir gestern Abend den langen Transfer schon hinter uns gebracht haben, ist es heute bis zur Campervermietung nur noch ein Katzensprung. Üblicherweise kann man das Wohnmobil erst am Nachmittag übernehmen. Da aber heute Samstag ist, bekommen wir das Fahrzeug bereits am Morgen. Die Erklärungen sind kurz und zackig. Das einzige unbekannt für uns ist das Slideout. Damit vergrössert sich unser Wohnzimmer innert Sekunden um mindestens einen Meter. Grossartig! Weiteres Detail am Rande: ein so langes Wohnmobil haben wir auch noch nie bekommen – und notabene auch nicht gebucht :-). Über ein Wirrwarr von Highways und Strassen fahren wir los in Richtung Hinterland. Unser erstes Ziel ist ein Walmart. Obwohl wir ja nicht das erste Mal in den USA sind, haut uns das Angebot fast aus den Socken. Alleine die Auswahl an Helloween-Sachen ist gewaltig. Für Helloween brauchen wir nichts. Unser Wägeli ist trotzdem voll. Die Inflation ist spürbar. Importware kostet definitiv viel, teilweise sehr viel. Für einheimische Ware sind die Preise auf unserem Niveau angekommen. Nach wenigen Fahrminuten erreichen wir schliesslich unser erstes Nachtlager, ein State Park an einem See.

USA, Spruce Run State Park, Leaf

Zu unserer Überraschung ist der Park voll. Wahrscheinlich weil heute Samstag ist und wahrscheinlich auch weil der Spätsommer sein Comeback gibt. Mit einem Bad wird es aber leider trotzdem nichts. Der See hat zu wenig Wasser und der Badestrand ist geschlossen. Wir haben aber auch so genug zu tun und sind mit dem initialen Einrichten des Campers beschäftigt. Bei Hamburger und Mashmallows am Lagerfeuer und begleitet von einem super Sonnenuntergang geht der erste Tag unterwegs zu Ende. Fun Fact: im State Park ist der Konsum von Alkohol verboten. Wir wundern uns noch warum fast alle mit ihrem Stanley-Cup herumlaufen… Wir machen es gleich wie die Einheimischen und trinken heute das Bier deshalb aus dem Cup vom Taco Bell und den Wein aus der Kaffitasse. Prost!

(Glücks-)Sterne
Der Jetlag scheint überwunden. Wir erwachen zwar noch zeitig, aber da wir heute fast fünf Stunden fahren werden, passt das bestens. Unterwegs machen wir einen Stopp in Bethlehem. Die historischen, von den Herrenhutter erbauten Häuser, gehören zum Unesco Weltkulturerbe. Die englische Übersetzung führt uns erst in die Irre und wir denken, dass wir in einem Kaff der Mormonen unterwegs sind. Erst als ich mich im Internet auch noch auf Deutsch schlau mache, wird klar, wo wir gelandet sind. An dieser Stelle senden wir liebe Grüße an unsere Huttersterne zu Hause; ihr kommt ja auch schon bald wieder zum Einsatz. Auf der Weiterfahrt haben wir doppelt Glück. Eine Minute früher und wir wären mitten in einen hässlichen Unfall verwickelt gewesen. Ein paar Minuten später und wir wären schon ziemlich viel länger im Stau gestanden. Leider sieht der Töfffahrer nicht nur gut aus und wir sind froh, sind schon genug Helfer auf Platz, die sich um ihn kümmern und uns durchwinken. Eine weitere Unterbrechung der Fahrt gibt es beim Einkaufen. Die Kids freuts. Sie sind heute nicht wirklich in Fahrtlaune. Zum Glück geht es aber nach dem Walmart nur noch eine Stunde bis zum nächsten Übernachtungsort, einem super schönen und lauschigen State Park, wo wir direkt an einem Flüsschen das Mobil abstellen dürfen. Auf einem kurzen Walk sammeln wir noch ein paar Schritte und erkundigen die dazugehörige Schlucht. Die Natur ist super schön und auch der Stellplatz könnte schöner kaum sein.

USA, Stony Brook State Park, Camper

Niagara Falls
Okay, der Jetlag lässt immer noch grüssen. Um kurz vor sechs sind wir alle auf den Beinen. So bleibt genug Zeit Dies und Das zu erledigen. Unter anderem steht 1x entleeren und 1x befüllen aller Tanks an. Und dieses Prozedere dauert seine Weile. Als alles wieder so ist, wie es sein sollte, fahren wir auf direktem Weg zu den Niagara Falls. Der erste Programmpunkt ist die Bootsfahrt zu den Wasserfällen. Wassserfälle in Mehrzahl? Ja, die Niagara Falls (darum hats ja auch ein s bei Falls…) sind nämlich zwei Wasserfälle: 1x der Horseshoe Waterfall auf der kanadischen Seite und der 1x der American Fall auf der amerikanischen Seite.

USA, Niagara Falls State Park

Eingekleidet in blaue Ponchos kann man auf der Bootsfahrt beide sehen. Richtig nass werden wir aber nur bei der kanadischen Ausgabe. Die Bootsfahrt ist schon mal sehr lustig. Richtig cool, wird es aber dann beim Walk auf der amerikanischen Seite. Einige ziehen ihre Schuhe aus und verstauen sie im Rucksack. Ein weiser Entscheid. Spätestens bei „The Hurrican“ wird alles nass – trotz Poncho (dieses Mal in gelb). Man kann sich hier quasi unter den Wasserfall stellen und wird innert Sekunden bis auf die Unterhosen durchnässt. Fun pur! Mit einem grossen Smile im Gesicht fahren wir zum heutigen State Park.

USA, Evangola State Park, Wasp

Fallingwater
Der Tag beginnt mit einer Krankmeldung. Anina klagt über Halsweh und scheint auch sonst ziemlich angeschlagen. Wenigstens haben wir nun eine Erklärung für das vermehrte Kopfweh der letzten Tagen. Zum Glück läuft heute aber sowieso nicht viel. Auf dem Programm stehen vor allem einige Kilometer on the road. So kann Anina während der Fahrt viel liegen und sich erholen. Das Wetter hat auch gedreht und es schifft teilweise ziemlich stark. Unterwegs gibts zum Shoppen einen kurzen Stop. Ansonsten fahren wir auf direktem Weg nach Fallingwater. Fallingwater wurde in den 30iger Jahren von Frank Lloyd Wright, quasi der amerikanischen Ausgabe von Le Corbusier, im Auftrag einer Unternehmer-Familie aus Philadelphia gebaut. Das Haus ist perfekt in einen Wasserfall integriert und auch sonst von A bis Z durchdacht. Natürlich gehört das Ganze zum Unesco Weltkulturerbe.

USA, Ohiopyle, Falling Water

Nur wenige Kilometer weiter wartet der nächste State Park auf uns. Da das Wetter auch wieder netter geworden ist, gibt es auch heute etwas vom Grill und ein Lagerfeuer. Das Camperleben ist einmal mehr genau unser Ding. Wir sind happy und im Element! Übrigens haben wir (erst) heute die ersten MAGA-Schilder gesehen.

Pizza Hut & Walmart
Es ist nass, grau und neblig und so gar nicht einladend. Dafür strahlt Anina wieder. Eigentlich wollten wir heute eine Fahrt durch das Amish County machen. Bei der Tagesplanung hat sich aber herausgestellt, dass der Umweg grösser wäre als erwartet. Wir entscheiden uns deshalb schlussendlich gegen diesen Programmpunkt. Wer weiss, ob die Amish bei diesem Huddelwetter überhaupt das Haus verlassen hätten. Mangels Alternativen machen wir einen „amerikanischen“ Tag. Zum Zmittag kehren wir im Pizza Hut ein und den Nami verbringen wir mehr oder weniger im Walmart. Da wir heute keinen Stress haben, können alle ausgiebig und ohne Zeitstress alles anschauen und anprobieren. Als Add On laufen uns dabei sogar ein paar amishe Frauen und ihre Kids über den Weg. Interessant, dass auch sie bei Walmart anzutreffen sind. Zufrieden und mit vollen Tüten fahren wir noch ein paar Kilometer weiter. Wir übernachten wieder in einem State Park, wo wir bald Bekanntschaft mit einem amerikanischen Ehepaar machen, das 20ig Jahre in Europa gelebt habt. Die beiden sind sehr erfreut uns zu treffen, packen ihr eindrückliches Deutsch aus und quatschen uns mit allen möglichen – auch politischen – Themen voll. Irgendwann meinen die beiden, dass sie dann sonst gerne später noch mit der Gitarre zu uns kommen würden – zum Singen. Dazu kommt es aber dann nicht und wir sind nicht ganz unglücklich darüber :-).

Earthworks
Nach dem ausführlichen Morgengespräch mit den Nachbarn (sie sind erstaunt über die hohen Zölle, die bald für ganz viele Länder für den Import in die USA gelten) geht es weiter. Im tiefsten Hinterland von Ohio treffen wir auf das einzige Unesco Weltkulturerbe des Staates. Vor ewig langer Zeit haben die Ureinwohner an diversen Stellen so genannten Earthwork hinterlassen. Das sind Erhebungen aus Hügeln, die eine bestimmte, immer identische Anordnung haben. Vom Boden aus nicht sehr eindrücklich. Sieht man das Ganze aber aus der Luft und überlegt sich wie diese vor so langer Zeit entstehen konnten, ist es eben doch ziemlich eindrücklich. Wir schauen drei dieser Stätten an. Weiter geht die Fahrt durchs Hinterland, vorbei an kleinen Dörfern, vielen Häusern, Farmen und Landwirtschaft. Wir wundern uns, warum bei allen Häusern der Rasen immer so schön gemäht ist. Und siehe da, es gibt ein Gesetz, dass dies eben genau so gemacht werden muss. Crazy; aber auch aufgeräumt und gepflegt! Zahlreiche Häuser sind übrigens bereits mit viel Halloween-Schmuck orange und gruslig geschmückt. Wir können nur erahnen, wie es hier in einem Monat aussehen wird. Nach dem obligaten Besuch im Walmart geht es auf den Campingplatz. Heute ist es zur Abwechslung ein KOA. Das heisst, dass es unter anderem auch eine Waschmaschine hat. Leider gibt es aber vorher noch ein anderes Unglück zu putzen. Das Brackwater – also der gesamte WC-Inhalt – schwimmt unten im betreffenden Camperfach herum. Warum, wissen wir nicht. Die Vermutung ist, dass Odi schlicht und einfach vergessen hat, das Loch zu schliessen… Shit happens :-).

Mammoth Cave N.P.
Heute steht das längste Höhlensystem der Welt auf dem Programm. Über 400 Meilen soll dieses mindestens messen. Unnötig zu erwähnen, dass der Mammoth Cave National Park deshalb zum Unesco Weltnaturerbe gehört. Die Fahrt ist kurzweilig. Wir fahren durch Cincinnati und an Fort Knox vorbei, machen einen Stopp bei Wendy`s und sind irgendwann ein bisschen irritiert ab der auf dem Handy angezeigten Zeit. Sind wir nun zu früh oder zu spät und warum überhaupt hat die Zeit umgestellt? Irgendwo resp. irgendwann haben wir wohl mindestens eine Zeitzone überfahren. Am Schluss sind wir auf alle Fälle rechtzeitig für unsere Tour beim N.P. Und wir haben Glück. Statt wie üblich 110 Personen sind heute nur knapp 30 mit dabei. Die Einerkolonne wird so ein bisschen weniger lang. Der Einstieg ist am schmalsten. Unten angekommen, laufen wir meist auf einem normalen Weg. Dies ist erwähnenswert, weil die Rangerin beim Briefing vorab ziemlich übertrieben geschildert hat, was für ein krasses Höhlenabenteuer uns gleich erwarten wird. Vor allem ein Part gefällt uns sehr gut. Eindrücklich was die Natur über Millionen von Jahren hier geschaffen hat. Der Campingplatz beim National Park liegt mitten im Wald. Natur pur. Mit dem Camper aber allemal sehr luxuriös.

USA, Mammoth Cave National Park, Squirrel

Smokey Mountains N.P.
Unser Route führt uns weiter zum nächsten National Park. Nicht, dass dieser gleich um die Ecke wäre. Aber nach ein paar Stunden Fahrt, einem Stopp im Burger King und einem im Walmart sind wir irgendwann dort. Tönt jetzt vielleicht easy, aber heute habe mindestens ich etwas die Schnauze voll von der Fahrerei. Wir sollten es ja wissen. Meistens dauert es länger als geplant. Und wegen der Stunde Zeitverschiebung sind wir noch später dran als erwartet. Zu allem Ärger stellen wir kurz nach der Ankunft auf dem Camping im N.P. auch noch fest, dass der WC-Tank und der Abwasser-Tank quasi voll sind. Das ist ausgerechnet hier eher unpraktisch. Die Infrastruktur ist eher mässig. Das heisst unter anderem, dass es heute ausnahmsweise keine Dumping-Station vor Ort hat. Wohl oder übel müssen wir somit nochmals je 7 Meilen hin und zurück fahren, damit wir für die Nacht gerüstet sind. Aber dann passiert etwas, was uns für den ganzen heutigen Tag mehr als entschädigt: wir sehen einen wilden Schwarzbären am Strassenrand.

USA, Great Smoky Mountains, Bear

Die Begegnung dauert leider nur paar Sekunden. Trotzdem sind wir alle ziemlich aus dem Häuschen. Niemals hätten wir geglaubt, dass wir einen wilden Bären sehen werden. Damit ist der Tag mehr als gerettet! Zurück auf dem Camping brechen wir sofort auf, um doch auch noch einen kurzen Trail machen zu können. Einem Bären begegnen wir zum Glück nicht noch einmal. Aber auf der Hut sind wir allemal. Last but not least können wir auch noch Wetterglück melden. Die Sonne scheint und das scheint hier eher keine Selbstverständlichkeit zu sein.

Blue Ridge Parkway
Die Smokey Mountains machen ihrem Namen am Morgen alle Ehre. Überall hängt eine Wolke in dem schier endlosen Wald. Nahtlos geht der National Park über zum Blue Ridge Parkway. Diese Strasse, ist eine der berühmtesten des Landes und mit ein Grund, warum wir hier sind. Wir hoffen auf den Indian Summer. Doch leider sind wir für die Farbenpracht zu früh. Die meisten Bäume sind noch grün. Da sich die Fahrt zieht, wechseln wir zwischenzeitlich auf den Highway. Das Zmorge-Zmittag gibts wie üblich bei einer der bekannten Fast Food Kette. Danach machen wir auch noch den obligaten Einkauf im Walmart. Leider können wir für die Weiterfahrt dann nicht mehr zurück auf den Blue Ridge. Wie wir später in Little Switzerland herausfinden werden, hat genau vor einem Jahr und einem Tag ein Hurrican hier derart gewütet, dass noch heute viele Abschnitte des Blue Ridge Parkway gesperrt sind. Und wir Deppen dachten noch, dass es hier um diese Zeit sicher keine Hurriacans gibt… Zum Glück ist uns das Wetter aber gut gesinnt. Der Himmel ist blau und die Sonne scheint. In Little Switerland müssen wir natürlich einen Stopp einlegen. Die paar Häuser haben aus unserer Sicht nicht viel mit der Schweiz gemeinsam. Die Gegend schon eher. Die Mädels ziehen zur Feier des Tages gar ihre CHer Nati Libli an. Ein paar Meilen weiter beziehen wir das Nachtlager. Und das so zeitig, dass wir den Rest des Tages richtig ruhig angehen können.

USA, Bear Den Campground, Spider

Blue Ridge Parkway zum 2ten
Der Tag ist eigentlich top geplant. Es liegen zwar einige Meilen vor uns, aber wir haben diverse Stopps – neben dem obligaten Einkaufen und Futtern – eingeplant. Zudem haben wir auch einberechnet, dass die erste Etappe auf dem Blue Ridge Parkway gesperrt ist. Mit was wir aber nicht gerechnet haben, ist, dass unser RV tatsächlich mal zu gross sein könnte. Und so werden wir beim ersten geplanten Stopp abgewiesen, weil wir zu gross sind und beim zweiten Stopp können wir nicht parkieren, auch weil wir zu gross sind. Irgendwann ist dann auch der Parkway wieder gesperrt und wir müssen im Zickzack entlang des Blue Ridges fahren. Ergo sitzen wir auch heute fast wieder nur im Auto und fahren Meile um Meile ab. Aus den geplanten vier Stunden werden am Schluss sieben Stunden. Nicht hilfreich ist, dass als Dessert auch der letzte Teil zum Camping gesperrt ist. Heute gab es definitiv ein paar Extrameilen. Wir sind uns einig, dass der Blue Ridge Parkway nicht unser Freund wird. Vor allem, wenn der Indian Summer noch nicht angefangen hat und Nieselregen vom Himmel fällt.

Monticello
Neuer Tag, neues Glück. Nur das Wetter bleibt wie gestern: regnerisch. Nach einer kurzen (!) Fahrt erreichen wir Charlottesville und damit Monticello, das Haus des 3ten Präsidenten der USA, Thomas Jefferson (1743 – 1826). Dieses wurde von ihm selber geplant und gebaut und gehört heute zum Unesco Weltkulturerbe. Jefferson prägte den Satz, dass alle Menschen gleich sein. Interessanterweise hatte er selber über 400 Sklaven… Auf einer Tour können wir den ersten Stock des Gebäudes besuchen. Weil ihm auch Bildung sehr wichtig war, gründete er in der Stadt zudem die Universität von Charlottesville. Über 25´000 Studenten gehen hier auch heute noch ein und aus. Die Uni selber ist wie eine kleine Stadt und hat auch den Unesco Status. Wir lassen uns mit Uber zur Anlage bringen und spazieren durch die Gegend. Überall wimmelt es von jungen Leuten, die hier ihren Bachelor- und/oder Masterabschluss machen. Nach dem Sightseeing fahren wir in Richtung Küste zum heutigen State Park.

USA, Chippokes State Park, Light

Beim Studieren des Wetterberichtes müssen wir feststellen, dass es für Morgen ein paar Wetterwarnungen gibt. Wir wollten eigentlich zu den Outer Banks und direkt am Meer campen. Dort könnte es aber eher ungemütlich werden: hohe Wellen, viel Wind, Starkregen und ev. Überschwemmungen. Wir werden morgen früh entscheiden, ob es deshalb eine Planänderung gibt.

Plan B
Der Wetterbericht ist unverändert und wir entscheiden uns für Plan B. Das Meer wollen wir aber trotzdem rasch sehen. Dass unser Entscheid ein guter war, merken an der Küste sofort. Es windet uns fast aus den Schuhen und von gemütlich kann definitiv nicht die Rede sein. Das Kaff ist wohl auch deshalb heute wie ausgestorben. In der Hochsaison muss es hier aufgrund der zahlreichen Übernachtungsmöglichkeiten und sonstigen Angeboten aber nur so vor Menschen wimmeln. Einzig die Parkplatzgebühr ist heute wie in der Hochsaison. Wir bezahlen stolze 24 Dollar, um unsere Karre ca. eine Stunde auf einem notabene leeren Parkfeld abstellen zu können.

USA, Virginia Beach, Painting

Da auch die Restaurants geschlossen oder wenig einladend sind, landen wir schlussendlich zum Zmittag im Mäc. Da weiss man wenigstens, was man bekommt :-). Für die, die nicht aussteigen wollen, gibt es übrigens reservierte Parkplätze, wo das Essen direkt im Auto serviert wird. Wir bleiben beim Tisch im Restaurant (auch, weil der RV gar keinen Platz gehabt hätte auf den vorgesehenen Parkplätzen). Danach wollen wir eigentlich in das maritime Museum, wo auch das Kriegsschiff Wisconsin steht. Beim Einstellen des Navi entdecken wir aber ganz in der Nähe auch noch eine Outlet Mall. Eine schwierige Entscheidung, die wir den Kids überlassen. Die beiden sind sich natürlich schnell einig und so landen wir statt im Museum im Outlet. Weiterbildung der anderen Art: amerikanischer Lifestyle. Weiter im Landesinnern und damit geschützt vor allen Widrigkeiten, die uns am Meer erwartet hätten, landen wir am Abend auf einem Platz mitten im Wald. Notabene fünf Minuten neben der Highway-Ausfahrt. Die USA überraschen uns immer wieder – in alle Richtungen.

Koloniales Williamsburg
Der Tag beginnt mit einer Geschichtsstunde in Yorktown. Hier fand die finale Schlacht statt, die schliesslich zur Unabhängigkeit der USA geführt hat. Das Visitor Center ist wegen des nationalen Shutdowns, welcher seit gestern gilt, geschlossen. Obwohl wir das Gefühl hatten, dass uns dies wenig bis gar nicht betrifft, wird uns jetzt klar, dass wir in den folgenden Tagen doch noch das eine oder andere Mal vor geschlossenen Türen stehen könnten. Wir fahren weiter nach Williamsburg. Das halbe Kaff ist ein Freilichtmuseum. Und da dieses nicht vom Staat geführt wird, bleibt es auch ohne Einschränkungen offen. Hier erleben wir, wie es sich damals lebte. Interessant ist vor allem der Buchdruck. Wahnsinnig, der Aufwand von damals, um eine Zeitung oder ein Buch zu drucken. Etwas nordwärts in einem Wald stellen wir den Camper für die Nacht ab. Der Shutdown hat da gerade auch sein Gutes. Wir können die Park Fee nicht bezahlen. Sie haben keine Kohle und wollen keine Kohle.

USA, Williamsburg, Painting

Washington D.C.
Heute besuchen wir die Hauptstadt. Für schlappe 60 Dollar haben wir einen Parkplatz Downtown reserviert. RV-Parkplätze sind extrem rar resp. inexistent und nach langer Recherche haben wir schliesslich diese Möglichkeit in der Union Station gefunden. Neben all den Grey Hounds parkt friedlich unser RV. Ein lustiges Bild. Bereits nach wenigen Metern in der Stadt haben wir einen kleinen Kulturschock. Nach so viel Natur, Wald, Ruhe und einer relativ homogenen Spezies von campenden, älteren Menschen sind wir uns das Spektrum an unterschiedlichsten Menschen fast nicht mehr gewohnt. Oder anders gesagt: vor dem Bahnhof ist es in etwa so wie bei uns vor der Heiliggeistkirche unter dem Baldachin. Bevor wir so richtig mit dem Sightseeing loslegen, stärken wir uns mit dem Kaffee und Kuchen – für schlappe 40 Dollar notabene (ein Gipfeli oder sonst ein Gebäck kostet hier immer mindestens 5 Dollar und somit praktisch gleich viel wie der Kaffi – crazy!). Trotzdem ist die Stärkung eine sehr gute Idee, denn Shops sind nachher auf der gesamten Tour kaum zu finden. Unsere Runde starten wir beim Weissen Haus.

USA, Washington, White House

Donald lässt sich nicht blicken und wir werden nicht empfangen. Leider können wir somit auch nichts zur Entschärfung des Zollproblems beitragen. Dabei hat Anina extra das CHer Nati-Libli angezogen… 🙂 Weiter geht es beim Washington Monument. Wegen des Shutdowns sind unsere (notabene reservierten und bezahlten) Tickets leider nutzlos. Wir müssen uns mit dem Blick auf den Obelisk von unten begnügen. Zum Glück sind alle anderen Sehenswürdigkeiten frei zugänglich. In der warmen Sonne wandern wir zu den Memorials des 2ten Weltkriegs, des Vietnam- und des Südkoreakriegs und schauen uns die Lincoln und die Martin Luther King Statue an. Danach spazieren wir durch die grüne Parkanlage weiter zum Capitol.

USA, Washington, Congress

Nach fünf Stunden und 15 Kilometern sind wir langsam aber sicher am Ende unserer Kräfte. Zur Stärkung gibt es eine Runde Taco Bell. Den spannenden und eindrücklichen Tag beenden wir in einem State Park in Maryland, wo uns doch glatt das Feuerholz geklaut wird, als wir noch rasch zum Dumpen fahren.
Ergänzung: die National Garde haben wir heute gesehen. Teilweise haben sie uns sogar gegrüsst. Wie es hier vorher ausgesehen hat, wissen wir nicht. Deshalb können wir auch nicht sagen, ob es wirklich so schlimm war, wie von Trump behauptet wurde. Was wir beim Verlassen von Washington jedoch sehen: die Vororte sind teilweise sehr heruntergekommen und in einem erbärmlichen Zustand. Auch sehen wir heute das einzige Mal ein ICE-Auto.
Fun Fact: heute finden wir tatsächlich einen Walmart, welcher KEINE frischen Früchte, KEIN frisches Gemüse und auch kein Frischfleisch führt. Man stelle sich vor, dass Menschen immer so einkaufen… Wir haben auf jeden Fall ein kleines Backflash an unserer letzte Reise in den USA und somit an Twenty Nine Palms und lieben unser Gemüsekistli zu Hause gerade noch ein bisschen mehr.

Bei den Amish
Statt wie geplant via Delaware – die Strasse führt uns nur kurz durch diesen Staat – fahren wir zurück nach Pennsylvania. In der Gegend von Lanchester befindet sich ein weiteres Cluster von Amischen. Diesen wollen wir uns heute doch auch noch etwas ausführlicher widmen. Wir besuchen ein Amish Village, wo wir auf einer Tour durch ein Musterhaus allerhand interessante Informationen zu und über ihr Leben bekommen. Wir sind beeindruckt, wie diese Menschen auch heute noch leben, wie vor 100 Jahren. Nach einem voraussichtlich letzten Besuch bei Walmart – es hat hier sogar einen Unterstand für die Kutschen der Amischen – übernachten wir heute wieder einmal auf einem KOA. Für ein paar extra Dollar gibts front row mit zwei Tischen, Sonnenschirm, Grill, Feuerstelle, Full Huck Up und natürlich eine Waschmaschine.

Philly und die grosse Packerei
Philadelphia wird nicht unsere Lieblingsstadt. Aber alles der Reihe nach. Für unseren Monster-RV brauchen wir bekanntlich eine gewisse Parkplatz-Grösse. Diesen Parkplatz sollten wir easy neben dem Stadion finden. Dumm nur findet heute ein American Football Match der lokalen Eagles statt. Schlappe 68´000 Fans werden vor Ort sein. Gefühlt die Hälfte ist schon da. Rund um das Stadion ist alles proppenvoll. Die Fans haben es sich mit dem halben Haushalt gemütlich gemacht und warten auf den Anpfiff. Ein Festival bei uns – notabene für Musik und nicht für Sport – ist lächerlich im Vergleich zu dem, was wir hier zu sehen bekommen. Es gäbe noch ein paar freie Plätze. Da die Preise sich aber zwischen 400 und 1800 Dollar bewegen, ist das heute ausnahmsweise nichts für uns :-). Wir steuern deshalb Parkplatz B an. Nach einiger Kurverei finden wir diese zwar, nur leider ist heute Sonntag niemand da und wir wagen es nicht, den Camper hier in der Pampa alleine und unbewacht stehen zu lassen. Wir beschliessen deshalb zu Parkplatz C zu fahren und parken schlussendlich direkt vor dem Walmart. Mit Uber fahren wir in die Innenstadt. Der Grund warum wir überhaupt in Philly sind, ist die Independence Hall. Hier wurde die amerikanische Unabhängigkeitserklärung verfasst. Leider ist die Halle aber wegen dem Shut Down geschlossen. Neben der original Glocke der Hall – hinter Scheiben gleich daneben – wäre es das denn eigentlich auch schon gewesen mit den Sehenswürdigkeiten in Philadelphia.

USA, Philadelphia, House

Wir spazieren relativ orientierungslos durch den ältesten Stadtteil. Hier finden sich Wohnhäuser, die rund 300 Jahre alt und relativ hübsch sind. Wir lassen uns über einen lokalen Markt treiben, kühlen uns mit einem Iced Latte – es ist wunderbare 27 Grad – ab und bestellen, dann wieder Uber, um zurück zum Walmart zu fahren. Eine Stunde weiter beziehen wir in einem schönen Wald den letzten Campingplatz. Zum Glück sind wir früh genug daran. Es gilt den Camper Rückgabe bereit machen. Wie immer gibt die Leerung mehr zu tun als gedacht. Zum Glück haben wir wohl wissentlich bereits von einigen Tagen einen vierten Koffer gekauft. In die drei, die wir von zu Hause mitgenommen haben, hätten wir das viele Material, welches unterwegs dazu gekommen ist, definitiv nicht verstauen können. Danach heisst es ausessen und austrinken, die letzten Burger auf die letzte Kohle schmeissen und das letzte Holz verfackeln.

Bye RV, Hello NYC
Nachdem die allerletzten Sachen in den Koffern verstaut sind und auch sonst alles erledigt ist, was es noch zu erledigen gibt, nehmen wir die letzten paar Meilen unter die Räder und fahren zurück zur Camper-Vermietung. Wie immer nach einem solchen Trip sind wir einfach nur dankbar, dass wir unfallfrei wieder zurück sind. Nach exakt 2951 Meilen! Die Abgabe geht unkompliziert und schnell über die Bühne. Obwohl wir das Airbnb netterweise schon ab Mittag beziehen können, sind wir trotzdem immer noch etwas zu früh dran. Wir bestellen deshalb über Uber Eats noch ein paar Tacos direkt zur Vermietung. Danach ist es an der Zeit – natürlich auch mit Uber – noch Hoboken zu fahren. Für die nächsten vier Nächte haben wir uns in einer Wohnung gleich auf der anderen Seite des Hudson River eine hübsche und praktische Wohnung gemietet. Kein Schnäppchen, aber deutlich mehr Quadratmeter für den gleichen Preis als in Manhattan. On top dürfen wir in einer aufgeräumten, ruhigen und sicheren Wohngegend hausen und noch einige Tage wie Amis in einem typischen Reihenhaus hausen. Da wir noch den ganzen Nachmittag Zeit haben, fahren wir spontan bereits heute ein erstes Mal nach Manhattan. Unterwegs bestaunen wir die vielen mit Helloween-Gedöns geschmückten Eingänge. Zur Feier des Tages gönnen wir uns für die Überfahrt die Fähre. Diese kostet einiges mehr als der Zug, dafür ist die Aussicht auf die Skyline inklusive. Die Girls machen ein erstes Mal grosse Augen. Dann geht es los und wir tauchen ein in den Grossstadt-Dschungel. Wir starten gleich mit dem wohl grössten Touristenmagnet, dem Times Square. Melia fühlt sich gleich puddelwohl. Anina ist vorsichtiger unterwegs. Der Lärm, die unglaublich vielen Menschen, der Verkehr, die Sirenen, die auch komischen Gestalten und Spinner und vieles mehr, daran muss sie sich erst gerade noch gewöhnen. Wir betreten die ersten Shops, staunen und saugen alles auf. Im Central Park gibt es ein paar Minuten Ruhe. Die Zeit fliegt und ohne dass wir es gross bemerkt hätten, ist der Nami schon fast vorbei. Zeit für den Heimweg. Die Überfahrt – wieder auf dem Wasser – im besten Abendlicht ist spektakulär. Wir können uns kaum satt sehen an der super tollen Sicht auf Manhatten im Sonnenuntergang.

USA, New York, Boat

In unserem Quartier gibt es zur Stärkung ein paar Rahmen resp. Udon. Danach ist es an der Zeit langsam aber sicher zur Ruhe zu kommen. Ich bin happy, wieder einmal in New York zu sein. Unzählige Male war ich schon hier und lange Zeit war die Stadt meine absolute Lieblingsstadt. Obwohl ich in der Zwischenzeit nicht mehr hier leben möchte, bin ich immer noch total fasziniert von der Stadt am Big Apple und freue mich auf die nächsten drei Tage.
Heutige Gehdistanz: 14,5 km

New York Tag 1
Heute fahren wir mit dem Vorortszug nach Manhattan. Das ist ziemlich viel günstiger. Dafür müssen wir ein paar Minuten länger bis zur Station laufen (Gehdistanz zur Fähre ca. 12 Minuten, Gehdistanz zum Zug ca. 20 Minuten). Unser erstes Ziel ist One World, der neue Wolkenkratzer, welcher als Ersatz für die beiden am 11. September eingestürzten gebaut wurde. Bevor wir mit dem Lift in den 102ten Stock fahren, haben wir noch Zeit am Memorial zu 9/11 vorbeizuschauen. Zwei riesige, schwarze, viereckige Brunnen, die wie ein Loch im Boden klaffen und die beiden Towers symbolisieren, erinnern an den Terroranschlag. Darum herum sind alle Namen der Opfer eingraviert. Beim Besuch von One World wird nicht auf 9/11 eingegangen. So ist das Ganze dann auch eine ungezwungene Show. Der Ausblick ist spektakulär. Wir haben viel Sonne und blauen Himmel erwischt und geniessen eine super Aussicht. Da der Besuch weniger Zeit als erwartet braucht und die Kinder an den Ereignissen vom 11. September sehr interessiert sind, beschliessen wir spontan auch noch das Museum zu besuchen. Im Musuem herrscht angespannte Stille. Das Thema ist sehr gut aufgearbeitet. Die Abläufe zum Tag sind detailliert beschrieben und viele Trümmerteile von damals sind ausgestellt. Auch den Opfer wird natürlich gebührend gedacht. Ich muss ein paar Mal leer schlucken. Damals war ich als Flight Attendant mit der Swissair unterwegs und mich hat der Anschlag sehr betroffen. In Erinnerung bleibt allen, was er oder sie gemacht hat, als er oder von den Anschlägen erfahren hat. Ich war mit der Swissair in Dubai. Eine Woche später hatte ich einen Flug nach New York. Ich erinnere mich noch genau an damals, als ich durch die staubigen Strassen gelaufen bin und versucht habe zu erfassen, was da gerade passiert war. Zum Glück fragen die Kinder viel und wollen alles wissen. So bin ich bestens beschäftigt. Wir gehen nicht allzu fest in die Details und werden nach rund einer Stunde mit schwerer Kost wieder an die Sonne gespickt. Nächster Programmpunkt ist die Freiheitsstatue.

USA, New York, State of Liberty

Mit dem Schiff lassen wir uns auf die Insel bringen. Von zu Hause aus haben wir uns einen Slot für den Besuch der Krone gesichert. Diese Plätze sind limitiert. Dies weil auch der Platz dort oben sehr limitiert ist. Über eine sehr schmale Wendeltreppe geht es Stufe für Stufe steil nach oben. Oben angekommen, sieht man eigentlich nicht viel. Und trotzdem ist es cool. Man bekommt maximal vier Minuten und muss dann wieder die Treppe nach unten in Angriff nehmen. Der letzte offizielle Programmpunkt des Tages ist der Walk über die Brooklyn Brigde. Wir laufen von Brooklyn nach Manhatten. Eigentlich gut getimt zum Sonnenuntergang. Nur leider haben sich in der Zwischenzeit am Himmel viele Wolken versammelt. Toll ist es trotzdem. Nach einem letzten Stopp in einem PopMart, wo die Kids sich ein echtes (!) Mini-Labubu kaufen, sind wir definitiv erledigt und ready für den Heimweg. Wir freuen uns aufs Schuhe ausziehen, aufs Sofa liegen, auf ein paar Nudeln schlemmen und eine Dusche. Was für ein Tag!
Heutige Gehdistanz: 17,3 km

New York, Tag 2
Wir sind wieder relativ zeitig unterwegs. Um 10 Uhr erwartet uns der erste Programmpunkt des Tages: wir besuchen das Slime Museum. Die Kinder haben dieses auf YouTube entdeckt und als grosse Slime-Fans müssen sie natürlich unbedingt dorthin. Wir können in allerhand Slime herum drücken, wir können unseren Slime an einem riesigen Slimeberg anpatchen, wir können mit Schleim herum schiessen, wir können mit Schleim Musik machen, wir können in Schleim laufen und wir können unseren eigenen Slime machen. Höhepunkt ist die Slime-Dusche – nur für die Kids :-). Sie werden gut in Plastik verpackt und danach mit mehreren Kübeln blauem Slime übergossen. Sehr schleimig ist es zum Glück nicht. Spass macht es aber allemal. Danach beginnt erneut ein langer Walk durch Manhatten.

USA, New York, Reflection

Via Little Italy geht es nach Chinatown. Dort gibt es diverse gedämpfte Leckereien zum Zmittag. Weiter laufen wir mit einem Stopp bei Crumble – Cookie-Shop Empfehlung von den Kids – durch Soho und das Greenwich Village zum Bügeleisen-Haus (aktuell im Umbau) und Empire State Building. Bevor wir zum Sonnenuntergang auf The Summit fahren, schauen wir auch noch beim Hauptbahnhof und beim Chrysler Building vorbei. Unterwegs gibt es immer wieder einen Besuch in einem Shop. Die letzten Dollar, die die Mädels zu Hause gespart haben, wollen ausgegeben werden. Danach folgt der Besuch von The Summit. Dieses Hochhaus ist aktuell wohl das angesagteste und wir wissen bereits nach wenigen Sekunden auch warum. Dank spektakulären Glas- und Spiegelinstallationen sieht man alles mehrfach und alles bekommt einen total surrealen Touch. Wir bleiben fast zwei Stunden auf dem Gebäude und bekommen so auch die goldene Stunde mit. Dank dem Sonnenuntergang wir die ganze Szenerie noch fantastischer. Definitiv ein Must für jeden NYC-Besuch! Langsam aber sicher geht uns die Energie aus und wir suchen via Times Square im Dunkeln die Bahnstation mit dem Zug nach New Jersey.

USA, New York, Skyline Night

Nach dem Trubel des Tages ist es schön ins ruhige und übersichtliche Hoboken zu fahren. Mit den letzten Kräften schleppen wir uns zu einem Italiener am Ende der Hauptstrasse. Ein Pizza für alle, bitte! Ein feiner Abschluss nach 12 Stunden unterwegs.
Heutige Gehdistanz: 16 km

USA, New York, Central Station

New York, Tag 3
Wir lassen es ruhiger angehen. Wir haben heute keine Buchung für irgendeine Sehenswürdigkeit und sind deshalb zeitlich flexibler. Als erstes schlendern wir über die High Line. Die alte Güterbahnlinie wurde vor einigen Jahren in einen begrünten Gehweg umgewandelt. Was für eine tolle Idee! Ein paar Meter über dem Boden spazieren wir quasi über New York. Wir geniessen immer wieder neue Blickwinkel auf die Stadt. Unterwegs liegt auch der Chelsea Market. Wir fühlen uns gleich ein paar Jahre zurückversetzt und denken voller Sehnsucht an die Markthalle zurück, die wir auch einmal in Bern hatten. Bei wohl einem der eigenartigsten Gebäude der Stadt, dem Vessel, wird es zunehmend windig. Leider haben wir die Windstopper im Haus gelassen – notabene hatten wir sie bis dato noch nie an – und da wir alle nicht gerade warm haben, schenken wir uns die letzten Meter der High Line. Das nächste Ziel liegt auf der anderen Seite von Manhattan. Mit der Gondel (und einigen vielen anderen Touristen) fahren wir auf die Roosevelt Island. Keine Ahnung wohin die vielen Touristen nach der Gondelfahrt verschwinden. Auf der Insel sind wir dann jedenfalls fast alleine unterwegs. Manhatten von der anderen Seite liegt vor uns.

USA, New York, Painting

Randnotiz: mit Blick auf das UNO-Gebäude erhalten wir eine Push-Mitteilung, dass der Krieg in Gaza beendet werden soll. Ein sehr passender Ort, wie wir finden und hoffentlich entsprechend auch ein gutes Omen. Zurück in Manhatten machen wir dann auch noch einen Schwenker zum UNO-Gebäude. Die Fahnen aller Mitglieder wehen vor dem Gebäude im Wind. Sonst gibt es nicht viel zu sehen. Nach einer Kaffi-Pause fahren wir mit der Metro nochmals nach Chinatown. Die Kids haben noch ein paar Dollars übrig. Meine Wenigkeit wünscht danach nochmals einen Abstecher auf die Brooklyn Bridge.

USA, New York, Brooklyn Bridge

Und schliesslich landen wir auch nochmals im PopMart am Bahnhof und stellen uns in die Labubu-Schlange. Auch hier gehen die Dinger weg wie warme Semmel. Dann heisst es Tschüss NYC. Es war grossartig! In der Ferienwohnung in Hoboken gibt es ein Apero. Danach verlassen wir das Haus nochmals für das letzte Znacht bei Udon und Ramen.
Heutige Gehdistanz: 20,5 km

USA, Hoboken, Halloween

Bye USA
Irgendwie bringen wir alles in die vier Koffer. Diese sind bis zum Rand platsch voll. Später am Flughafen müssen wir dann tatsächlich auch noch zwei Kilos vom einen in das andere Gepäck verschieben. Um elf Uhr müssen wir die Ferienwohnung verlassen. Wir rufen ein letztes mal ein Uber-Taxi. Am Flughafen schlagen wir uns die Zeit bis zum Abflug mit allem möglichen um die Ohren. Langweilig wird es uns auf jeden Fall nicht. Irgendwann dürfen wir dann boarden und mit United in einer halb leeren Maschine zurück in die Schweiz fliegen. Das Essen ist fürchterlich und die Crew extrem gelangweilt. Pünktlich setzen wir in Genf auf und nehmen unsere Koffer in Empfang. Leider ist der neue gekaufte schon wieder kaputt. Später zu Hause werden wir erfahren warum: er wurde in Newark geöffnet und kontrolliert und nicht wieder korrekt geschlossen. Die Naht ist deshalb gerissen. Zum Glük ist der Inhalt aber vollständig und unversehrt.

Damit sind die Herbstferien 2025 Geschichte. Wir hatten eine tolle Zeit in den USA. Alles mögliche durften wir sehen, besuchen, erleben und lernen. Als Tourist merkt man wenig bis gar nichts von Trump und seinem Tamtam. Wir haben aber auch nicht konkret danach gesucht. Amerika ist und bleibt crazy – positiv wie negativ.

Südwesten der Vereinigten Staaten

Ab nach Trumplandia
Ein letztes Mal geht es einfach und ohne Aufwand ausserhalb der Schulferien auf Reise. Wir fliegen für fünf Wochen in die USA, genauer nach Las Vegas, und fahren danach mit einem Camper durch die vielen bekannten National Parks in der näheren und weiteren Umgebung.
Mühsam an einem Flug ist ja, dass man erst zum Zeitpunkt X das Haus verlassen kann. Irgendwann haben wir nämlich alles geputzt, den Briefkasten geleert, den Kühlschrank leer gefressen, die letzten Kleinigkeiten ins Handgepäck geschmissen, die Apotheke ein letztes Mal besucht (Nini’s Augen sind zugeklebt, Melias Ausschlag an den Armen ist wieder schlimmer geworden und Papa hat eine kleine Magenverstimmung…) und wären eigentlich ready. Da wir immer noch zu früh sind, kommt jetzt noch die Spielrunde mit den Kids. Ja, und dann passieren auch bei ganz trivialen Dingen wie am Boden sitzen und spielen, Sachen, bei denen man Glück haben muss. Und das geht so: die Kugel der Kugelbahn landet unter dem Sofa. Mama zieht am Sofa, damit die Kugel gerettet werden kann. Anina liegt am Boden, um die Kugel sofort im Empfang zu nehmen. Mit ihr liegt auch ihre Hand am Boden über welche die Mama schwungvoll die Polstergruppe rollt. Autsch, autsch, autsch! Wir haben Glück, die Finger sind noch alle dran und ungebrochen. Damit uns nicht noch mehr Blödsinn passiert, schnappen wir uns lieber die Rucksäcke und fahren – in Begleitung von Grosi – an den Flughafen. Nach einem letzten Eistee auf Schweizer Boden heisst es Abschied nehmen und langsam in Richtung Gate wandern. Die Kids sind ganz aufgeregt und kommentieren alles und jedes Detail, welches sie sehen. Endlich dürfen wir dann im Flugi Platz nehmen. Nach drei Stunden mehr oder weniger Ramba Zamba schlafen die Beiden 6 resp. 7 Stunden tief und fest ein. Wir Eltern können sogar zwei Filme schauen (wir können nicht schlafen…). Die letzten 3 resp. 2 Stunden gibt es dann nochmals Futter und ein weitere Runde elektronische Unterhaltung, bevor dann nach fast 12 Stunden bestens in Las Vegas landen. An der Immigriation ist die Schlange gewohnt riesig und wir sind definitiv zu hinterst. Doch auch in Amerika scheint der Kids-Bonus ab und an zu greiffen. Wir werden direkt vorgebeten und können ohne Wartezeit immigrieren. Und als dann auch noch das Gepäck kommt, könnte es besser kaum sein. Mit einem Taxi nehmen wir die letzten paar Meilen unter die Räder. Wir übernachten zwei Mal im Cirucs Circus am Strip, bevor wir den Camper fassen. Müde aber glücklich schmeissen wir uns im Zimmer auf die weichen Betten und schlafen irgendwann gegen Mitternacht mehr oder weniger bis um fünf Uhr durch. Damit wäre wohl auch der Jetlag bereits ein wenig besiegt…

Las Vegas
Um sechs Uhr sind alle wach und eine Stunde später sind wir bereits zu Fuss auf dem Strip unterwegs. Die Vorzüge der Morgenstunde sind gross: wir sind bei angenehmen Temperaturen quasi alleine unterwegs. Ein winziger Nachteil – wobei für das Portemonnaie eher ein Vorteil – offen hat ausser Starbucks und einige sonstigen Kaffeausschenker noch grad gar nix. Die Stadt ist wirklich crazy. Es gibt hier einfach alles was man sich nicht vorstellen kann. Selbstverständlich sind auch die Casinos um diese Zeit immer noch offen. Gambler hat es aber nicht viele, so dass wir mit den Kids relativ ungestört überall durchlaufen können. Nur einmal, als wir drei Sekunden stehen bleiben, werden wir gebeten weiter zu laufen. Vorbei an all den berühmten Hotels schlendern wir auf der einen Strassenseite bis zum Bellagio und auf der anderen wieder zurück. Uns ist egal, dass um diese Zeit noch keine Shows, wie zum Beispiel die Brunnenshow, stattfinden. Es haben alle mehr als genug zum Schauen. Ganz schrecklich finde vor allem ich den Mief, welcher einem in jedem Hotel und Casino sofort entgegen schlägt. Die uralten Teppichböden sind getränkt von Rauch und weiss der Geier was allem und verbreiten einen üblen, aber irgendwie typischen USA-Geruch. Zurück im Hotel gibt es Siesta. Da alle müde sind, schlafen auch alle ein. Zum Glück haben wir den Wecker gestellt und mit dem Pool auch eine Verlockung für die Kids wieder aufzustehen. Auch am Pool herrschen strikte Sitten. Eigentlich darf man nur im Wasser stehen… Den Kids gefällt es trotzdem in der Betonanlage ohne Schatten und mit Sound als Dauerberieselung. Zum Znacht gibts ein paar Happen im Dennys um die Ecke. Danach sind alle k.o. Die Kids schlafen sofort ein und die Eltern nach dem Zusammenräumen der sieben Sachen auch. Fazit von Las Vegas (wir waren übrigens schon 2001 mal hier): man muss es gesehen haben. Ein Tag hat uns aber völlig gereicht. Und noch ein Wort zu unserer Aussicht im Zimmer: wir sehen direkt und ausschliesslich auf das Hotel von Donald, dem Trump-Tower. Irgendwie bezeichnend…

Unser Camper
Heute fassen wir unseren fahrbaren Untersatz. Vor allem Anina ist besonders nervös und fragt im Minutentakt, wann wir denn nun endlich unseren Camper bekommen. Nachdem der Papierkram erledigt ist, ist es soweit: wir dürfen unseren Camper in Empfang nehmen. Die Augen von beiden Kids werden gaaaanz gross. So ein grosses Ding haben sie definitiv noch nie von innen gesehen. Als wir die wichtigsten Sachen wissen, schmeissen wir unsere Sachen hinein und fahren los zum nächsten Walmart. Ein Grosseinkauf steht an. Eine Stunde und 500 Dollar später sind wir an der Kasse und wollen bezahlen. Leider wird es richtig peinlich, denn unsere Kreditkarte streikt schlicht zum dümmsten Zeitpunkt. Wir müssen die beiden übervollen Einkaufswagen wohl oder übel dort stehen lassen und uns auf die Suche nach einem ATM machen. Wer hat schon mal zu Fuss bei einem Drive-In ATM Geld geholt? Wir! Als die Einkäufe alle verstaut sind, haben wir zu unserer Freude noch genug Zeit Las Vegas zu verlassen. Wir sind sehr froh, dass wir dies noch schaffen, denn die RV-Parks in Vegas haben null Charme und sind für uns nur eine Notlösung. Knapp eine Stunde ausserhalb der Stadt ist das Valley of Fire. Und es ist wunderschön! In Mitten von roten Felsen hat es zwei sehr einfache Campgrounds, wo wir uns nur zu gerne für die erste Nacht installieren. Doch bevor es ans geniessen geht, müssen wir noch ein bisschen nüschele und schauen, wer denn nun genau wo schlafen will/soll. Die Kids finden den Camper so toll, dass sie zuerst auf keinen Fall draussen spielen wollen. Vielmehr wird das Innenleben unseres Untersatzes zum Spielplatz. Irgendwann finden sie den Weg nach draussen dann aber doch noch. Wir schmeissen den Grill an und geniessen die Natur und die wunderschöne Umgebung. Als langsam Bettruhe angesagt ist, staunen wir nicht schlecht. So schnell waren die beiden noch nie ready zum Schlafen. Entweder sind sie so richtig müde oder sie sind derart aufgeregt, dass sie im Camper schlafen können, dass sie nur noch eines wollen. Uns Eltern ists egal. Hauptsache es kehrt bald Ruhe ein und wir können es uns in unseren neuen Camping-Stühlen unter dem Sternenhimmel noch etwas gut gehen lassen.

USA, Vally of Fire, Rock

Valley of Fire
Der Blick aus dem Bett ist einfach der Hammer. Die roten Felsen im Sonnenaufgang sind genau nach unserem Gusto. Nach dem Zmorge bleibt genug Zeit den State Park zu erkunden. Die Umgebung ist wirklich traumhaft. Schon bald wird es relativ heiss, weshalb wir auf längere Walks mit den Kids verzichten und es gemütlich und mehrheitlich aus dem Auto resp. vom Parkplatz aus angehen. Gegen Mittag fahren dann weiter und finden zur grossen Freude der Eltern einen Taco Bell. Die Kids sind zuerst skeptisch. Erst als wir Grossen fast alles aufgegessen haben, kommen sie doch noch auf den Geschmack. Nach einem Stopp im Walmart, wo wir uns noch mit ein paar fehlenden Camping-Sachen ausrüsten, geht es weiter in Richtung Zion N.P. Hier haben wir bereits einen Camping reserviert und finden so rasch unser Nachtlager. Wir Mädels springen sofort in den Pool, während Papa sich um den Haushalt inkl. Wäsche kümmert. Der Camping ist auch sonst ganz nach dem Gusto der Kids. Es hat einen Spielplatz und trotz vielen RV’s genug Platz zum Herumtollen. Langsam aber sicher gewöhnen sich alle an das Camperleben.

USA, Vally of Fire, Landscape

Zion N.P.
Nach ein paar Kelloggs wartet der erste National Park auf uns. Da der Zion N.P. für den Verkehr weitgehendst gesperrt ist, sind wir mit dem Shuttle Bus unterwegs. Dieser fährt bis ans Ende des Valleys und funktioniert unterwegs als Hop-on-Hop-off. Im Schatten der riesigen, senkrechten Berge wandern wir in der noch sehr kühlen Morgenbrise dem Fluss entlang immer weiter in die Schlucht hinein. Es ist erstaunlich wie sehr die Temperaturen sich hier innert kurzer Zeit verändern: sind es um sieben Uhr am Morgen erst rund 15 Grad, herrschen um 10 Uhr bereits 30 Grad. Die Sonne resp. der Schatten gibt hier alles. Vom Weg aus können wir in nur wenigen Metern Entfernung Rehe beim Fressen beobachten. Die Eichhörnchen sind einiges frecher unterwegs. Kaum haben wir unsere Verpflegung ausgepackt, werden wir von allen Seiten belagert. Nur Melia findet dies gar nicht lustig. Sie hat im Moment sogar Angst vor Fliegen, wenn diese auf ihr landen… Irgendwann sind wir dann wieder retour beim Busstopp und fahren mit zwei weiteren Stopps und einem kurzen Walk via Gelati-Shop zurück zum Camping. Der Zion ist eindrücklich und imposant. Vor allem die schöne rote Farbe der Felsen, die heute mit dem stahlblauen Himmel noch mehr zur Geltung kommt, mag uns zu gefallen. Die Berge an und für sich, sind für uns CHer aber eher in gewohntem Rahmen. Beim Campermobil gibt es zuerst ein bisschen Siesta und Recherche für den morgigen Tag, bevor wir dann nochmals in den Pool springen. Nach dem Znacht und dem Spieli ist Bettruhe angesagt. Die kleinen Wanderer sind müde. Übrigens wissen wir nun auch, wieso wir gestern erst so spät hier ankamen und die Kids partout nicht müde wurden: wir haben eine Stunde Zeitverschiebung hinter uns, von welcher wir überhaupt nichts gewusst haben. Welcome to Utah :-).

USA, Zion National Park, Rock

Bryce Canyon
Heute morgen machen wir uns zackig parat. Wir wollen sobald als möglich los, damit wir so rasch wie möglich beim Bryce Canyon sind. Nur zu gerne würden wir nämlich dort einen der begehrten First-come-first-serve Standplätze im Park bekommen. Da unser Camper zu gross ist für den Tunnel, müssen wir ein paar Meilen mehr unter die Räder nehmen und fahren retour zum Freeway. Nur für einen kurzen Tank- und einen kurzen Fotostopp im schönen Red Canyon unterbrechen wir die Fahrt. Zu unserer Freude hat sich die Mühe gelohnt. Wir können sogar noch den Platz aussuchen im schönen Wald. Da es auch hier Einschränkungen für den Verkehr gibt – RV’s dürfen nirgendwo parkieren – sind wir auch hier wieder auf den Shuttle angewiesen. Beim ersten Stopp verschlägt es uns fast die Sprache. Es ist einfach fantastisch was die Natur hier geschaffen hat. Sowas haben wir definitiv noch nie gesehen. Beim zweiten Stopp nimmt Melia im Ergo an meinem Rücken ein Nickerchen und so können wir es denn auch wagen auf der Krete entlang einen knappen Kilometer mit nur einem Kind an der Hand noch ein bisschen zu wandern. Die Aussicht ist einfach unschlagbar. Danach ist die Sightseeing-Tour auch schon beendet und wir machen uns mit dem Shuttle auf die Suche nach Feuerholz und Fleisch. Es wäre einfach zu schade auf diesem tollen Camping kein Feuer zu entfachen. Wir finden beides und verbringen den Rest des Tages um und im Camper. Langsam aber sicher haben sich alle an den Camper-Alltag gewöhnt und es ist schön zu sehen, wie die Kids immer wie selbstständiger und selbstverständlicher mit von der Partie sind. Toll ist auch, wie wenig sie brauchen, damit sie beschäftigt sind. So bauen sie heute zum Beispiel fast eine Stunde aus heruntergefallen Tannennadeln ein Bett für die vielen Eichhörnchen. Damit die kleinen Dreckspatzen wieder sauber werden, nehmen wir heute zum ersten Mal eine Dusche im Camper. Also nicht, dass wir bis jetzt nicht geduscht hätten, aber wir machen das normalerweise in der Dusche der Campinganlage. Aber hier draussen gibts sowas nicht, so dass wir unser fahrbares Haus heute so richtig von A bis Z auskosten.

USA, Bryce Canyon, Landscape

Capitol Reef
Nach einer eisigen Nacht sind wir froh, dass die ersten Sonnenstrahlen bald durch die Bäume scheinen. Zum Glück wird dies der höchste Punkt und somit hoffentlich der kälteste unserer Reise sein. Sonst müssten wir tatsächlich noch ein paar warme Klamotten nach kaufen. Bald sind wir wieder on the road. Unser heutiges Ziel ist der Capitol Reef National Park. Unterwegs versuchen wir unsere Vorräte aufzustocken. Doch wir finden nix brauchbares ausser ein paar Tankstellen-Shops. Wir sind wirklich fernab unterwegs. Beim Park angekommen, haben wir Glück. Wir bekommen tatsächlich den absolut letzten Stellplatz auf dem State Park-Camping. Da der Vormieter noch nicht ganz weg ist, machen wir zuerst ein Pic-Nic im Park nebenan. Dort hat es auch viel Platz für Fangis und Versteckis. Die Girls sind im Element. Am Nami erkunden wir dann den Capitol Reef State Park. Dieser beeindruckt vor allem, weil die Gegend rund herum null und gar keinen Hinweis auf diese riesigen Felsen gibt, die da auf einmal quasi aus dem Nix auftauchen. Zum Znacht gibts einmal mehr ein Feuer von Papa. Da die Mädels trotz viel Auslauf irgendwie nicht wirlich müde sind, gibt es noch gerade nicht Feierabend. Und als sie endlich im Bett sind, fängt es doch tatsächlich an zu Regnen, so dass der Camper-Abend der Eltern heute ins Wasser fällt.

USA, Capital Reef, Landscape

Dies & Das
Die Fahrt nach Moab unterbrechen wir nur zum Tanken. In Moab angekommen, quartieren wir uns zuerst auf einem normalen Camping ein. Normal will heissen: Strom, Wasser, Dusche, Pool, Internet, usw. Einzig die Wäscherei fehlt irgendwie und die hätten wir heute dringend nötig. So sind wir bald wieder im Kaff und schmeissen unsere stinkenden Sachen in einem Waschsalon in die Tonne. Die Zeit während dem Waschgang nutzen wir für Futter x2: einmal Magen füllen, einmal Kühlschrank füllen. Unterwegs schliesst die grosse Tochter zur Freude von Papa auch noch die Badezimmertür im Camper ab. Die amerikanischen Schlösser sind ja so toll, dass man drücken und somit die Türe schliessen kann und dann gar nicht drin sein muss, aber die Türe fest abgeschlossen ist. Zum Glück ist der Papa handwerklich begabt und kann die Türe wieder entschliessen nachdem er den ganzen Türgriff abgeschraubt hat. Und zum Glück ist die Tochter während dem ganzen Prozedere draussen und nicht drinnen… Zurück auf dem Camping müssen wir dann unerwartet nochmals los. Wir vermissen Melias Turnschuh und vermuten, dass dieser vor dem Waschsalon am Boden liegt. So ist es denn auch. Das Ding hat ungefragt den Camper verlassen. Der Sprung in den Pool fällt heute ganz besonders kurz aus. Es ist viel zu kalt, so dass wir uns einstimmig einigen, den Pool heute sein zu lassen und statt dessen noch ein bisschen dem Camperleben zu fröhnen. Für den Grill und das Znacht recht es noch vor dem Wolkenbruch. Danach wird es nass… ein richtiges Gewitter zieht über Moab.

Arches, Canyons, Rims, usw.
Leider ist der Himmel immer noch grau in grau. Schade, denn heute stehen zwei National Parks und ein State Park auf dem Programm. Trotz grauem Himmel ziehen wir wie geplant los. Unser erstes Ziel ist der Arches N.P. Wir wählen instiktiv richtig und fahren beim ersten Abzweiger rechts. Dort finden wir einen Parkplatz für unser Mobil und können fünf Arches anschauen. Auch wenn der blaue Himmel fehlt und die Pics so definitiv nicht nach unserem Geschmack sind, gefällt es uns. Nach dem Zmorge im Camper – das praktische an so einem Ding ist ja, dass man immer überall alles dabei hat – fahren wir weiter zum weltbekannten Delicate Arch. Da wir mit den Kids den längeren Trail nicht machen können/wollen, bleibt uns der Blick aus der Ferne vom Viewpoint Nummer 2. Leider fängt es just in dem Moment als wir ready sind an zu regnen. Wir sputen den Berg hinauf – jeder ein Kind auf den Schultern resp. auf dem Rücken – und erhaschen aus der Ferne einen kühl-nassen Blick auf das Naturwunder. Damit haben wir dann auch bereits alles wichtige gesehen und wir beschliessen aufgrund des Regenfalls weiter zu ziehen zum Dead Horse Point. Der kleine State Park bietet eine tolle Aussicht auf die umliegenden Canyons. Kleine, aber wichtige Randbemerkung: es regnet nicht mehr! Weiter geht die Fahrt zum Canyonland N.P. Auch hier gibt es, wie der Name schon sagt, zahlreiche Canyons von zahlreichen Viewpoints aus zu bestaunen. Unser Highlight ist aber ein weiterer Arch. Da die Kids langsam aber sicher am Ende ihrer Wanderkräfte sind, teilen wir uns auf: zuerst darf die Mama schauen, dann der Papa. Die Kinder bleiben während dessen im Camper und tanken neue Energie. Nach einem letzten Aussichtpunkt ist dann mindestens bei Melia Schluss. Der ausgedehnte Trotzanfall deutet uns an, dass nun wohl genug ist mit Sightseeing. Wir fahren zurück zum Camping, wo es Wurst und Tortellini gefolgt von Mashmallows gibt. Das macht alle wieder gücklich und froh!

Monument Valley
Am frühen Morgen beginnt es zu regnen und hört nicht mehr auf. Zeit, so dass wir das Kaff verlassen und weiterziehen. Leider wird das Wetter vorerst nicht besser. Es bleibt regnerisch und grau in grau. Im Natural Bridge State Park können wir aber immerhin die drei Arches oder eben Bridges ohne Regen bestaunen. Da das Wetter und auch die Temperaturen nicht zum Verweilen einladen, fahren wir weiter; immer in Richtung blauer Himmel quasi. Auch ich setze mich heute zum ersten Mal hinter das Steuer. Es klappt ganz wunderbar bis wir zu einer ungeteerten Teerstrasse kommen, wo mir schon nur beim Runterschauen mulmig wird. Die Strasse ist in die schnurgerade Felswand gemeisselt, fast überhängend und sicher 100 Meter abfallend. Kreuzen ist nur an gewissen Stellen möglich. Während Odi mit Freude die Strasse den Monkey Highway bezwingt, bin ich froh, als wir heil unten ankommen. Nach einem kurzen Halt im Gooseneck State Park – auch hier steile Felswand in den tiefen Canyon – fahren wir noch die paar Meilen zu unserem heutigen Ziel, dem Monument Valley. Wir stellen den Camper auf dem Platz im Park auf und haben so quasi freie Sicht auf die weltberühmten Felsen, welche u.a. aus der Malboro-Werbung bekannt sind. Das Set wird nach dem Spaziergang zum Souvenirshop und Museum sowie dem Znacht so richtig fantastisch. Im Abendlicht ist die Szenerie unschlagbar. Einziger negativer Punkt: es windet stark und ist dadurch kühl. Lange kann man nicht draussen bleiben. So sind denn die Kids auch im Camper am spielen während wir abwechslungsweise vor resp. im Camper die Aussicht geniessen.

USA, Monument Valley

Antelope Canyon zum Ersten
Heute haben wir extra den Wecker zum Sonnenaufgang gestellt. Und es lohnt sich. Auch in der Morgensonne bietet sich uns ein Naturspektakel sondergleichen. Das Monument Valley ist tatsächlich ein unglaublicher Ort, welcher uns gar ein bisschen an den Uluru erinnert. Bereits vor dem Zmittag sind wir in Page. Hier wollen wir die nächsten zwei Nächte verbringen. Erster Programmpunkt ist ein kurzer Walk zum Ausblick auf den Horse Shoe Lookout. Dieser Teil gehört auch zum Grand Canyon und von hier aus sieht der Fluss wie ein Hufeisen aus. Auch hier wieder geht es unendlich tief und schnurgerade in den Canyon hinunter. Obwohl ich nicht Höhenangst habe, bin ich definitiv kein Freund von solchen vollständig ungesicherten Lookouts. Irgendwie schwingt immer die Angst mit, dass jemand von uns herunterfallen könnte. Einige Touris spüren sich wirklich kaum und jeder will das bessere Bild von sich an der Kante schiessen. Kleines Detail: in der heutigen Tageszeitung lese ich später, dass einer heruntergefallen ist… Zum Zmittag kehren wir auf Wunsch der Kids wieder einmal bei Ronald ein. Nach Hamburger und Pommes bleibt genug Zeit, um noch zum Ausgangspunkt der Antelope Canyon-Touren zu fahren. Eigentlich haben wir für morgen eine Tour reserviert. Aber es gibt ja zwei Teile – upper und lower part -, die man begehen kann und vielleicht haben wir ja noch irgendwo Platz. Und tatsächlich ist bald erst Odi – ich gehe mit den Kids einkaufen – und dann ich – Odi checkt mit den Kids auf dem Camping ein – auf einer Tour durch den Upper Canyon. Eindrücklich wie die Natur hier einen schmalen ca. zehn Meter hohen und bis zu zwei Meter breiten Canyon geschaffen hat. Ganz besonders schön ist das Ganze mit dem Sonnenlicht, welches in den Canyon scheint. Wir sind gespannt, ob der untere Teil auch so schön ist. Das werden wir morgen beantworten können.

Antelope Canyon zum Zweiten
Der Tag beginnt beim Antelope Canyon. Heute steht der Lower Part auf dem Programm. Wir bekommen Walk-in sofort Platz bei zwei aufeinanderfolgenden Touren. Odi ist als erster dran. Wir Mädels warten im Camper beim Zmorge, Laura Stern und Peppa Wutz auf Papa. Danach bin ich dran. Und weil unsere Grosse schon so gross ist, darf sie mitkommen. Und sie macht es ganz wunderbar. Ohne ein einziges Mal murren, läuft sie die 75 Minuten durch den Canyon und geniesst es sichtlich. Im Gegensatz zum Upper Part ist es hier viel enger und an einigen Stellen muss man sorgar klettern. Zum Glück hat es an den schwierigen Stellen aber Treppe und Leiter, so dass wir ohne Probleme durch den Canyon kommen. Wir sind uns einig, dass dieser Teil des Naturspektakels noch schöner ist, als der Teil, welchen wir gestern besichtigt haben. Unglaublich und mit dem Sonnenlicht einfach noch unglaublicher. Zufrieden geht es nach den Touren zu Taco Bell und in den Walmart. Am Nami ist Kids-Time angesagt. Unser Camping hat einen Indoor-Pool, welchen wir heute ausgiebig nutzen. Zudem kommt auch der Besuch auf dem Spielplatz nicht zu kurz. Am Abend geniessen wir nochmals das angenehme Wetter vor dem Camper. Gemäss Wetterprognose soll es in den nächsten Tagen wieder kälter werden… das freut uns nicht besonders. Aber wir nehmens wies kommt.

USA, Page, Antelope Canyon

Driving day
Heute gilt es einige Kilometer zu fahren. So sind wir denn auch schon bald on the road und fahren Meile um Meile. Wir kommen gut voran. Die Kids machen gut mit und mit zwei Tanzeinlagen – kurze Schwiizer-Goofe Pause im Camper begleitet von hemmungslosem Tanz – können wir bis zum Kaff vor dem National Park durchfahren. Hier gibt es auf Wunsch der Kids einen Hamburger und Pommes. Zu ihrer grossen Freude hat es sogar einen relativ grossen Indoor-Spielplatz. Irgendwann am Nami sind wir dann in Mesa Verde, unserem ersten Unesco Welterbe dieser Reise, angekommen. Da der Park weitläufig ist und die Sehenswürdigkeiten am anderen Ende sind, bleiben wir auf dem schönen Camping. Gegen Abend zieht Macy, eine 3-jährige, neben uns ein. Die drei sind ganz ausser sich vor Freude, springen um die Wette und fallen dann todmüde ins Bett.

Zwei Unesco Welterbe an einem Tag!
Im Mesa Verde N. P. haben die Indianer vor vielen, vielen Jahren (600 bis 1300 n. Chr.) Lehmziegelhäuser und teilweise sogar ganze Dörfer an Schutz bietende Felswände gebaut. Die eindrücklichen Bauten gehören heute zum Unesco Weltkulturerbe. Da wir mit den Kids keine Tour machen können, bestaunen wir die diveresen Sehenswürdigkeiten von den View Points aus. Im Museum fängt dann die Fragestunde an. Nini ist wahnsinnig fasziniert von den Indianern und muss einfach alles mögliche und unmögliche wissen. Melia plabbert munter nach und wiederholt immer wieder “Ninianer, Huus”. Nach dem wir mehr oder weniger alles besichtigt haben, verlassen wir den weitläufigen Park und fahren an den letzten Schneeresten vorbei nach Aztec. Hier quartieren wir uns auf einem typischen amerikanischen Trailerpark ein. Die meisten wohnen hier fix in ihren Camper oder Wohnwagen. Sanitäre Anlagen oder ähnliches gibt es für die Öffentlichkeit keine, alle scheinen alles in ihrem Mobil zu erledigen. Da wir noch genug Zeit haben, schauen wir uns noch den Aztec N. P. an. Auch hier haben Indianer gehaust, allerdings nicht in Häusern an Felswänden sondern in “normalen” Steindörfern. Die Sehenswürdigkeit gehört zum nächsten Unesco Weltkulturerbe, dessen Hauptteil wir dann morgen besuchen wollen. Die Ausstellung ist schön und die Häuser, die wir dieses Mal gar begehen können, faszinieren die Kids. Nini marschiert mit dem Mueseumsplan vorraus und erklärt der kleinen Schwester ganz altklug alles was sie bis dahin von uns erfahren hat. Nach dem Musuem stocken wir noch unsere Vorräte auf und fahren zur Feier des Tages zum Znacht zu Pizza Hut. Dank dem TV und den Farbstiften wird das Essen richtig relaxt und essbar ist es auch. Nach einer Fussballrunde versuchen wir die Rasselbande ins Bett zu kriegen. Doch obwohl sie eigentlich hundemüde sind, braucht es heute ein wenig Geduld. Waren wohl doch etwas zu viele Indianer-Geschichten…

USA, Mesa Verde, Indian Housing

Chaco N.P.
Der heutige Tag bringt ein gewisses Wagnis. Ob die Strasse zum Chaco N.P. für unseren RV befahrbar ist oder nicht, wissen wir nicht. Wir haben allerhand davon gehört und gelesen und wollen es einfach probieren. Der Grund ist klar: der Park gehört, wie schon erwähnt, zum Unesco Weltkulturerbe. Die ersten Meilen weg von der Hauptstrassse sind noch geteert. Danach folgt über mehrere Meilen die Schotterpiste, die wir mit ungefähr 30 Meilen pro Stunde befahren können. Die letzten vier Meilen haben es dann in sich. Die Piste ist nur noch im Schritttempo und bei trockenen Verhältnissen befahrbar. Irgendwann haben wir es geschafft: beim Eingang zum National Park fängt die geteerte Strasse wieder an. Wir sind stolz haben wir die Herausforderung auf uns genommen; nun können wir die Indianer-Pueblos besichtigen. Doch zuerst will noch ein Campingplatz gefunden sein. Obwohl schon beim Eingang steht, dass der Platz voll ist, bekommen wir noch einen Standplatz. Und ja, es hat noch andere riesige Mobile hier hinten am campieren. Im Vergleich zu den gestrigen Siedlungen ist das Ganze ziemlich viel grösser, wenn auch ziemlich weit verstreut. 6’000 bis 10’000 Indianer sollen hier gleichzeitig zwischen 900 bis 1150 n. Chr. gelebt haben. Wir fahren von Spot zu Spot und schauen uns alles in Ruhe an. Da wir mehr als genug Zeit haben, gibt es nach jeder kleinen Wanderung Siesta im Auto: einmal Zmittag, einmal zeichnen, einmal Früchte, einmal Gelati, usw. So geniessen alle den Nachmittag im National Park. Am Abend schmeissen wir die Kleine schon mal ins Bett. Nini darf heute ausnahmsweise noch ein bisschen aufbleiben. Wir wollen ihr einen richtigen Sternenhimmel zeigen. Bis dahin gibts Marshmallows am Campingfeuer, welches wir trotz starkem Wind zum Brennen bringen. Danach fängt das “Ohhh” und “Ahhh” an. Der wolkenfreie Himmel zeigt uns sein schönstes Sternenbild.

USA, Chaco Canyon, Road

Taos-Pueblo
Zeitig sind wir wieder unterwegs und erreichen den Freeway ohne Probleme. An dieser Stelle darf auch erwähnt werden, dass wenn etwas passiert wäre, wir voll und ganz dafür gehaftet hätten. Eine Fahrt über eine solche Strasse ist im Mietvertrag klar ausgeschlossen. Aber wie heissts so schön: no risk, no fun. Durch nicht sehr einladende Käffer fahren wir in Richtung Taos. Unterwegs machen wir in Espagnola einen Mittagshalt. Das Kaff ist wirklich hässlich (excusé…) und beim Zmittag begegnen uns eine handvoll interessante Menschen aus dem Kaff. Erwähnt seien hier der nette Angestelle der Fast Food-Kette, welcher nach einigen Minuten Gespräch fragt “Switzlerland, is it far away from here?” und der besoffene Penner, welcher warum auch immer, sofort erkennt, dass wir Deutsch sprechen. Klar ist, wenn Trump seine Gesetze alle durchbringt, werden wohl die Hälfte der Einwohner hier verschwinden. Fast alle sind mittelamerikanischer Abstammung und wohl nicht nur legal hier. In Taos fahren wir direkt zum nächsten Unesco Weltkulturerbe, dem Taos-Pueblo. Hier leben die Taos-Indianer wie vor Hunderten von Jahren in ihren typischen Lehmziegelhäuser und halten moderen Einflüssen und Landenteignungen stand. Das Dorf hat seinen eigenen Charme und gefällt uns. Besonders cool ist auch, dass die Bewohner aussehen, wie man das diese Tage von einem Indianer wohl erwarten darf: schwarze Haare, Zöpfe, Schmuck. Nini ist jedenfalls ganz fasziniert. Leider zieht der Himmel just als wir das Dorf betreten zu. Ein heftiger Sandsturm und Regen folgen. Trotzdem haben wir einen kurzen, aber interessanten Einblick in das Dorf bekommen. Unglaublich, wie die Leute hier in einem offenen Mueseum leben. Auf dem Camping ruft der Haushalt. Was soll man schon anderes machen bei diesem Wetter. Genau wegen dem Wetter haben wir heute auch beschlossen, die geplanten nördlich liegenden Great Sand Dunes rechts liegen zu lassen und stattdessen langsam aber sicher in den Süden zu reisen. Schliesslich wollen wir noch ein bisschen mehr als bis jetzt in den kurzen Hosen rum rennen.

USA, Taos Pueblo, Church

Kids-Day im Sumner Lake State Park
Unser Ziel für heute ist klar: möglichst weit in den Süden fahren. In Santa Fe machen wir einen längeren Halt. Eigentlich wollten wir in eine Shopping-Mall, aber wir verhängen bei Walmart und finden hier für alle etwas. Zum Zmittag dürfen heute wieder mal die Eltern bestimmen. Klar, dass unsere Wahl auf Taco Bell fällt. Obwohl Tacos zu Hause zu den Lieblingsessen der Kids gehören, mundet es hier überraschend wenig. Sie begnügen sich mit Reis und plabbern einander verschwörerisch zu, dass sie morgen wieder zu Ronald wollen. Weiter geht die Fahrt. Nach ungefähr zwei Stunden, die die Hälfte der Passagiere mehr oder weniger verschlafen, erreichen wir den Sumner Lake State Park. Wir haben die Qual der Wahl und wissen vor lauter Campingplatz-Möglichkeiten nicht wo parkieren. Wir entscheiden uns für einen grosszügigen Platz ganz nah beim sehr tollen Spielplatz. Der nächste Camper ist Luftlinie 100 Meter von uns weg – perfekt! Aber wie die Amis so sind, kommt später tatsächlich noch eine andere Familie und parkt direkt auf dem Platz neben uns – obwohl alles frei ist! Das passiert uns nicht das erste Mal. Aber es gibt schlimmeres und sowieso sind vor allem die Kids hier im siebten Himmel. Der Spielplatz ist einfach perfekt und die beiden geniessen es ausgiebig alleine auf der tollen Anlage herumtollen zu dürfen – den ganzen Nami und den ganzen Abend!

Höhlen von Calsberg
Nach dem gestrigen Kids-Day ist heute weniger Kids-Day angesagt – abgesehen vom gewünschten Besuch bei Ronald. Zuerst müssen wir wieder mal ein paar – ein paar viele – Meilen fahren. In Carlsberg lassen wir den Koa Camping – zum Glück wie sich später heraus stellt – links liegen und fahren weiter zum National Park. Gleich beim Eingang hat es auch einen, wenn auch etwas schäbigen Camping, auf dem wir sofort einchecken. Danach sind die Höhlen, welche das letzte Unesco Welterbe dieser Reise sind, an der Reihe. Wir beschliessen hinein zu laufen und den Lift erst beim Exit zu nutzen. Der Eingang zum riesigen Höhlenkomplex ist gigantisch, steil und lang. Die Kids kommen aus dem Staunen zuerst gar nicht mehr raus und laufen wacker mit. Als die erste den Kopf anschlägt, wird es etwas ungemütlicher. Das Geschrei ist wahrscheinlich in der ganze Höhle zu hören… Als sich alle wieder beruhtigt haben, sieht für sie wohl bald alles gleich aus. Sie plabbern und singen laut vor sich hin – auch das dürfte in der ganze Höhle zu hören sein – und wir müssen sie immer wieder ermahnen. Die Höhle ist sehr schön und abwechslungsreich – selbst für Nicht-Höhlen-Enthusiasten wie uns. Irgendwann sind wir dann wieder beim Lift, welcher uns bequem und direkt an die Oberfläche bringt. Schön wars! Auf dem Camping treffen wir auf die ersten Schweizer seit langer Zeit. Die Kids können kaum glauben, dass die beiden alles verstehen, was sie sagen. Den Massenflug der Fledermäuse, welcher beim Eindunkeln statt findet, lassen wir sein. Dieser findet für uns zu einer blöden Zeit (Bett-Zeit…) und wir Eltern durften dieses Naturspektakel zum Glück schon einmal in Malaysia miterleben. Übrigens ist das Wetter super und die Temperaturen wieder nach unserem Gusto. So kann es bleiben…

Vom Skiort in die Wüste in einer Stunde
Nach den ersten paar Meilen stocken wir wieder einmal unsere Vorräte auf. Die Shopping-Stopps sind einfach eine super Fahrtunterbrecher. Weiter geht unsere Reise durch grüne Wälder. Auf einmal sind wir mitten in einem touristischen Skiort (zum Glück aktuell ohne Schnee…) und nur ein paar Meilen später landen wir wieder in der Wüste. Es ist einfach unglaublich wie die Landschaft sich hier immer wieder abwechselt und sich neu erfindet. Eigentlich wollten wir ja heute auf einen KOA-Camping. Dies in der Absicht, dass der Pool unser Nami-Programm sein sollte. Leider ist es zu windig und für mehr als einen Zehen würde es wohl nicht reichen, weshalb wir beim KOA angekommen, gleich zum nächsten State Park weiterfahren. Hier finden wir ein tolles Plätzchen mit viel Umschwung quasi im Nix. Unnötig zu sagen, dass dies ganz nach unserem Geschmack ist.

White Sands National Monument
Nach kurzer Fahrt sind wir beim Visitor Center der White Sands. Hier mieten wir für die Kids einen Schlitten – in Form eines runden Plastikding – und fahren zur erst besten Düne. Barfuss laufen wir bei stahlblauem Himmel durch den schneeweissen Sand. Die Kids meinen zuerst, dass dies doch sicher Schnee sei. Die Bobs funktionieren mehr schlecht als recht. Die Geschwindigkeit lässt bei einigen zu wünschen übrig. Einige findens trotzdem schnell genug. Spass machts auf alle Fälle allen und ermüdend ist es sowieso. Irgendwann ist Melia derat k.o., dass sie nur noch im Sand herum liegt. Kombiniert mit der immer stärker werdenden Sonne, die einen fast schnee- resp. sandblind macht, ist das unser Zeichen für Schatten resp. für ein Schläfchen im Camper. Während die kleinen Abenteurer schlafen, nutzen wir die Zeit und fahren weiter. Unser Ziel ist heute wieder ein State Park – der Rock City S.P. Wir können es kaum glauben, dass es hier noch schöner ist als auf allen bisherigen solchen Plätzen. Diese State Parks sind einfach der Hammer und lassen jedes Camperherz viel, viel höher schlagen (für läpische 10 Dollar resp. 14 mit Strom sei hier noch erwähnt). Der Herr des Campers wird übrigens heute noch von einer Biene in die Stirn gestochen. Er hatte die Nase ganz weit vorne und kann sich das Botox nun sparen…

USA, White Sands, Anina

Zugabe
Alles was jetzt noch kommt ist quasi Zugabe – ausser der Grand Canyon und der Josua Tree N.P., die haben wir von Anfang an in unserer Route vorgesehen. Wir sind derart gut im Zeitplan, da wir den Chaco Canyon N.P. statt vom Süden vom Norden her angefahren und die White Sand Dunes aufgrund des kalten Wetters ausgelassen haben, dass alles was jetzt sonst noch kommt ungeplante Reiserei ist – wunderbar wie frei man doch mit so einem Mobil ist.Wir sind gespannt, was alles auf uns zukommt. Heute kommt schon mal relativ wenig auf uns zu. Einkaufen, fahren, futtern, fahren, Camping. Das muss heute reichen, denn wir haben den Kids versprochen, dass es heute wieder einmal einen Pool und einen Spielplatz gibt. So quartieren wir uns denn auch auf einem KOA ein und geniessen beides – Pool und Spielplatz den ganzen Nami nur für uns alleine. Hier finden wir auch die Hitze wieder. Dank dem Wind ist es aber absolut aushaltbar und wir freuen uns, dass wir wieder einmal die kurzen Hosen auspacken können.

Cowboys und Kaktus
Den Morgen verbringen wir bei den Cowboys. In Tombstone gibt es eine Art Cowboy-Ballenberg zu bestauenen. Wir sind früh da und haben quasi die ganze historische Strasse, die es hier wirklich vor über hundert Jahren so gegeben haben soll, für uns. Wirklich hübsch das Ganze. Langsam erwacht Tombstone und immer mehr Cowboys sind auf der Strasse. Auf Wunsch der Kids machen wir eine Kutschenfahrt und erfahren so alles über die vielen Salons, wo sich zahlreiche Schiessereien ereignet haben sollen. Nach einem üppigen Zmorge schauen Nini und ich dann noch eine der Gunfight-Shows an. Drei wahre Begebenheiten werden aufgeführt und jedes Mal wird am Schluss einer erschossen. Zum Glück haben wir Nini schon am Vorabend genau aufgeklärt was hier abgeht und sind auch jetzt für alle Fragen da. So geht das Theater effektiv als Theater durch. Unser nächstes Ziel ist der Saguaro N.P.. Der Name kommt von den zig tausenden von Kakteen, die hier über eine riesige Fläche verteilt in der Prärie stehen. Nach dem wir einen Platz auf dem Camping reserviert haben, fahren wir in das Visitor Center. Dieses ist sehr informativ und spätestens nach dem Film, in dem die Ureinwohner ihre Bedeutung der Saguaros erzählen, bekommen diese auch noch einen magischen Touch. Heute schaffen wir es Dank der einstündigen Zeitverschiebung von New Mexico nach Arizona gar den Sonnenuntergang vor dem Camper zu geniessen. Ansonsten war das bis jetzt meist etwas schwierig, da just zu diesem Zeitpunkt die Bettruhe der Kids angesagt war.

Heiss, heisser, am heissesten
Der heutige Tag geht als besonders heiss und als nicht besonderes Highlight in die Feriengeschichte ein. Nachdem unsere Vorräte aufgestockt sind, fahren wir zum Organ Pipe N. M. Dieser liegt direkt an der mexikanischen Grenze. Zahlreich sind denn auch die Polizisten und Ranger, die die Gegend bewachen. Der Drogenschmuggel soll hier sehr aktiv gelebt werden. Nur gerade sieben Kilometer wären es noch bis nach Mexico! Wir lassen den Grenzübertritt sein und konzentrieren uns auf die Kakteen. Als wir aus dem Camper steigen, verschlägt es uns fast den Atmen. Es ist knapp 40 Grad. Das haben Mama und Papa so nicht eingeplant. Eine Abkühlung bringt der Besuch im Visitor Center. Unglaublich wie alles auf einmal sehr, sehr interessant ist an der Kühle. Danach machen wir einen läpischen 34 km Loop im National Park. Schliesslich wollen wir die Organ Pipe – diese sind im Gegensatz zu den Saguaros, die es hier auch gehäuft gibt, quasi als Kaktus-Busch unterwegs – auch noch sehen. Leider ist die Strasse nicht asphaltiert. Zudem wäre unser Camper gar zu gross für den Loop. Wir lassen uns von beidem nicht abschrecken und kämpfen unser tapfer durch die Wüste. Mit den Kakteen ist es dann so wie mit allem. Irgendwann hat man genug gesehen und so sind wir froh, dass wir die normale Strasse wieder erreichen. Da man auf dem Camping hier den Generator, sprich aus aktuellen Anlass die Klimaanlage, nur gerade vier Stunden pro Tag offiziell laufen lassen darf, entschliessen wir uns spontan ins nächste Kaff zu fahren. Auf einem einfachen Platz in einem hübschen, mexikanisch anmutenden Kaff verbringen wir den Abend und die Nacht. Wir sind alle froh, dass der Herr des Hauses die Sonne und den Schatten derart gut einschätzen kann. So wird der Rest des Namis angenehm kühl… so kühl, dass gar eine Cola-Dose im Kofferraum platzt!

Und es geht noch heisser: 41 Grad
Die Nacht war ziemlich warm – aber aushaltbar. Nur Melia ist ein paar Mal wach geworden (also die Eltern folgedessen auch…). Weiter geht die Fahrt wieder in Richtung Norden. Unterwegs müssen wir einmal mehr – in dieser Gegend gehört das zum Strassen-Alltag – eine Polizeikontrolle über uns ergehen lassen. Wie immer werden uns diverse Fragen gestellt und unsere Pässe gecheckt. Da wir nicht von Mexiko kommen und wohl auch sonst relativ unverdächtig aussehen, ist der Spass stets rasch vorbei. Am Rande von Phoenix gibts einen ersten Stopp. Wieder ist uns einiges ausgegangen und es gilt den Kühlschrank mit kühlen Getränke zu füllen. Danach durchqueren wir Phoenix. Unglaubliche 60 Kilometer fahren wir auf dem Freeway von der einen Agglo-Seite auf die andere Agglo-Seite. Unterwegs versuchen wir bei Taco Bell einzukehren. Da unser Mobil zu gross ist und wir schlicht keinen Parkplatz finden, bleibt es beim Versuch. Nur unser Mobil bekommt etwas Flüssiges. Kurz vor dem Camping kommt dann doch noch ein Taco Bell und damit unser wohlverdientes Zmittag. Am Nami heisst das einzige wahre: Pool! Wir haben inzwischen gesehen, dass es 41 Grad ist. Trotz der Hitze sind alle bester Laune und freuen sich ab dem kühlen Nass, welches wir uns gleich zwei Mal ausgiebig gönnen. Wir fühlen uns ein bisschen, wie wenn jemand den Föhn angelassen hat… herrlich.
Was ich schon lange sagen wollte: ich finde es ganz schrecklich, dass in der Pampa draussen überall unbewohnte und zerfallene Häuser herumstehen. Entweder sind die Besitzer einfach weitergezogen oder haben einfach ein neues Haus neben dem alten hingestellt. Mit der Zeit sind das dann immer wie verwahrloster und trostloser aus. Auch in den Käffern werden die Häuser, sobald sie nicht mehr genutzt werden, einfach stehen gelassen. Ich würde dringend zu einem Rück-Bau-Gesetz raten. Ansonsten besteht das Land bald nur noch aus Ruinen.

Outlet-Day
Da wir die das kommende Weekend etwas besser planen als bis anhin und vor allem vorbuchen mussten – es ist Memorial-Day und damit verlängertes Weekend, welches anscheinend ganz Amerika auf einem Camping verbringen wird – bleiben wir noch eine weitere Nacht in Phoenix und Umgebung. Nach dem ersten ausgiebigen Frühstück dieser Ferien – von uns ist niemand so frühstückerisch, meist reicht uns Milch resp. Kaffee -, bei welchem wir endlich den gemieteten Toaster anwerfen, nehmen wir um neun Uhr morgens zuerst einmal ein ausgiebiges Bad im Pool. Wir das heisst wir Girls. Für Papa ist es noch etwas zu nass. Nini will nun immer ohne Flügeli umher tollen und lernt grad extrem schnell extrem viel dazu im Wasser. Nachdem alle wieder trocken sind, fahren wir in eine Outlet-Shopping-Mall. Eigentllich wollten wir diesen Einkauf erst am letzten Tag in Vegas machen, aber da wir gerade so schön Zeit haben, es hier nicht x Sehengswürdigkeiten gibt und wir bei 40 Grad eh nicht viel anderes machen können, starten wir den Shopping-Day schon heute. Unser erster Shop wird denn auch gleich der erfolgreichste. Im Gap finden wir für alle etwas. Mit gefüllten Tüten verlassen wir den Kleider-Himmel. Danach folgt nicht mehr viel gescheites. Und so gibt es ausser einer Regenjacke und Sommerkleider für die Kids nichts mehr in unsere Bags. Zurück auf dem Camping-Platz sind wir subito wieder im Pool. Es einfach herrlich, wenn man über eine Stunde planschen kann ohne kalt zu bekommen. Und für die Gfrölis unter uns – Papa und Melia – hats zur Not auch noch einen Hot Pool.

Zurück in die Berge
Adieu Hitze – es geht nordwärts in die Berge. Bereits auf dem Freeway merken wir, dass das kommende Weekend wohl etwas busier werden wird als gewohnt. Es hat unzählige Camper, Wohnwagen und mit Zelt beladene Pick-ups, die Vollgas um die Wette fahren. Alle scheinen Angst zu haben, dass sie keinen Stellplatz mehr bekommen. Wir sind guten Mutes und lassen uns nicht auf die Raserei ein. Wir haben einen Platz ausgewählt, welcher wie viele Campgrounds “first come, first serve” anbietet und sind zeitig dran. Obwohl man eigentlich erst um 14 Uhr hier auftauchen und einen Platz reservieren darf, halten wir uns nicht an die Zeitvorgabe. Tourimässig unwissend tauchen wir um elf Uhr auf und schnappen uns einen der begehrten Plätze. Obwohl der Platzwart uns danach ganz genau erklärt wie das eigentlich alles läuft, drückt er beide Augen zu und lässt uns gewähren. Nach Zmittag und Shopping im Kaff fahren wir in einen nah gelegene State Park. Hier gibt es eine Art Höhlen-Brücke zu bestaunen. Die Kids finden vor allem Gefallen am Wasserfall (leicht übertrieben sowas Wasserfall zu nennen…). Das Rinnsal reicht, um die beiden nass zu machen und ihnen den Nami zu versüssen.
Heute noch eine Frage zum Camping-Leben: wie erkennt man einen amerikanischen vs. einen ausländischen Camper (Zeltcamper ausgeschlossen)?

Amerikanischer Camper:

  1. hat ein überdimensional grosses Campermobil – quasi ein fahrendes Heim
  2. würde nie freiwillig sein Campermobil verlassen (die Stühle davor sind eine Art Attrappe)
  3. fährt mit dem Auto zur Abfallentsorgung/Pool/Dusche/usw.
  4. kocht nie selber und isst immer auswärts

ausländischer Camper (also wir):

  1. sitzt wenn immer möglich vor dem Campermobil
  2. läuft zur Abfalleimer/Pool/Dusche/usw.
  3. kocht immer selber – selbstverständlich draussen

Wegen überfüllt geschlossen
So, nun sind wohl definitiv alle unterwegs, um dieses Weekend auswärts zu geniessen. Unser erstes Ziel ist Montezumas Castle. Odi kennt diesen Namen aus irgend einem Indianer-Film und will unbedingt einen Blick darauf werfen. Und es lohnt sich. Uns erwartet eine Art Mini-Mesa Verde – nur von näher. Weiter geht die Fahrt in den Red Rock State Park. Hier geniessen wir erstmals ein Pic-Nic. Wir sind erstaunt, dass es nicht mehr Leute hat, werden aber später herausfinden, dass diese alle im Kaff resp. im State Park auf der anderen Seite sind. Da es zu heiss ist, lassen wir den Walk aus und schauen uns nur im Visitor Center um. Die Kids sind dies schon derart gewohnt, dass sie davon kaum mehr genug bekommen können. Das Interesse und die Fragestunde sind stets sehr gross. Durch Sedona – eine Art Grindelwald von hier; eingebettet in einer malerischen roten Felslandschaft mit zig-hunderten von Touristen – geht es weiter zum Slide Rock State Park. Hier wollten wir eigentlich auch noch kurz einen Stopp einlegen und unsere Füsse in den kalten Fluss halten. Leider bleibts beim wollen. Schon bald kann man an den am Strassenrand überall geparkten Autos erahnen, dass hier wohl die Hölle los sein muss. Die Entscheidung Besuch ja oder nein wird uns denn auch abgenommen. Es hat keinen Platz mehr im State Park, weshalb dieser kurzerhand geschlossen wurde. Die letzten Meilen nach Flagstaff, wo wir uns auf einem KOA einen Platz reserviert haben, sind bald vorbei. Hier ist zum Glück auch für viel Unterhaltung gesorgt: toller Spielplatz, Zügli hinter Golfmobil, usw. Die Kids findens super. Der Platz ist, wie nicht anderes zu erwarten war, übervoll und es herrscht ein riesiges Gewusel. Damit wäre Memorial-Day-Weekend Nr. 1 überstanden.

Wupatki N. M.
Wir bleiben noch für zwei weitere Nächte in der Greater Area vom Grand Canyon. Da wir vermuten, dass es heute mehr Leute hat als morgen, verschieben wir den Besuch des Grand Canyons um einen Tag. Heute verlassen wir uns ganz auf unser Gefühl und beschliessen ein National Monument in der Nähe anzuschauen, bei welchem uns vor allem der Name anspricht: Wupatki N. M. Das muss doch einfach toll sein… Und es wird toll. Schon nur die Fahrt dorthin hat es in sich. Durch einen schönen Wald und später eine Gegend, die voll von alter Lava und schwarzen Hängen ist, fahren wir zum Monument. Hier können wir ein letztes Mal auf dieser Reise schöne Steinhäuser von Indianer bestaunen. Eindrücklich ist vor allem die Farbkombination, die uns die Natur beschert: stahlblauer Himmel, rotes Gestein, grüne Büsche auf schwarzem Boden dazu die tollen Bauten. Da sich der Besuch des Parks etwas länger gestaltet als wir ursprünglich gedacht haben, machen wir einzig noch einen Halt im Walmart bevor es weiter in das nächst grössere Kaff auf einen Camping geht. Hier haben wir wieder zwei Nächte reserviert und sind froh, dass wir wissen wohin und dass man uns erwartet. Der Platz ist nicht der Hammer, aber wir habens schlimmer erwartet. So nennen wohl auch einige viele Amis ihr Campingleben ein tolles Abenteuer: der Platz ist eine Betonwüste direkt an der Bahnlinie. Grün sind einzig ein paar wenige kleine Büsche. Uns solls recht sein, schliesslich ist das berühmt berüchtigte Weekend und wir sind froh ohne zu suchen irgendwo untergekommen zu sein. Für die Kids stimmt sowieso; es hat ein Hallenbad und einen tollen Spielplatz und auf unserem Betonplatz kann man so richtig schön mit Strassenkreide alles vermahlen.

The grand Grand Canyon
2001 waren wir schon einmal hier – also mindestens die Hälfte von uns. Wir waren uns deshalb zuerst nicht sicher, ob sich ein Abstecher hierhin nochmals lohnt. Damals flogen wir ab Las Vegas in den Canyon und wieder zurück. Heute sind wir mit dem Camper weiter östlich unterwegs. Damit wir der Masse noch ein wenig aus dem Weg gehen können, stellen wir für einmal den Wecker. Bis zum Parkeingang steht uns noch eine Stunde Fahrt bevor. Um kurz nach acht fahren wir auf dem RV-Parking ein und steigen bald in den Shuttle Bus, welcher uns auf die linke Seite des Parks bringt. Und siehe da, wir schaffen es tatsächlich beim ersten Stopp ein paar Minuten für uns ganz alleine zu sein. Die Aussicht ist der Hammer, wir werden nicht enttäuscht. Der Weg hierhin hat sich definitiv noch einmal gelohnt. Danach machen wir eine kurze Wanderung auf dem Rim. Melia schläft im Ergo auf dem Rücken, Nini ist immer an der Hand. Nur ich hätte besser andere Schuhe angezogen… Flip Flops sind nicht überall der Hit. Danach kommen die anderen Touristen. Wie auf Kommando sind die Busse platschvoll und die Aussichtspunkte gut besucht. Irgendwann am frühen Nami sind wir zurück im Visitor Center. Ab dem Aussichtspunkt gleich vorne dran, werfen wir einen letzten Blick auf die wunderschöne Landschaft. Danach sind wir froh, dass wir das Gewusel hinter uns lassen können und fahren mit vielen neuen Eindrücken zurück nach Williams. Schön wars!

USA, Grand Canyon

Route 66
Ja, man kann die Route 66 – oder mindestens Teile davon – auch mit einem RV abfahren. Und genau das tun wir heute. Nach einem kurzen Stück auf dem Freeway biegen wir rechts ab und fahren durchs Hinterland auf der historischen Strasse mit der berühmten Nummer 66. Beim ersten Kaff verpassen wir es leider glatt zu stoppen. Irgendwie haben wir gedacht, dass jedes nun folgende Kaff mindestens ein Fotosujet hergeben wird. Leider ist dem nicht so und ich ärgere mich schon ein bisschen, dass wir das doch sehr fotogene Seligman einfach so haben ziehen lassen. Doch dann kommt sie doch noch: die Tanke in the middle of fucking no where mit dem Route 66-Charme wie aus dem Bilderbuch. Vor dem wirklich sehr speziellen Souvenir-Shop spielt ein Cowboy auf seiner Gitarre und im Shop gibt es einfach alles mögliche und unmögliche zur Route 66 zu kaufen. Wir entscheiden uns für alte Nummernschilder, von den States, die wir auf dieser Reise besucht haben (leider ist Utah nicht erhältlich). Nach dem Mittagsstopp in Kingsman biegen wir spontan nochmals vom schnellsten und bequemsten Weg ab. Die Kids schlafen und die Eltern fahren über eine enge Bergstrasse auf der historischen Route weiter. In Oatman treffen wir wieder auf ein richtiges Biker-Kaff. Neben den Bikes stehen hier die Esel auf den Strassen (warum auch immer…). Es gäbe viel zu entdecken, aber da hinten im Camper immer noch Siesta-Time ist, fahren wir weiter. Das Nachtlager beziehen wir auf einem Koa. Bei knapp 40 Grad sollen die Kids einen Pool bekommen. Dies ist dann auch die Beschäftigung für den Rest des Tages. Auf dem Abendspaziergang mit den Mädels passiert mir dann wieder erstaunliches (zum zweiten Mal auf dieser Reise): wildfremde Menschen entschuldigen sich einfach so bei mir, dass Trump ihr Präsident ist und danken mir dafür, dass wir trotzdem hierher gereist sind. Das anschliessende kurze Gespräch wäre abendfüllend und interessant, aber die Racker müssen ins Bett und Trump ist und bleibt mindestens für die nächsten vier Jahre Präsident der USA.

USA, Hackberry, Route 66

Josua Tree N. P.
Der Tag beginnt harzig. Bevor wir zum Josua Tree National Park aufbrechen, müssen wir noch unsere Vorräte aufstocken (wahrscheinlich zum letzten Mal… 🙁 ). Zuerst wollen wir tanken. Die erste Tanke hat kein Benzin mehr (sind wir in Afrika?), die zweite Tanke verlangt fast doppelt so viel wie die Tanken bis anhin (um was geits?), erst die dritte Tanke hat alles: Benzin und den gewohnten Preis. Das mit dem Preis können wir uns erklären. Wir sind gestern kurz vor dem Kaff von Arizona nach California gefahren – neuer Staat, neue Preise. Da es nur wenige Meilen zurück nach Arizona sind, nehmen wir den Weg gerne auf uns. Es sind doch ein paar Dollar, die wir beim Volltanken von unserer Riesenmaschine sparen. Dann gehen wir auf die Suche nach Futter. Wir brauchen Gemüse und frisches Fleisch. Erster Shop: führt weder noch. Zweiter Shop: führt weder noch. Dritter Shop: führt weder noch. Vierter Shop: gibt es in diesem Kaff nicht. Wir fragen uns ernsthaft, ob das wirklich wahr sein kann, dass es in diesem Kaff nirgends frisches Gemüse und Fleisch zu kaufen gibt. Amerika, wie es im Bilderbuch steht! Unverrichteter Dinge verlassen wir das Kaff. Zwischen hier (Needles) und dort (Eingang zum Josua Tree N.P.) gibt es nichts – nur Prärie und Wüste und das über 200 km. Im doch rund 30’000 Einwohner zählenden Twentynine Palms (es hat mehr als 29 Palmen!) gibt es immerhin einen Mäc. Sehr zur Freude der Kinder kehren wir dort ein (ich hoffe, dass dies das letzte Mal war in diesen Ferien…). Mit vollem Magen machen wir uns dann nochmals auf die Suche nach Fleisch und Gemüse. Erster Shop: Fehlanzeige – ich kaufe Bier… (immerhin…) Zweiter Shop: ich kaufe tiefgefrorene undefinierbare Würstchen, tiefgefrorenen Broccoli und eine Büchse Mais. Was will man mehr… Im Josua Tree angekommen, suchen wir uns zuerst einen Stellplatz. Wir haben die Qual der Wahl und tun uns schwer mit der Auswahl (später wechseln wir den Platz gar noch, da das auf den ersten Blick lauschige Plätzchen sich als nicht so lauschig heraus stellt; es hat eher viel Müll, Fäkalien und Bienen). Danach machen wir einen kurzen Trail durch die interessante Landschaft. Überall kann man auf den Felsen herum klettern. Die Kids haben ihre helle Freude und wandern wacker mit. Leider ist das Wetter nicht ganz nach Plan. Die Temperaturen sind zwar angenehm, aber die Sonne versteckt sich hinter einer dicken Wolkenschicht. Es ist so ein bisschen der Arches N.P.-Effekt: auf Arches und Josua Tree haben wir uns ganz besonders gefreut und an beiden Orten ist das Wetter mässig bis schitter. Ansonsten gefällt es uns aber sehr gut. Die Josua’s sind eigentlich ein Baum aus Yuccas. Und wem das jetzt nichts sagt, darf gerne bei uns im Garten schauen kommen. Wir durften auf dieser Reise lernen, dass wir einen Yucca im Garten haben. Für alle Naturkundler unter uns, wir kennen nun folgende Kateen-Arten: Saguaro, Organ Pipe, Yucca, Josua Tree – noch Fragen? Der Camping an und für sich wäre super toll. Leider ist er aber eher ungepflegt. Es hat ziemlich viel Müll am Boden, die Grillstellen werden nicht geputzt und die Tische haben wohl auch vor langer Zeit zum letzten Mal Wasser gesehen. Schade für diesen wunderbaren Ort. Ewas ähnliches haben wir auf dieser Reise noch nie angetroffen in einem Park.

USA, Joshua Tree, Rocks

Majove N. P.
Judihui, der Himmel ist tiefblau! Entsprechend verweilen wir noch bisschen im Park und machen gar einen kurzen Trail im Hidden Valley. Gegen Mittag sind wir wieder beim Camper – zum Glück, langsam wirds heiss. Wir sagen der schönen Umgebung Tschüss und fahren nordwärts. Die letzte Nacht auf einem einfachen Campingplatz werden wir im Majove N. P. verbringen. Der eher unbekannte Park liegt rund 3 Stunden südlich von Las Vegas. Nach einer längeren Fahrt durch eine lebensfeindliche Gegend erreichen wir den Park. Wir quartieren uns auf einem der sehr grossen Plätze ein und lassen es uns vor dem Camper gut gehen. Irgendwann ist dann die erste Pack-Orgie angesagt. Unglaublich, was sich in den letzten paar Wochen in den zahlreichen Schäftli so alles angesammelt hat. Die Kids kümmert das wenig bis gar nix. Sie spielen vor dem Camper mit Steinen, Sand und allem anderen was sie finden und sehen am Schluss aus wie Sau. Zum Glück haben wir eine Dusche im Camper, die wir heute nochmals voll zum Einsatz bringen. Beim letzten Feuer verbrennt das restliche Holz. Die letzten Burger landen auf dem Grill. Der letzte Sternenhimmel ohne Lichteinfluss zeigt nochmals sein schönstes Gesicht. Morgen geht es zurück in die Zivilsation nach Las Vegas. Und übermorgen ist dann defnitiv fertig…

Back to Vegas
Schon vor dem Mittag sind wir in Las Vegas und checken auf einem der Stadtcampings ein. Nach kurzer Zeit sind wir auch schon wieder unterwegs. Heute dürfen die Grossen nochmals aussuchen, was es zum Zmittag gibt. Selbstverständlich landen wir im Taco Bell. Und siehe da, so am Ende der Reise kommen auch die Kids noch auf den Geschmack und fressen uns die Hälfte einfach weg. Dann geht es noch ein letztes Mal zu Walmart. Wir brauchen noch etwas Kleines zum Znacht und ein allerletztes T-Shirt. Den Nami verbringen wir auf dem Camping resp. im Pool. Es ist heiss und wir freuen uns alle über die Abkühlung. Zum Znacht werfen wir noch einmal den Kohlegrill an. Langsam aber sicher sind unsere Vorräte aufgebraucht. Nach dem Znacht – die Kids im Piji – machen wir noch einen kurzen Spaziergang. Wir landen schliesslich im Casino resp. Hotels des Campings und staunen nicht schlecht. Wir treffen auf einen halben Urwald mit tausenden kleinen Lichter in einer Stadt. Einmal mehr lässt Las Vegas staunen. Und trotzdem, wir sind keine Fans des Glamours, der Lichter und der Glückspiele. Aber man muss es wohl einmal gesehen haben.

Tschüss Mobil!
Obwohl wir gut vorbereitet sind, wird die Abgeben des Campers noch ein bisschen stressig. Wir haben alles noch brauchbare sauber verstaut, dies in der Absicht, dass die Angestellten der Firma sich sicher darüber freuen. Doch wir müssen alles ausräumen und direkt in den Müll schmeissen. Eine riesige und unnötige Verschwendung. Wenn wir das gewusst hätten, hätten wir uns schon auf dem Camping von den Dingen verabschiedet. Hier hätte nämlich sicher noch das eine oder andere einen neuen Besitzer gefunden. Immerhin können wir die Stühle und ähnliches auf ein Gestell schmeissen, wo andere Traveller schauen können, ob sie was brauchen können. Mit dem Taxi geht es an den Flughafen. Dort beginnt die grosse Warterei. Unser Flug geht erst in 6 Stunden… zu unserer Überraschung geht die Zeit aber trotz allem relativ rasch vorbei. Es gibt irgendwie immer was zu tun oder zu schauen. Irgendwann können wir dann in das Flug einsteigen. Der Flug verläuft ähnlich gut wie der Hinflug. Die Kids sind irgendwann müde und verschlafen wieder einen grossen Teil der Flugzeit. In Zürich werden wir von meinen Eltern erwartet. Das freut uns und ist erst noch praktisch: die Müdigkeit der Kleinen ist beim Anblick von Grosi wie weggeblasen.
Das wars! Es war absolut fantastisch. Eine perfekte Reise mit allem was das Herz wünscht. Die Natur ist einfach unschlagbar. Das Reisen mit einem RV und Kids perfekt. Wir kommen sicher wieder! Bye bye…